Ungeduld und Übergang

Die ersten warmen Tage sind da und überall heißt es: „Jetzt beginnt der Sommer.“ Dabei stimmt das gar nicht. Noch sind wir mitten im Frühling. Dass das Gespür für das Andere, weniger Eindeutige, für die Übergänge und oft auch das Gegenteilige verlorengeht, zeigt sich nicht nur in Gesellschaft und Politik. Es macht auch vor den Jahreszeiten nicht halt, weder kirchlich noch in der Welt.

Die Karwoche gehört neuerdings bereits zum Osterfest. Man hat an Karfreitag frei, da färbt man Eier und zeigt sie her. Das Internet beginnt zu feiern. Dass der Ostersamstag der erste Samstag nach dem Ostersonntag ist, während der Tag davor Karsamstag heißt, gerät immer mehr in Vergessenheit. Überhaupt die Wochen von Aschermittwoch bis Ostern. In der katholischen Kirche werden sie Fastenzeit genannt und in der evangelischen, wie heißen sie da? Passionszeit, weil sie an das Leiden und Sterben Christi erinnern. Ja, richtig, da war doch was.

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Am Ende des Irrsinns

Der Engel hängt von der Decke. Er trägt ein rotes Gewand und hat Flügel auf dem Rücken wie ein Vogel. Die rechte Hand ist ausgestreckt, aber nicht wie bei Superman, obwohl ich ein bisschen an ihn denken muss, sondern er trägt eine Muschelhälfte in der Hand. Im Hintergrund ein klassisches Kirchenfenster und bemalte Kirchenwände.
Schwebender Engel in der Einführungskirche

Normalerweise habe ich in der hiesigen Gemeinde ein bis zwei Beerdigungen im Monat. Kommt eine dritte dazu, ist es schon viel. Das kenne ich aus anderen Gemeinden, in denen ich gearbeitet habe, auch anders. Aber hier ist es so und ich bin seit fast fünf Jahren mit meiner Aufgabenverteilung darauf eingestellt. Als ich trotzdem bei fünf Bestattungen ankam, dachte ich darum, die Spitze wäre erreicht und es würde schon werden. Pustekuchen. Sieben Trauerfeiern in fünf Wochen kamen schließlich zusammen, die sonst in vier bis fünf Monaten aufgelaufen wären. Ich bin mittlerweile völlig gar gekocht. In der letzten Woche sagte ich daher alles ab, was ich nicht noch unbedingt machen musste. Dazu gehörten auch Seelsorgegespräche, was mir besonders leid tat, doch ich kriegte nichts mehr in den Kopf. Glücklicherweise habe ich überall viel Verständnis und Unterstützung von den Haupt- und Ehrenamtlichen um mich herum erfahren. Die eine Person, die einen Flunsch zog, bestätigte als Ausnahme die Regel, fand sich aber damit ab.

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OWL-Archery

Fotocollage aus 9 Bildern. Erläuterungen durchnummeriert von 1-9 im Text.

Heute habe ich einen Ausflug zur OWL-Archery gemacht. Das ist die Nachfolgerin der Messe für intuitives und traditionelles Bogenschießen PaderBow und damit die ältere Schwester der FreiBow. Ich weiß nicht, ob sie deswegen jetzt anders heißt. Die OWL-Archery fand aber auch nicht in Paderborn, sondern in der Ostwestfalenhalle Kaunitz (1) statt. Das gehört zu Verl im Kreis Gütersloh. So oder so besuchte ich sie zum ersten Mal.

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Ein Dienstag im Mai #WmdedgT

Ein stilisierter Januskopf aus Edelstahl und weißem Kunststoff mit Technikkrams und drei Hörgeräten sowie drei Drehknöpfen auf der Basis vor dem Hals.
Der Klangfinder bei der Hörgeräteakustik

Irgendwann zwischen halb sieben und sieben wachte ich auf. Ich kochte Tee, den ich mir wie üblich ans Bett stellte, checkte meine Mails und schaltete um kurz vor acht die Waschmaschine ein. Wenn die fertig und aufgehängt ist, wollte ich nämlich los. Optimales Timing. Bis es so weit war, frühstückte ich ein Butterbrot mit Kesselschinken, erledigte einige Telefonate und weitere Mails. Zwischendurch wechselte ich ins Bad und zog mich an.

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Aufräumen im Internet

Türschild, auf dem "Geistliche/r" steht.

Mittlerweile beerdige ich seit 25 Jahren, aber erst diesen April bin ich zum ersten Mal auf dem Friedhof gegendert worden. Oben ein Foto, das ich darum vom Türschild der Sakristei des Waldfriedhofs in Sennestadt gemacht habe. Eigentlich wollte ich nach Studiensemester und OPs ganz in Ruhe wieder einsteigen. Statt dessen bin ich jetzt bei Beerdigung Nr. 5/6 in Folge angelangt, dazu die verrücktesten Termine, digital und analog. Nach 18 Tagen Dienst am Stück konnte ich durch den Feiertag gestern endlich ein verlängertes Wochenende einläuten. Um ein Telefonat, das von Donnerstag noch nachdieselte, kam ich trotzdem nicht herum. Heute herrscht bislang Ruhe. Ich hoffe, dass das so bleibt und räume erstmal das Internet auf:

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Frauen im Chaos

Das Hörbuch auf meinem iPad pro und das Papierbuch, zusammen mit zwei lila Dolden Fresien, passend zur Farbgebung der Bücher. Aus dem Papierbuch gucken oben die ganzen Einmerker raus.

Als Hörbuch hatte ich „Detransition, Baby“ von Torrey Peters im Krankenhaus dabei. In meinem Fall war das die deutsche Ausgabe, übersetzt von Frank Sievers und Nicole Seifert, mit wunderbar kieksender Stimme gesprochen von Britta Steffenhagen. In dem Roman geht es um eine cis Frau, die ein Kind von einem trans Mann erwartet, der einmal eine trans Frau war. Heißt, sie hat als Frau gelebt, bis er schließlich wieder in die männliche Rolle zurückgewechselt ist. Wirklich cis ist der Kindsvater also nicht. In diesem queeren Umfeld schreitet die Schwangerschaft voran.

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