Dylan-Frühstück mit Beef Tatar

Nach einer Woche, in der sich die Handwerker im Pfarrhouse die Klinke in die Hand gaben und mich mit ihrem Lärm fast wahnsinnig machten, begann der freie Tag heute mit dem ersten Dylan-Frühstück seit dem Umzug. Das ist ein ausführliches Wochenendfrühstück, begleitet von der Musik Bob Dylans und trägt sehr zur Entspannung bei.

Das erste #BobDylan-#Frühstück im Pfarrhouse. Guten Morgen!

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Das ist auch deswegen wichtig, weil ich gerade auf den nächsten Handwerker warte, den ich anrief, damit er spontan den Siphon wieder zusammenschraubt, den ich gerade auseinanderbaute und nicht wieder zusammenkriege.
Fragen Sie nicht. Lassen Sie mich einfach atmen, während ich das Rezept für das Beef Tatar vom Frühstück aufschreibe:

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Die Apfelernte

Als wir uns kennenlernten, war sofort klar, apfelbdass mit ihm nicht zu spaßen sein würde. Aufgeschossen, dürr, die vielfachen Arme nach oben gestreckt, stand er an der hintersten Ecke des Pfarrhauses, jeden zur Halsstarrigkeit verdammend, der seine Krone betrachten wollte.

Mit der Apfelmamsell im Pfarrgarten hatte er nichts zu schaffen. Diese unterhielt ein Tête-à-Tête mit einem Jelängerjelieber, der soviel kleiner war als sie, dass sie ihn unter ihre Achsel klemmte, während er vor Wollust duftete wie ein Pfingstochse.
Ob der junge Stutzer auf der gegenüberliegenden Seite ein Abkömmling dieser Liaison war, wusste man nicht und der Knabe selbst war noch nicht reif genug, seine Herkunft durch Blüten oder Früchte auszuweisen.

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Nine of a Day

höxter

Heute bin ich in die Kreisstadt gefahren, um mein Auto umzumelden. Dabei stellte ich fest, dass das Straßenverkehrsamt fast direkt neben Schloss Corvey liegt. Also bin ich anschließend hin, um mich umzusehen und ein paar Fotos zu machen:

Die alten und die neuen Nummernschilder; die Westfassade der Abteikirche und das Westwerk, das Welterbe der UNESCO ist, von innen mit den vier Säulen. (Man muss übrigens Eintritt bezahlen, wenn man in die Kirche möchte, separat oder via Gesamtticket.) In der Kirche selbst steht ein Barockaltar und auf dem Friedhof, der dazugehört, liegt Hoffmann von Fallersleben begraben.
Das nächste Bild zeigt meinen neuen Schotki in der Sakramentskapelle der Abteikirche. Den alten hatte ich letztes Jahr zu meinem großen Kummer nach 25 Jahren auf der re:publica verloren. Ein Follower bei Instagram verwies mich kürzlich an die Benediktinerinnen in Köln, die Gebetsschnüre knüpfen, dort habe ich den neuen bestellt.
Im Schloss fotografierte ich noch die Deckenmalerei im Kaisersaal mit der Hochzeit zu Kana und einen Raum der großartigen Bibliothek, in der die Dielen so laut knatschten, dass ich dachte, sie könnten einbrechen. Wieder zu Hause machte ich mir einen gemischten Salat mit einem Dressing aus Skyr.

Florilegium

Es ist ja nicht so, dass ich nicht auch Links mit Texten oder Sachen sammeln würde, die mich beschäftigen. Allerdings kamen dabei bisher überwiegend tagespolitische Zeitungsartikel zusammen. Das finde ich nicht nur zu eintönig, sondern es würde mich in der Häufung vermutlich noch reaktionärer erscheinen lassen, als ich tatsächlich bin. Ich sammelte und sortierte also etwas länger, bis sich diese Mischung zusammenfand:

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Twitterfavs

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Nine of a Day

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Die „große Stadt nebenan“ heißt jetzt nicht mehr Bochum, Dortmund oder Essen, sondern Paderborn. Abgesehen vom Ringkuss vor meinem Dienstantritt bin ich dort noch nie gewesen und das Kreiskirchenamt liegt außerhalb. Darum fuhr ich heute hin, um mir die Innenstadt etwas genauer anzusehen und es hat mir gut gefallen! Nicht zu groß, gepflegt und als „Epizentrum“ des westfälischen Katholizismus voller historischer Kirchen, Museen, Brunnen. Außerdem all die Geschäfte, die man in einem Oberzentrum erwarten kann. Mehr als einen ersten Eindruck konnte ich natürlich nicht gewinnen, aber da fahre ich gerne öfter hin, zum Einkaufen und zum Gucken.

Hier mein Best of, also was man auf der Fotokollage oben sieht: Der Marienaltar der Herz-Jesu-Kirche zwischen Bahnhof und Innenstadt, dann der Altarraum und die Pieta im Franziskanerkloster, deren Hintergrund mich an moderne Tattoos erinnert. Das Rathaus mit der ehemaligen Jesuitenkirche (Markt- und Universitätskirche) und ihrem Barockaltar nebendran, dort wirkte einst Friedrich Spee, was mich mit der maßlosen Wucht dieser Kirche halbwegs versöhnt. Anschließend drei Bilder aus dem Dom: Eine Landmine aus dem II. Weltkrieg sowie das Hasenfenster im Kreuzgang und eine Weinranke zum Gedenken an die Selige Pauline von Mallinckrodt. Gegessen habe ich einen Salat Caesar in der Bar Celona neben dem Rathaus, dazu einen Mango-Rosmarin-Eistee. Beides war vorzüglich!

Mit spitzer Feder

Altes Land von Dörte Hansen ist ein Heimatroman bü1über Frauen einer ostpreußischen Familie, die im Alten Land (das ist eine Gegend nord-westlich von Hamburg) versucht heimisch zu werden. Was nach schrumpeligen Äpfeln und Flucht aus Trakehnen riecht, entwickelt sich zu einer spröden, bis ans Bittere herben Geschichte, die sich diverse Seitenhiebe auf die verschnöselte Ökogesellschaft nicht nehmen lässt und auf schräge Weise galant dabei bleibt.
Christian hatte mir zur Einführung einen Büchergutschein aus der hiesigen Buchhandlung geschenkt, den ich größtenteils für dieses Buch aufgewendet habe. Noch einmal vielen Dank dafür!

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