Ein Donnerstag im März #WmdedgT

Ein großer, dunkler Baum, dahinter der See und dahinter das hügelige Ufer mit Laubwald noch ohne Laub. Das Alles im milden, warmen Licht der Abendsonne.

Im letzten Monat ging es darum, dass ich auf den Klempner wartete, weil meine Klobrille kaputt gegangen war. Heute sollte er endlich die neue bringen. Wieder hatte ich sicherheitshalber den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Wie beim letzten Mal wäre das nicht nötig gewesen, denn ich wurde viel früher wach. Ich stand also rechtzeitig auf, putzte noch einmal das Klo, zog mich an, setzte Tee auf und stellte mir die Kanne um Punkt 8 Uhr auf den Schreibtisch. Tatsächlich traf der Klempner dieses Mal schon um 8:25 Uhr ein. Eine halbe Stunde später war er wieder weg und ich frühstückte ein Brot mit Geflügel-Paprika-Lyoner und später ein Stückchen Mettwurst.

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Der Sex des Chamäleons

Die beiden Exemplare nebeneinander. Links steht es aufrecht, rechts liegt es, am Kopf erhöht. Daneben rechts steht ein kleines Gummi-Chamäleon mit orangenen Füßen und Rändern. So wie die Tischdecke orange ist, auf der ich das Alles platziert habe. Und zwar auf dem Balkon in der Morgensonne mit verschwommenem Blick ins Grüne.

„Das Christentum ist nach wie vor der Chamäleon-Glaube, der es schon immer war, wie alle erfolgreichen Weltreligionen“, lautet das Resümee von Diarmaid MacCulloch am Ende seines Buches. 752 Seiten hat er sich Zeit genommen, um „Niedriger als die Engel. Eine Sexualgeschichte des Christentums“ zu schreiben. Norbert Juraschitz und Thomas Stauder haben das Werk aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Es ist aufgeteilt in fünf Kapitel plus farbige Abbildungen und Anhänge.

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Argumente und Gefuchtel

Kiki bloggt „Über Abkürzungen“ und sich in Rage. Die letzten Absätze haben es mir besonders angetan, aber ich will die Pointe nicht vorwegnehmen.

Antje hat ein neues Buch geschrieben. Ein Exemplar wartet bei mir zu Hause und eine Eintrittskarte für eine ihrer Lesungen habe ich auch schon. Bis es so weit ist, hier ein Interview aus der taz: „Mit High Heels hat man keine Standfestigkeit.“

Roland erläutert noch einmal den Unterschied zwischen Passionszeit und Fastenzeit und wie es im Evangelischen (nicht) sein soll: „Protestantisches Fasten“.

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Mittagessen 2/2026

Die in der Reihenfolge der Liste fotografierten Mahlzeiten als Fotocollage in einem Raster von 5 x 4 Fotos. Damit das aufgeht, zeigt Bild 11 den Kopf des #DiätKaters, wie er mit Madonnenblick unter der Bettdecke hervorlugt.

Zack, schon ist der nächste Monat um. Los ging es mit einer „fernköstlichen Phase“: Dazu kochte ich Rezepte asiatisch-amerikanischer TikToks nach, die lecker aussahen und schnell gingen. Wobei alles, was scharf war, möglichst weitgehend besänftigt wurde. Reiskuchen mit Chilipaste und Sahne aus Korea waren dabei, eine Hühnersuppe ohne Wasser aus dem kantonesischen China und der pan-asiatisch bekannte Reisbrei Congee mit den ebenso weitverbreiteten asiatischen Donuts, die auf Mandarin Youtiao heißen. Ich fand ein Rezept, wo sie im Airfryer statt in Fett ausgebacken wurden.

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Effingers

Blick auf das gewollte Chaos auf meinem Wohnzimmertisch: Ein Strauß rosa Tulpen und Rosen in einer braungeriffelten Glasvase, links daneben eine noch nicht angezündete rosa Stumpenkerte, ein Duftstein und meine Brille. Davor das aufgeklappte Taschenbuch mit Titel und Rüclen nach oben. Rechts daneben eine Postkarte von Wandklex mit roten Rosen, die ich als Lesezeichen benutzt habe. Unter dem Buch guckt man iPad mini hervor, in einer zugeklappten, schwarzen Hülle.

Was für ein großartiges Buch! Vor drei Tagen habe ich es zugeklappt und es hat mich immer noch nicht verlassen: Effingers von Gabriele Tergit. Von 1931 bis 1951 geschrieben und dann von vielen nicht gemocht erfuhr Effingers 2019 bei Schöffling eine Neuauflage, ein Jahr später als Taschenbuch bei btb und sucht man es via Hashtag, findet man es seit 2025 auch im Amerikanischen Englisch. Ich bleibe bei der deutschen Ausgabe. 878 Seiten plus Nachwort von Nicole Henneberg plus Stammbaum. Denn Effingers ist eine Familiensaga, eine jüdische noch dazu.

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Vorbereitungen

Bei der Friseurin vor mir auf der Ablage ein kleiner Werbe-Aufsteller mit dem Bild einer langhaarigen Frau, meine Autoschlüssel, mein Oberkörper mit schwarzem Umhang, davor halte ich das Handy.

Die letzte Semesterwoche habe ich in Ruhe hinter mich gebracht. Ich glaube, das lag auch an der RSV-Impfung. Ich war die ganze Woche leicht schädelig und habe sehr fest und sehr viel geschlafen. Dann war Urlaub. Der verlief genau so ruhig. Wobei ich die erste Woche brauchte, bis ich mit Albträumen durch war und auch tagsüber das Hirn ein bisschen freier wurde. Erst nach zehn Tagen war es endlich so weit, dass ich ein Buch zur Hand nehmen und zu Ende lesen konnte.

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