Vorwort

„Eine meiner ersten Lektüren nach dem Beginn des Theologiestudiums zu Anfang des Jahres 1946 war Romano Guardinis schmales Erstlingsbuch ‚Vom Geist der Liturgie‘, das zu Ostern 1918 als Eröffnungsband der von Abt Ildefons Herwegen herausgegebenen Schriftenreihe ‚Ecclesia Orans‘ erschienen war und in immer neuen Auflagen nachgedruckt werden mußte. Diese kleine Schrift darf man wohl mit Fug und Recht als den Aufbruch der Liturgischen Bewegung in Deutschland bezeichnen. Sie hat ganz wesentlich dazu beigetragen daß die Liturgie in ihrer Schönheit, ihrem verborgenen Reichtum und ihrer die Zeiten überschreitenden Größe neu als beseelende Mitte der Kirche und als Mitte des christlichen Lebens entdeckt wurde. Sie hat dazu geführt, daß man sich mühte, die Liturgie ‚wesentlicher‘ zu feiern (ein Lieblingswort Guardinis); man wollte sie von ihrem inneren Anspruch und von ihrer inneren Gestalt her verstehen lernen als das vom Heiligen Geist selbst gewirkte und gelenkte Beten der Kirche, in dem Christus immerfort neu gleichzeitig wird mit uns, in unser Leben hineintritt. […]

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Bis in den Himmel

Gelobt sei Gott, 
der mein Gebet nicht verwirft 
noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Rogate, betet! So lautet der Name des Sonntags und der ganzen Woche, die am 9. Mai beginnt. Denn jedes Gebet, da ist sich Jesus Sirach sicher (Jes Sir 35,16-22a), reicht bis in die Wolken, ja durchdringt sie sogar, bis es schließlich bei Gott ankommt.

Jesus Sirach stellt sich Gott also im Himmel vor. Der ist bekanntlich überall und Gott damit auch. Das war im alten Israel keine Selbstverständlichkeit. Wenn man dort nach oben blickte, um Gott zu suchen, schaute man meistens zum nächsten Berg. Dort, so glaubte man, wohnt ein Gott auf dem Gipfel, kümmert sich ums Wetter, manchmal auch um die Leute und schleudert Blitze.

Wolken über Kloster und Kirche

Es waren die Juden, die damit aufräumten und erklärten, dass Gott mehr als ein Götze auf dem Hügel ist, sondern Himmel und Erde aus dem nichts geschaffen hat und damit gleichsam über allem steht.

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Kurz vor Feierabend

Gelobt sei Gott, 
der Vater unseres Herrn Jesus Christus, 
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat 
zu einer lebendigen Hoffnung 
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petr 1,3

Die Feiertage sind rum, die Ferien auch. Zwar geht Ostern nach dem Kirchenkalender bis Pfingsten, doch der Alltag hat uns trotzdem wieder. Die Ostereier sind fast alle aufgegessen und so mancher Schokoladen-Osterhase verschwindet heimlich hinten im Schrank, wo ihn jemand beim Kuchenbacken vielleicht in den nächsten Wochen wiederfindet. 

Steckerlfisch

Auch für die Jünger sind die Feiertage um, die Arbeit ruft. Petrus, Thomas, Nathanael; Jakobus und Johannes Zebedäus sowie zwei weitere Jünger gehen fischen, denn damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt (Joh 21,1-14). 

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Kreuzweg

Das erste Blatt des Kreuzwegs mit der gerollten Variante obendrauf.

Wir haben in der Gemeinde entschieden, bis zum 18. April keine Präsenzveranstaltungen anzubieten. Ich schrieb gestern schon, dass ich nicht glaube, dass das reichen wird. Es bedeutet aber immerhin, dass wir an den Heiligen Tagen keine physischen Gottesdienste feiern. Auch auf besondere Installationen in der Offenen Kirche verzichten wir und tragen so unseren Teil und unsere Solidarität zur Bekämpfung von Corona bei.

Den Kreuzweg, den ich eigentlich draußen auf dem Friedhof anbieten wollte, habe ich jetzt in fünf Stationen aufgeschrieben und zusammen mit einem Bleistift aufgerollt. So kann man ihn in Ruhe zu Hause, beim Spazierengehen im Wald oder wo immer man möchte, begehen. Er liegt in der Kirche zum Mitnehmen aus oder Sie klicken hier.