Rotkohl

Der Adventswahnsinn ist noch nicht ganz rum, pelleaber ich konnte mir anderthalb Tage freischaufeln, um Luft zu holen und dabei Rotkohl zu kochen. Den esse ich (nicht nur) im Winter ganz gern. Außerdem habe ich herausgefunden, dass man ihn gut im Dutch Oven zubereiten kann, was ich unbedingt ausprobieren musste. Das Ergebnis ist so lecker, dass ich sicherheitshalber direkt aufschreibe, wie ich das gemacht habe. Zumal da für meine Verhältnisse ziemlich viele Gewürze drin sind. Für meinen Sechser-Dutch:

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Wie ich wieder mit Handy bin

Sieben Jahre, vier Monate und fünf Tage bin ich ohne Handy ausgekommen oder wie es heute heißt, ohne Smartphone. Meine ständige Erreichbarkeit endete im Frühling 2011 nach 19 verpassten Anrufen in zwei Stunden, einem Zusammenbruch und diversen Hammerschlägen auf das Display des kleinen, schwarzen LGs mit der Ritschratschoptik, auf das ich doch so stolz war.

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Zwei Jahre dauerte es, bis sich mein Umfeld an mich ohne Handy gewöhnt hatte, weitere zwei, bis ich mich souverän genug fühlte, meine Erfahrungen damit aufzuschreiben und noch einmal gut drei, bis ich es mir wieder anders überlegte.

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Florilegium

Heinrich Detering hat gestern beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Impulsvortrag „Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten“ gehalten. Detering ist Bob-Dylan-Fans als feinsinniger und präziser Biograph und Exeget bekannt. Mit derselben Genauigkeit schaute er sich die Wortwahl der Rechten an.

Stefan Schaedes 94 Thesen zu Gott und Kirchenleitung.

Wir sollten wieder mehr Schleiermacher lesen.

Die Eule blickt auf die EKD-Synode zurück und lud sich dazu Gäste ein.

Wo war Bob Dylan vorgestern:

Schinken und mehr

essen

Ich bin ein paar Tage in den Hegau gefahren. Frau K. samt eigener Familie wohnt dort zurzeit im Umfeld ihres Vaters. So konnte ich sie besuchen und bin als gute Schwiegermutter im Hotel abgestiegen, um den jungen Leuten und mir selbst nicht auf die Nerven zu fallen. Dass ich gern in Baden-Württemberg urlaube, passte dazu gut.

Das Hotel war ein riesengroßer Landgasthof, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1500 reichten. Heute ist es Unterkunft für Einzelgäste bis Großgruppen, für Feiern, Fortbildungen und Events, inklusive Streichelzoo, Kutschfahrten und Kinderspielangeboten.

Obwohl das unheimlich komplex wirkt, sind Gasthaus und Zimmer absolut urig: Vollgestopft mit allem möglichen Plunder, hängen alte Holzschlitten und Kessel von der Decke, stehen kleine Kutschen und Madonnenfiguren überall, wo Platz ist und wo keiner. Die hohe Kunst der absichtlichen Absichtslosigkeit. Zehn Jahre früher und ich hätte mich durch dieses gutbürgerliche Ambiente sehr beengt gefühlt (die Herkunft, die Ansprüche, der alte Zopf), doch darüber scheine ich einigermaßen hinaus zu sein, zumindest dieses Mal.

Jedenfalls hat’s mir gefallen, ich habe bestens geschlafen und gegessen. Es gab genau das, was man in einem Landgasthof erwartet, wegen des Herbstes mit Schwerpunkt auf Wildbret (aus den eigenen Gehegen) und trotz selbstgemachter Spätzle auch mit Pommes, also nichts mit Erbse hochkant, zum Glück. Und man kann sich tatsächlich in einen Schinken verlieben, auch das habe ich herausgefunden:

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Unleserlich

An die Methode, mich über Bücher g_niqSu5aufzuregen, die ich gar nicht oder nur mit Mühe gelesen habe, könnte ich mich gewöhnen und habe darum „Unleserlich“ als neue Kategorie meines Blogs eingerichtet. Zumal ich wieder mein Bestes gegeben und mich an der Lektüre wirklich versucht habe, doch leider war kein Durchkommen. Der daraus folgende Verriss bleibt anonym, so mutig wie Kiki, die Ross und Reiter nennt, bin ich nicht und manche Namen will ich hier auch gar nicht haben.

Wie die von den Autor_innen des einen Buches, denen ein Gendergapzeichen per Tiefstrich zu verpassen, mir eine innere, hellleuchtende Altarkerze ist: Ich hatte das Buch gekauft, weil es versprach, aus konservativer Perspektive wider den linken Stachel zu löcken. Die etwas krassere Variante und nicht so konvertitenhaft wie das Opus von Fleischhauer (das ich ansonsten sehr mag), hatte ich gedacht. Statt dessen bin ich bei den wirklich Rechten gelandet. Ich merkte das beim Lesen schnell, sprang ans Ende zum Resümee und bin immer noch fassungslos über soviel dummdreiste Bösartigkeit.

Das zweite Buch, ein Roman und frei von politischen Absichten, war nicht minder ekelig, jedenfalls so weit ich gekommen bin. Letzten Sommer gab es eine Autorin, die mit der nahezu endlosen Beschreibung von Neid und Habgier einstieg; dieses Mal erwischte ich eine, die mit ekeligen Liebhabern eröffnete. Spätestens ab Seite 50 sollte man mich dann aber von der Notwendigkeit für die Handlung oder der schriftstellerischen Kunstfertigkeit der Darbietung überzeugt haben. Wenn nicht, kann der Schinken weg.

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