Nine of a Day

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Dass ich Donnerstag bei Bob Dylan war, kann man hier ausführlich nachlesen, jetzt kommen noch die Bilder hinterher:

Im Zug zum ersten Mal die neuen Kopfhörer dabei und den kleinen Vogel, den mir die Wanderfreundin aus ihrer Werkstatt zu Weihnachten gab. Der hat nämlich einen Druckknopf unter dem Flügel, sodass man Kopfhörer- oder Ladekabel um ihn herum wickeln kann, damit sie nicht verheddern. Angekommen im Hotelzimmer und gleich ein Dylan-T-Shirt angezogen. Am Merchandisingstand gab es noch mehr davon, außerdem hatten sie im Krefelder KönigPalast Benediktiner Weißbier im Ausschank. Spätes Foto von den Zugaben, wenn die Ordner nicht mehr so streng sind, anschließend draußen von der Veranstaltungstafel. Ein neues T-Shirt, ein Kopftuch und ein Programmheft erbeutet. Hotelfrühstück am nächsten Morgen mit Rührei, Speck, Tee und O-Saft.

Neulich bei Bob Dylan

Ich war gestern bei Bob Dylan. In Krefeld, weil in Düsseldorf spielt er dieses Jahr nicht. Am Samstag nach Bielefeld wäre natürlich noch besser gewesen, leider fährt von dort abends kein Zug mehr heim und Sonntag muss ich konfirmieren. Man kann in Ostwestfalen zu tollen Sachen gehen, man kommt von dort nur nicht wieder zurück. Bei ZZ Top letztes Jahr in Halle i.W. war ich darum auch nicht.

Also auf an den Niederrhein, ich muss sagen, das war schon eine Show. Am Check in im Hotel standen wir zu fünft, einige hatten ihre Dylan-Shirts bereits an. Ich bin dieses Jahr das dritte Mal dabei, mittlerweile gehöre ich dazu, man erkennt mich als Fangirl auch ohne T-Shirt, ich hab’s erst auf dem Zimmer angezogen.

Das Taxi zum KönigPalast teilte ich mir mit einem älteren Ehepaar. Er mit wolfsgrauen Dreadlocks, sie ein wenig wie Joan Baez. Die Beiden kamen aus Wales und reisen die komplette Tour mit. Dass es das gibt, hatte ich schon öfter gehört, jetzt traf ich zum ersten Mal Leute, die das wirklich machen.

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Nine of a Day

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Die erste Woche Arbeit nach zwei Wochen krank liegt hinter mir. Ich bin noch nicht ganz wieder fit und fing langsam an, wo möglich. Vor einigen Wochen hatte ich mir einen Weber-Grill samt Pizzastein gekauft. Wenn ich am Sonntag halbwegs zurecht bin, so der Plan, wollte ich den endlich einweihen. Also habe ich Samstag nach dem Vorabendgottesdienst einen Hefeteig angesetzt und über Nacht im Kühlschrank verstaut. Am Sonntag ging es dann weiter:

Morgens im Schlafanzug zusammen mit dem #NeoKater auf der Couch, erstmal wachwerden. Zwei Gottesdienste mit Abendmahl standen an, einer hier, ein weiterer im anderen Gemeindebezirk. Dann war es endlich so weit: Der ganz neue Anzündkamin auf dem ganz neuen Webergrill. (Eins kann ich jetzt schon sagen: Anzündkamine sind geil, die gehen ab wie Schmidts Katze.) In der Küche hatte ich bereits eine Pizzastation aufgebaut mit allem, was ich so gebrauchen könnte und draußen auf der Terrasse hatte ich es mir zusammen mit dem #DiätKater ebenfalls nett gemacht. Dann kam Pizza I: Schinken, Salami, Pilze, Zwiebeln und ein Ei, bei Pizza II statt Ei diverse Oliven und Kapern, beide Male dazu Salat. Ich hab’s mir ja nicht vorstellen können, aber die Pizzen vom Grill sind der Hammer: Kross, fluffig, auf den Punkt, da spielen zwei Minuten rauf oder runter keine Rolle. Nächstes Mal noch ein bisschen am Feintuning arbeiten (mehr Salz, weniger Teig), alles tutti, ich bin wirklich begeistert. Zum Schluss eine Ersatzpizza gebacken für später und weil zu viel Teig übrig war, Füße hoch, Buch dazu, fertig.

Bücher, Sätze und ein Wort

„Es war ein ungewöhnlich warmer Sommer, maupinaber die über der East Bay brütende Hitze schickte bereits fahle Nebelfinger bis in die Stadt.“ So lautet der erste Satz vom letzten Buch der von mir heißgeliebten Stadtgeschichten: Armistead Maupin, „Die Tage der Anna Madrigal“, übersetzt von Michael Kellner. Dieser nunmehr neunte Band war bereits letztes Jahr erschienen. Ich hatte ihn noch nicht gelesen, so kam er mir, als ich jetzt die zweite Woche immer noch hustend und nahezu taub im Bett lag, genau richtig. Denn Maupins Art Geschichten zu erzählen, dieser melancholische Humor mit dem Hauch Kittelschürze, ist wie das Pflaster auf dem aufgeschlagenen Knie, der Kakao an einem dunklen Wintertag, das warme Handtuch nach dem Regenguss. Zwei Sätze sind mir besonders hängen geblieben, vom Buchanfang abgesehen, und was eine „Muschi-Decke“ ist, müssen Sie selbst rausfinden. Also: „Teenager revoltierten gegen das Ende der Kindheit, und alte Leute gegen das Ende von allem.“ Und: „Man kann nicht von jemandem geliebt werden, der sich ansonsten nicht für einen interessiert.“ So einfach, so hach!

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Oberschlesische Soleier

Mich hat es in der Karwoche völlig dahingerafft: glasHusten, Fieber, die ganze Palette und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Seit einer Woche liege ich jetzt flach und stehe nur zum Essen kochen bzw. alle paar Tage für die wichtigsten Einkäufe auf. Aber wenigstens die traditionellen Soleier nach dem Rezept meiner sel. Großmutter aus Oberschlesien wollte ich mir machen:

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Florilegium

Heute vor einem Jahr, also vor einem Kirchenjahr, nämlich am Sonntag Lätare, hielt ich meine Bewerbungspredigt und den Bewerbungsunterricht in der hiesigen Gemeinde. Auf der Rückfahrt im Zug ließ ich mein iPad liegen, das ein syrischer Geflüchteter fand und mir zurückgab, ohne Finderlohn nehmen zu wollen. Heute habe ich das in der Predigt erzählt, wie ich damals zurückfuhr und „was dann geschah“: Gelebtes Evangelium, erklärt sich von selbst.

In China fangen sie jetzt an, mit Sozialkreditpunkten zu experimentieren, um das systemkonforme und moralische Verhalten der Menschen zu steuern. Es ist ein Albtraum.

Thomas Hirsch-Hüffell hat noch einmal in einem ausführlichen Blogpost zusammengestellt, was man beim Predigen beachten sollte.

Ende Februar ist der Mathematiker Andrew Ranicki, Sohn von Teofila und Marcel Reich-Ranicki, gestorben. literaturkritik.de veröffentlicht ihm zum Gedenken einen Text Ranickis, in dem er aus seiner Familiengeschichte nach der Schoah erzählt.

Bei ZDF History gibt es noch bis Ende September eine Dokumentation über Udo Jürgens.

Das heutige Florilegium begann mit Lätare und endet auch damit, denn heute ist Kardinal Karl Lehmann gestorben. Ich mochte ihn sehr, weil er über die Erstarrung der katholischen Kirche hinweg wieder auf die Menschen geblickt hat. Christiane Florin beschreibt dies in einem Nachruf.