Sowohl Helmut Kohl als auch Willy Brandt habe ich noch live gesehen. Kohl 1991 auf dem Marktplatz in Bonn, wo ich studierte. Er sprach auf der Treppe des Alten Rathauses bei der Demo für den Erhalt des Regierungssitzes. Brandt sah ich im selben Jahr auf dem Ev. Kirchentag im Ruhrgebiet. Wir empfingen ihn mit den „Hosanna, Heysanna“-Gesängen aus Jesus Christ Superstar. Was die Beiden jeweils sagten, weiß ich nicht mehr. Aber ich bin ziemlich sicher, dass sie sich im Grabe rumdrehen würden, wenn sie wüssten, was gerade in Deutschland los ist.
Weiterlesen „Mehr Demokratie“Dann eben nicht

Am Sonntag Abend ist Dieter Nuhr in der hiesigen Stadt aufgetreten. Ich hatte eine Karte, schon lange gekauft, aber ich bin nicht hin. Ich kam mit seinem Spruch im Juni über Femizide und dessen Täter-Opfer-Umkehr nicht klar und mit Nuhrs fehlender Einsicht auch nicht: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erstmal kennenlernt.“
Weiterlesen „Dann eben nicht“Die Möhrenpredigt

Bei größeren Gottesdiensten, wie zu den Konfirmationen oder zum Gemeindefest, stelle ich den Gottesdienst gerne unter ein bestimmtes Motto. Das leite ich meistens aus dem Predigttext ab, wenn wir Thema und Bibeltext nicht in einer Vorbereitungsgruppe gemeinsam aussuchen. Bei der Gemeinde kommt das immer gut an, weil es wie ein roter Faden ist, an dem entlang die Gottesdienstbesucher:innen einen Zugang finden können.
Weiterlesen „Die Möhrenpredigt“Punktlandung

Heute fanden die Jubiläumskonfirmationen statt und es hat alles gut geklappt. Meine Erleichterung ist entsprechend groß. Als ich die Feier in der Gemeinde vor zwei Jahren zum ersten Mal alleine durchführte, weil der angestammte Kollege in Rente war, wurde es eine organisatorische Katastrophe. Ich machte mir viele Notizen und war heilfroh, als durch eine etwas unkonventionelle Urlaubsplanung der Springer den Sonntag letztes Jahr übernahm. Sicherheitshalber hatte ich an mehreren Stellen ein ausführliches Feedback hinterlassen. Aber dieses Jahr war ich wieder dran. Zum Glück hatte sich mittlerweile alles gut und neu eingespielt.
Weiterlesen „Punktlandung“Merz und die Landtagswahlen
Ich komme mit Friedrich Merz klar. Das war für mich die größte Überraschung nach seiner Wahl zum Bundeskanzler. Ich habe mich über die gebrochenen Wahlversprechen geärgert, mit denen er sich bei der SPD unterhakte, aber auch den Pragmatismus dahinter gesehen, selbst wenn ich die Rekordschulden so irre wie größtenteils unnütz finde. Es war Johanna, die mir irgendwann ein Licht aufsetzte, als sie sinngemäß sagte, dass ihr Merz wie der Seniorchef eines Familienunternehmens vorkäme, der etwas aus der Zeit gefallen wäre. Vielleicht ist es das, was ich in ihm sehe. Ich bin als Tochter aus dem Mittelstand des Sauerlandes mit diesen Typen aufgewachsen. Ich kenne ihre Kantigkeit, die Posen und die bornierten Sprüche. Ich weiß aber auch um die Verantwortungsbereitschaft für Land und Leute, das Pflichtgefühl und das Herz dahinter, das man nicht auf der Zunge trägt.
Weiterlesen „Merz und die Landtagswahlen“Emmylou Harris

Emmylou Harris war auf Abschiedstournee. Nur ein Konzert davon in Deutschland und zwar in Monheim am Rhein. Schon im Advent hatte ich mir eine Karte gekauft. Gestern fuhr ich hin.
Weiterlesen „Emmylou Harris“Ein Samstag im September #WmdedgT

In der Nacht lag ich aus Gründen länger wach. Erst gegen Morgen fand ich noch einmal für einige Stunden in den Schlaf. Danach blieb ich im Bett und vergammelte den Vormittag. Irgendwann kochte ich eine Kanne Tee und aß zwei Salamibrote. Zwischendurch hätte es normalerweise Mettwürstchen gegeben. Aber die Marke meines Vertrauens hat die Rezeptur geändert und ist jetzt ungenießbar. Seit dem probiere ich mich bei Rewe durch die anderen Sorten. Heute gab es Geflügel-Kabanossi in Schnüren. Sie schmeckten nach nichts.
Weiterlesen „Ein Samstag im September #WmdedgT“