Bis in den Himmel

Gelobt sei Gott, 
der mein Gebet nicht verwirft 
noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Rogate, betet! So lautet der Name des Sonntags und der ganzen Woche, die am 9. Mai beginnt. Denn jedes Gebet, da ist sich Jesus Sirach sicher (Jes Sir 35,16-22a), reicht bis in die Wolken, ja durchdringt sie sogar, bis es schließlich bei Gott ankommt.

Jesus Sirach stellt sich Gott also im Himmel vor. Der ist bekanntlich überall und Gott damit auch. Das war im alten Israel keine Selbstverständlichkeit. Wenn man dort nach oben blickte, um Gott zu suchen, schaute man meistens zum nächsten Berg. Dort, so glaubte man, wohnt ein Gott auf dem Gipfel, kümmert sich ums Wetter, manchmal auch um die Leute und schleudert Blitze.

Wolken über Kloster und Kirche

Es waren die Juden, die damit aufräumten und erklärten, dass Gott mehr als ein Götze auf dem Hügel ist, sondern Himmel und Erde aus dem nichts geschaffen hat und damit gleichsam über allem steht.

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Fischweiber

Das Buch mit Pfingstrosen und Osterkerze.

Fischweiber – so hätte man früher eine feministische Zeitschrift nennen können. Unsere hieß damals Schlangenbrut, das ging vom Sound in eine ähnliche Richtung. Fischweiber stehen für laute, dreiste und dabei sehr gewöhnliche Frauen. „Frech wie ein Fischweib“ sagte Ben Tipton über seine Frau Minna Tipton im „kleinen Lord“, als er sie enttarnte.

Aber erst, seit ich das Buch „Demokratie. Eine deutsche Affäre“ von Hedwig Richter las, weiß ich, dass es die Fischweiber zu Zeiten der Französischen Revolution wirklich gab. Sie waren Marktfrauen ‚aus den Pariser Arbeitervierteln, die nach Versailles zogen, um die Senkung der Brotpreise zu fordern‘.

Doch nicht nur diese Damen hatte Richter im Blick, als sie über die Demokratiegeschichte in Deutschland vom 18. Jahrhundert bis heute schrieb. Sie schaute auf Frauen in allen Epochen und zwar sowohl auf die, deren Leben Richter in ihrem Buch nachzeichnete und einordnete, als auch auf die, deren Forschung sie dabei heranzog. Noch nie ist es mir so aufgefallen, dass Frauen ganz selbstverständlich genannt und beteiligt waren und zwar ohne jedes Tamtam. Es las sich ganz anders als sonst.

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Rindfleisch mit Zwiebeln

Rindfleisch mit Zwiebeln, Vollkornreis und Trümmergurkensalat

Ich bin sonst nicht so rindfleischig. Ab und zu ein Filetsteak (zu Ostern gab’s Wagyu) oder gemischtes Gulasch mit Nudeln und Apfelmus, das war’s eigentlich. Selbst beim Chinesen bestelle ich kein Rind. Darum weiß ich auch nicht, was mich geritten hat, als ich Rindfleisch mit Zwiebeln ausprobieren musste. Das Ganze ist eine Mischung aus mehreren Rezepten, die ich mir im Internet angesehen hatte und ging schließlich so:

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Lieber nicht

Zerknülltes Papier

Lange habe ich nichts mehr für meine Rubrik „Unleserlich“ geschrieben. Dort rezensiere ich Bücher, die mir nicht gefielen, ohne Autor oder Titel zu nennen. Nach fast drei Jahren Pause habe ich drei Stück zum Abhaken dabei:

Das Erste lud ich als Hörbuch herunter. Dass ich es abspielte, ist schon ein Weilchen her. 
Der Autor setzte sich aus konservativer Sicht mit Sprachkritik und politischer Analyse auseinander. In elegantem Stil, gut geschrieben, schön anzuhören, aber inhaltlich völlig ins Kleinklein verstiegen. Da wurden alltägliche, gesprochene Worte nach den Maßstäben eines Romanciers seziert und gängige Sprachmuster zu Geplapper erklärt. 
Mit Argumenten ist es wie mit einer Schraube. Wenn man sie zu fest zieht, dreht sie irgendwann hohl und erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Statt dessen kommen nur noch Sägespäne. Was für ein Nörgelpoet!

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Florilegium

Thomas Hirsch-Hüffells flammende Liebeserklärung für das Abendmahl.

Magdalena Smentana über digitale Gemeinschaft und Frau Juna spinnt den Faden weiter: Digitale Teilhabe.

„Es wird Ostern. So oder so.“ Ja, liebe Inke, das wird es:
Der Herr ist auferstanden. Halleluja!

Wenn Frauen sterben und es im Trauergespräch angeblich nichts Besonderes über sie zu erzählen gibt. Eine Erfahrung, die ich selbst häufig mache: Die Frau ohne Eigenschaften.

Edda schrieb ein großartiges Porträt über die Bäckermeisterin und Unternehmerin Maren Andresen.

Dass Frauen singen, ist gefährlich. Darum wird es in Afghanistan verboten.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Meisten gar nicht wissen wollen, wie es wirklich in den schwierigen Stadtteilen läuft. Wie hier in der Schule, während Corona.

Der neue Weltempfänger, Radiosender aus der ganzen Welt:

Kurz vor Feierabend

Gelobt sei Gott, 
der Vater unseres Herrn Jesus Christus, 
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat 
zu einer lebendigen Hoffnung 
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petr 1,3

Die Feiertage sind rum, die Ferien auch. Zwar geht Ostern nach dem Kirchenkalender bis Pfingsten, doch der Alltag hat uns trotzdem wieder. Die Ostereier sind fast alle aufgegessen und so mancher Schokoladen-Osterhase verschwindet heimlich hinten im Schrank, wo ihn jemand beim Kuchenbacken vielleicht in den nächsten Wochen wiederfindet. 

Steckerlfisch

Auch für die Jünger sind die Feiertage um, die Arbeit ruft. Petrus, Thomas, Nathanael; Jakobus und Johannes Zebedäus sowie zwei weitere Jünger gehen fischen, denn damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt (Joh 21,1-14). 

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