Effingers

Blick auf das gewollte Chaos auf meinem Wohnzimmertisch: Ein Strauß rosa Tulpen und Rosen in einer braungeriffelten Glasvase, links daneben eine noch nicht angezündete rosa Stumpenkerte, ein Duftstein und meine Brille. Davor das aufgeklappte Taschenbuch mit Titel und Rüclen nach oben. Rechts daneben eine Postkarte von Wandklex mit roten Rosen, die ich als Lesezeichen benutzt habe. Unter dem Buch guckt man iPad mini hervor, in einer zugeklappten, schwarzen Hülle.

Was für ein großartiges Buch! Vor drei Tagen habe ich es zugeklappt und es hat mich immer noch nicht verlassen: Effingers von Gabriele Tergit. Von 1931 bis 1951 geschrieben und dann von vielen nicht gemocht erfuhr Effingers 2019 bei Schöffling eine Neuauflage, ein Jahr später als Taschenbuch bei btb und sucht man es via Hashtag, findet man es seit 2025 auch im Amerikanischen Englisch. Ich bleibe bei der deutschen Ausgabe. 878 Seiten plus Nachwort von Nicole Henneberg plus Stammbaum. Denn Effingers ist eine Familiensaga, eine jüdische noch dazu.

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Vorbereitungen

Bei der Friseurin vor mir auf der Ablage ein kleiner Werbe-Aufsteller mit dem Bild einer langhaarigen Frau, meine Autoschlüssel, mein Oberkörper mit schwarzem Umhang, davor halte ich das Handy.

Die letzte Semesterwoche habe ich in Ruhe hinter mich gebracht. Ich glaube, das lag auch an der RSV-Impfung. Ich war die ganze Woche leicht schädelig und habe sehr fest und sehr viel geschlafen. Dann war Urlaub. Der verlief genau so ruhig. Wobei ich die erste Woche brauchte, bis ich mit Albträumen durch war und auch tagsüber das Hirn ein bisschen freier wurde. Erst nach zehn Tagen war es endlich so weit, dass ich ein Buch zur Hand nehmen und zu Ende lesen konnte.

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Ein Donnerstag im Februar #WmdedgT

Eine Portion Suppe in einer cremefarbenen Schale auf einer Leinenserviette. Auf der Schale liegen ein blautürkises und ein rotes Ess-Stäbchen. Neben der Schale liegt ein chinesischer Suppenlöffel, ebenfalls in türkisblau, in dessen Laffe eine schwarze Winkekatze mit roten Ohren aufgedruckt ist.

Sicherheitshalber hatte ich den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt und die Waschmaschine so programmiert, dass sie etwa eine Viertelstunde vorher ansprang. Meine Klobrille ist nämlich schon wieder kaputt, was dieses Mal nicht an mir lag. Der eine Druckknopf hat sich verklemmt, worauf auf der anderen Seite die Brille abgeplatzt ist. Da war wohl irgendwie Zug drauf, warum auch immer. Jedenfalls sollte zwischen 8:30 Uhr und 12:30 Uhr ein Klempner aus der Handwerksabteilung der Vermieterin erscheinen. Ich machte die Wohnung bereits gestern klar Schiff, damit ich mich heute früh nur besuchsfertig herrichten und die Toilette noch einmal putzen musste. Bereits um 6 Uhr wurde ich wach und drehte meine übliche Reihenfolge um:

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Florilegium

Rita Süssmuth ist gestorben. Sie kämpfte gegen AIDS und für die Würde von daran Erkrankten und damit für selbstbestimmte Sexualität, als das noch nicht so hieß. Sie setzte sich für Frauen ein, nicht nur in der CDU. Darauf, dass sich die Alterspyramide auf den Kopf stellt, wies sie schon vor über 30 Jahren hin, als es Begriffe wie „Generationengerechtigkeit“ und „Nachhaltigkeit“ ebenfalls noch gar nicht gab. Möge ihr das ewige Licht leuchten.

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Mittagessen 1/2026

Foto-Collage der aufgelisteten Mahlzeiten. Eines der Einzelbilder zeigt statt eines Essens den #DiätKater.

Morgen gibt es noch einmal Ossobuco mit Nudeln und Apfelkompott. Sauerkraut mit Schupfnudeln habe ich auch noch eingefroren, dann ist der Monat um. Mit der Beinscheibe weihte ich den neuen Römertopf ein, nachdem ich den vorherigen geschrottet hatte. Mein Highlight diesen Monat war aber das Paradeiskraut. Für die Serviettenknödel bestellte ich extra Knödelbrot, weil man das in Ostwestfalen nicht im Laden kaufen kann. Ich entschied mich für 750 g, das reicht für die nächsten nülfzig Jahre.

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Semesterende

Blick auf den Winkel des Treppenhauses, an dem zwei Wände zusammentreffen. Von der Treppe sieht man dabei nichts. Die linke Wand ist kpmplett knallrot gestrichen und verfügt über zwei quadratische Fenster mit Milchglasscheiben. An der rechten Wand hängt ein modernes, abstraktes Kunstwerk in hellen Blautönen, von dem man hier einen Ausschnitt sieht. Darunter, ebenfalls als Auschnitt, ein Schild zur Orientierung. Das Wort "Kirchengeschichte "ist ganz, die Wörter "Systematische Theologie" und "Philosophie" sind in Teilen zu lesen.
Treppenhaus zum Hörsaal der Sozietät

Die letzte Semesterwoche des Kontaktstudiums ist angebrochen und die letzten Veranstaltungen stehen an. Die Sozietät fand bereits von Freitag auf Samstag statt. Fachlich war sie streckenweise recht interessant, aber das Zeitmanagement ist nicht gut gelaufen. Das fand ich auch deswegen doof, weil es mir gesundheitlich nicht sonderlich ging, sodass ich auf regelmäßige Pausen angewiesen war und am Freitag Abend sogar eher gehen musste. Zumindest am Samstag klappte das Timing besser, aber die Schlussrunde endete für mich trotzdem mit einem Spurt zum Bus, statt mit ein paar persönlichen Worten zum Ausklang in der Gruppe.

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