Ein Freitag im Juni #WmdedgT

Vor mir auf dem Balkontisch ein Saftglas mit Aperol Spritz und schwarzem Metallstrohhalm (mit großen Apfelsinenschnitzen und vielen Eiswürfeln drin), daneben-dahinter die Petroleumlampe und daneben mein Macbook. Im Hintergrund Büsche und Wiese.

Heute war mein letzter Urlaubstag und wirklich schön war er nicht. Ich erwachte etwas später als üblich und relativ schnell war mir kotzübel. In der Zeit vor dem Urlaub war an Arbeit und Konflikten zu viel los gewesen. Das kann immer mal vorkommen, solange es kein Dauerzustand wird, aber ich bin eben ein gebranntes Kind. Und das hatte darum ziemlich Magenschmerzen.

Ich blieb mit Tee im Bett und versuchte, mich zu sortieren. Erst am Spätvormittag stand ich auf. Ich aß die restlichen Hühnerbällchen vom Asiamarkt, die ich am Vorabend gekocht hatte, um sie aus dem Tiefkühler zu kriegen und setzte mich ins Arbeitszimmer. Dass keine Anrufe eingegangen waren, hatte ich gestern schon gesehen. Jetzt rief ich meine Dienstmails ab. Auch dort fand sich nichts Schlimmes. Also erledigte ich noch einige Büroarbeiten. Appetit hatte ich zwar noch nicht, aber ein kleines Mettwürstchen passte rein. Außerdem habe ich erstmal eine Runde geheult.

Am Sonntag bin ich dran mit Gottesdienst. Die Gemeinde wiederzusehen, wird erfahrungsgemäß einiges beruhigen. Die bereits heute, am letzten Urlaubstag, aufgewendete Arbeitszeit verrechne ich morgen mit meinem freien Tag. Im Pfarrdienst gilt formal die Sieben-Tage-Woche, auch in der Urlaubsplanung. Darum gibt es keine freien Randtage. Aber so sind wir quitt.

Drei Ecken Pizza und etwas Salat auf einem flachen Teller.

Eigentlich wollte ich heute nach Münster fahren, um Bogen 1/2 von der Reparatur abzuholen und neue Pfeile zu kaufen. Aber auf meine vorherige Nachfrage per Mail, ob der Tag passt, erhielt ich, wie schon häufig, keine Antwort; eine telefonische Nachricht zu hinterlassen, ist ebenfalls nicht mehr möglich. Ich schrieb daraufhin einen Brief auf Papier, den abzuschicken ich allerdings erstmal verwarf. Anschließend fütterte ich den #DiätKater, zog mich an und brachte Müll und Altpapier raus. Dabei geriet ich in einen Wolkenbruch. Die kurze Strecke von der Haustür zum Containerkäfig reichte aus, dass ich hinterher das T-Shirt wechseln musste. Zum Glück verschwand der Regenschauer zügig. Ich nahm trotzdem eine Regenjacke mit, als ich mich mit dem Auto auf den Weg ins Lipperland machte. Hier gibt es einen Bogenshop, den ich aus meiner Fortbildung kannte. Wir hatten dort damals trainiert und ein Teilnehmer hatte sich da seinen ersten eigenen Bogen ausgesucht und war kompetent beraten worden. In dem Laden wollte ich mein Glück statt dessen versuchen.

Doch auch das war nicht von Erfolg gekrönt. Die optimalen Pfeile für mich sind so leicht und kurz, dass diese Größe vorzuhalten, für den kleinen Shop im Lippischen nicht lohnt. Zwar konnte ich, bis ich drankam, ein paar Runden schießen und erhielt Unterstützung beim Nachjustieren der Standhöhe, aber das war’s auch schon.

Als ich am frühen Abend wieder zu Hause eintraf, kochte ich erstmal Tee und bestellte mir eine Pizza Bolognese mit gemischtem Salat, denn jetzt war ich wirklich hungrig. Bis sie kam, kramte ich ein bisschen in der Wohnung herum. So mischte ich mir eine dem Verdruss des Tages und dem Ende des Urlaubs angemessene Menge Aperol Spritz an. Nach einer kleinen Verdauungspause auf dem Bett sitze ich damit nun auf dem Balkon. Gerade habe ich noch eine Mail wegen des Bogens nach Münster geschrieben. Eine weitere richtete ich an den Inhaber des Bogenparcours, wo ich Mitglied bin, mit der Bitte um eine Empfehlung und bekam postwendend eine Antwort mit Adresse. Beim nächsten Glas Aperol werde ich schließlich diesen Blogpost veröffentlichen, mit dem ich mich an Frau Brüllens monatlicher Aktion zum Tagebuchbloggen beteilige. LeChaim!


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