#twomplet goes #loccweb15

Seit Januar 2014 wird auf Twitter ein ökumenisches Nachtgebet gehalten: Die #twomplet. Das ist ein Kunstwort aus Twitter und Komplet, dem Nachtgebet der Kirche. Gegründet wurde die #twomplet von Benedikt Heider. Er war damals noch Abiturient und hat erst jetzt ein Studium der katholischen Theologie angefangen. Hier der Tweet, mit dem die #twomplet begann:

Über 1000 Leute folgen der #twomplet mittlerweile, über zwanzig von ihnen wechseln sich jeden Abend um 21 Uhr mit dem Vorbeten ab. Die #twomplet wurde schon auf der Deutschen Bischofskonferenz und der Ordenskonferenz vorgestellt. Auch die evangelischen Kirchen kriegen langsam mit, dass da was läuft. Nachdem sie im Juli 2014 auf dem Internettag der Bayrischen Landeskirche vorgestellt wurde, ist die #twomplet nun bei einer Tagung zu Glauben und Social Media in der Ev. Akademie Loccum zu Gast, vorgestellt von Benedikt Heider und mir. Und zum Angucken der zweite „Gründungstweet“:

Das Material zu unserem Vortrag in Loccum findet sich hier:

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Halloween

„Halloween ist nichts Anderes als eine Werbekampagne für den Reformationstag!“ 15-gembr-ref-1
Diesen Satz habe ich oft gesagt und damit meist mehr oder weniger leise Zweifel bei meinen Gesprächspartnern ausgelöst. Ja, es ist schon richtig: Halloween ist für viele ein sehr befremdliches Fest und es lässt sich nicht mehr aufhalten. Wie soll das auch gehen, den Kindern Kürbisse, Süßigkeiten und gruselige Verkleidungen zu verbieten? Da hilft nur noch, sich zurückzulehnen und ein berühmtes Volkslied zu singen: „Lass doch der Jugend ihren Lauf.“
Doch wenn wir fertig sind mit Singen, können wir trotzdem überlegen, was jetzt zu tun ist.

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Uhura goes multireligiös

Vor meinem Urlaub fragte die katholische Gemeindereferentin an, ob wir uns vorstellen könnten, den ökumenischen Einschulungsgottesdienst nach den Sommerferien als multireligiöse Feier zu veranstalten. Dazu würde es einen Kennenlerntermin mit dem Imam geben und von da aus weiter. Wir beredeten das im Pfarrteam: Ja, grundsätzlich können wir uns das vorstellen, ja, gemäß landeskirchlicher Handreichung an einem „neutralen Ort“ (Turnhalle, Aula) und die Gebete hintereinander, statt miteinander.

Nach knapp fünf Jahren Leben und Arbeiten in einem sog. „sozialen Brennpunkt“ mit reichlich multireligiöser Erfahrung legte ich noch Wert auf Deutsch als durchgehende Sprache und dass wir Christinnen nicht unseren Standard zurückschrauben. Ich möchte nicht als gutmeinendes Vehikel dienen, wo unsere muslimischen Ansprechpartner ihre Hausaufgaben selbst machen müssen. So sprach ich und entschwand in den Urlaub. Die Kollegen würden den Termin wahrnehmen. Weiterlesen

Nachdem

„Die Erfüllung einer Verpflichtung wird im Judentum für wichtiger erachtet als die freiwillige Entscheidung, etwas Gutes zu tun. Das heißt nicht, dass es falsch wäre, für sich selbst zu entscheiden, etwas zu spenden, jemandem zu helfen oder zu beten – nur kommt das erst, nachdem Sie die Verpflichtung erfüllt haben. Der verschwommene „gute Wille“ kann nicht die Erfüllung Ihrer Verpflichtungen der Welt und ihren Bewohnern (und ihrem Schöpfer) gegenüber ersetzen.“

Rabbiner Dr. Walter L. Rothschild

Katholiken, die vom Pferd fallen

Ich habe keine Ahnung wieso, aber ich treffe regelmäßig  auf KatholikInnen, die mich fragen, warum sie am Ende der Beichte immer eine gewisse Anzahl von Gebeten „aufbekommen“ haben. Weil, bereut hatten sie ja schon und als Strafe oder Denkzettel taugen Gebete nicht. Nach protestantischem Verständnis sind diese „Endgebete“ als zu leistende Wiedergutmachung sogar überhaupt nicht nötig (CA 20).

Da ich glaube, dass diejenigen, die mich fragen, eine geistliche Antwort und keine kirchentrennende Philippika hören möchten, antworte ich sinngemäß und im Einklang mit meinem protestantischen Verständnis immer folgendes:

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