Florilegium

Letztes und vorletztes Jahr war ich zu Advent und Weihnachten als Gemeindepfarrerin ohne Internet und Telefon, Vodafone hatte das damals verbockt und dafür schließlich die fristlose Kündigung bekommen. Ich will’s nicht beschreien, aber mit der Telekom sieht es bisher wesentlich besser aus. Das darf so bleiben, so insgesamt, aber auch für die gesammelten Links:

Nächstes Jahr feiern, bedenken, haareraufen wir 50 Jahre 1968-er Bewegung. Da können wir langsam anfangen uns warmzulaufen. Zuerst mit dem Gedenken an Petra Kelly und Gerd Bastian, deren Tod mittlerweile auch schon 25 Jahre her ist. Ulrike Winkelmann erinnert im Deutschlandfunk daran. Und falls jemand vergessen haben sollte (oder gar nicht wusste), was für ein zweifelhafter Held Che Guevara war, hilft ihm Peter Gaupp in der NZZ auf die Sprünge.

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Schnelle Suppe

Ich koche wirklich gern, ohne großen Schnickschnack, dafür möglichst frisch und in echt. Mein Rezept für Hühnersuppe basiert z.B. darauf, dass man das Suppenhuhn vier Stunden lang kocht. Nur manchmal, vorzugsweise abends, soll es spontan ein schnelles Süppchen sein, ohne Heckmeck. Nach einigen Experimenten hat sich dafür ein Rezept herausgemendelt:

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500 ml Wasser mit gekörnter Brühe (Gemüse, Hühner oder Rindfleisch) aufkochen, ich nehme in etwa das Doppelte der auf dem Etikett vorgeschlagenen Menge.
1 Handvoll Nudeln (ich habe zurzeit Gabelspaghetti) und
1 Handvoll TK-Erbsen in die Brühe werfen und kochen, bis die Nudeln gar sind.
1 Ei mit einer Prise Salz verkleppern, zum Schluss in die Suppe laufen lassen,
ein bis zwei Minuten mitkochen und dann mit der Gabel zerpflücken.
Frischen Schnittlauch, Petersilie und ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle dazugeben und sofort servieren, bevor die Kräuter flupschig werden.

In knapp einer Viertelstunde fertig und ich könnte mich reinlegen.

#Volkstrauerquark, äh -tag

In Darmstadt läuft gerade das Histocamp, engagiert verhashtagt von seinen Teilgeber_innen und offenbar gibt es dort gerade eine Session „Volkstrauerquark“, die den Volkstrauertag kritisch betrachtet: Heldengedenken, wahlweise historische Über- oder Unterfrachtung, männerzentriert, bisweilen extrem rechtslastig, nur von Insidern besucht – was man eben alles an diesem Tag monieren kann.

To make a long story short: Ich habe mich in den letzten Jahren um den Volkstrauertag bemüht, weil ich diesen Tag wichtig finde, nicht nur in seiner Kritisierbarkeit, sondern auch in dem, was er ausdrücken kann. Außerdem nervt mich, dass er vor lauter politischer Korrektheit immer mehr zum Stiefkind unter den Nachdenktagen wird.
In der einen Gemeinde gab es einen Geschichts-Leistungskurs, der jedes Jahr samt Lehrer die Feierstunde am Mahnmal von sich aus mitgestaltete, in der anderen musste meine Ansprache es alleine tun. Für beides gab es positive Rückmeldungen und mag als Idee dienen, was man mit diesem Tag am Denkmal machen kann. Hier meine Ansprache aus dem Jahr 2012:  Weiterlesen

Twitterfavs

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Twitterfavs: Die Reformationsausgabe

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Florilegium

Jetzt hauen alle ihr Resümee zum Reformationsjubiläum raus. Ich nicht, keine Lust. Es ist ja alles gesagt, mittlerweile sogar von jedem. Außerdem geht mir diese versnobte Larmoyanz auf den Wecker, als wären es tatsächlich die Kulturangebote, die in der Lutherdekade zu kurz gekommen wären. Darum hier lieber die Links, die ich besonders mochte. Das hebt die Stimmung und spiegelt meinen Punkt:

Einen großartigen Text schrieb Hanna Jacobs über das „betuliche Frauenbild der alten Reformatoren“, das bis heute wirkt.

Philipp Greifenstein zieht in der Eule Bilanz zum Reformationsjubiläum, wie gewohnt aus linker Perspektive, mit vielen weiteren Links, dezent bösartig und sehr klug.

Klug ist auch, was Schibulska in ihrem Blog historisch entfaltete: „Jede Epoche bekommt das Reformationsfest, das sie verdient.“ Wie wahr.

Mir selbst lag das Thema Luther und der Antisemitismus besonders am Herzen. Rafael Korenzecher hat die Judenfeindlichkeit der evangelischen Kirche von ihrer Gründung an bis heute aufgereiht.

Hannes Leitlein bekommt eine Ahnung, was jenseits dünkeliger Klagegesänge beim Reformationsjubiläum zu entdecken gewesen wäre.

Der Film über Katharina Luther steht noch bis zum 4. November 2017 in der ARD-Mediathek.

Auch Gotthilf Fischer mit seinen Chören kann man gar nicht genug für sein Lutherlied (Auszug) danken. Volksmusik nannte man das früher.

Und weil es mich so berührt hat, noch einmal das in sich gekrümmte Herz.

Update vom 30.10.2017: Offenbar liegen die Texte von Hanna Jacobs und Hannes Leitlein hinter einer Paywall, was mir nicht klar war. Ich bedanke mich daher für den Hinweis von Frank H.-G., denn ich möchte hier (künftig) keine Artikel verlinken, die man nicht frei lesen kann.

Nine of a Day

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Urlaubszeit ist Ausflugszeit ist Museumszeit, darum habe ich mich aufgemacht ins Heinz Nixdorf MuseumsForum, dem größten Computermuseum der Welt.
Groß ist es tatsächlich, so groß, dass mein Besuch eher dazu diente, mir einen Überblick für das nächste Mal zu verschaffen, denn da gehe ich auf jeden Fall wieder hin. Schön ist auch, dass es einen Audio- und Videoguide als App zum Herunterladen gibt. So kann ich einzelne Themen zu Hause vor- oder nachhören, vorausgesetzt ich finde meine Kopfhörer wieder, weil der Ton nur dort heraus kommt, damit man im Museum nicht nervt. Da hat also jemand nachgedacht, was an vielen weiteren Details der Ausstellung zu merken ist und das #HNFPB besonders gastfreundlich macht.

Hier die Fotocollage: Das Gebäude mit dem Springbrunnen davor, erste Station Bistro mit Tee, Keks, Erdbeermousse und Blick auf den japanischen Garten im Innenhof, Lochbänder an einer Jacquardmaschine, die Informatikerin Admiral „Amazing“ Grace Hopper, ganz viele programmierbare Winkekatzen, historische Radios und alte Handys, ein singender Roboter, der Filmzitate konnte, wieder daheim Käse-Lauch-Suppe als Abendessen.