Iudica

Chickennuggets mit Curry und der "Sonntagsfrage" auf dem Fastenkalender: "Welcher Konflikt blockiert mich schon viel zu lange?"

Als Sonntagsspeise gab es Chickennuggets in Cornflakespanade, dazu ein Curry mit Kichererbsen und Spinat. Die Nuggets schmeckten außen nach Cornflakes und innen nach nichts. Am Mittwoch hatte ich Frikadellen aus selbst gewolfter Hähnchenbrust ausprobiert, die sehr viel besser waren. Experimente mit Nuggets können darum vorerst warten, ich mache erstmal mit Hackbällchen weiter.

Das Curry ist mir hingegen umso besser gelungen, was daran lag, dass es eine spontane Idee war. Folglich hatte ich keine angesagte oder irgendwie original importierte Currypaste zu Hause, sondern nur das übliche, einfache Currypulver aus dem Supermarkt, das ich auch sonst immer nutze. Und das war’s! So schmeckte es gut, jedenfalls meinem gutbürgerlich sozialisiertem Gaumen.

Curry wird es darum auf jeden Fall öfter geben. Ich finde das ein sehr vielseitiges Gericht und hatte mich schon länger gefragt, was ich eigentlich falsch mache, dass es mir nicht gelingt. Jetzt weiß ich es und esse andere Würzmischungen (außer Thaicurry Massamam, das geht) künftig lieber auswärts.

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Laetare

Als Sonntagsspeise gab es Kalbsgulasch, das ich noch eingefroren hatte, dazu Kartoffeln und Möhren vom Blech mit Salat. Die letzten Tage hatte ich abgehakt, ich wollte mit neuem Mut in die Woche starten. Zumal Wolfgang die kirchliche Twitteria am Dienstag Abend auf Zoom zum Plaudern eingeladen hatte. Da ich seit Monaten nicht mehr verabredet war, freute mich sehr darauf und hielt mir den Tag von Zusatzterminen frei. Doch ein Kamikazepilot am Morgen und eine fehlende Absprache am Nachmittag und meine Planung war dahin. Ich kam fix und foxy beim Abendzoom an. Glücklicherweise waren genügend Kollegen und Hauptamtliche da, die mir das nachfühlen konnten, sodass ich Zeit hatte runterzukommen und es doch noch ein schöner Abend wurde.

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Bergfest

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
bleibt es allein;
wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Joh 12,24

Bergfest, Halbzeit – die Hälfte der Fastenzeit ist um. Gott sei Dank! Wobei es schon schnell gegangen ist, ich kann mich kaum noch an Aschermittwoch erinnern. Trotzdem kann Ostern kommen, je eher, desto besser. Ich bin es leid, den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen: Corona,  Schnee, Regen, Winter, Dunkelheit, immer noch Corona… Wenn es draußen heller und wärmer wird, ist es gleich besser und ab heute, wo wir quasi über den Berg sind, können wir jeden Tag mehr darauf hoffen.

Der Sonntag Laetare, auf Deutsch „Freue dich!“ trug deshalb früher die liturgische Farbe Rosa, weil das Violett der Passionszeit mit dem Weiß des Osterfestes bereits durchmischt war. Wer diese Andacht aus der Kirche mitnimmt, bekommt sie daher auf rosa Papier. 

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Oculi

Als Sonntagsessen gab es Ragout aus Kohlrabi und Hühnchen und die Woche ging ohne besondere Vorkommnisse los. Das kippte in der Wochenmitte, was mich am Donnerstag und Freitag ziemlich aus dem Takt brachte. Ursache ist wieder Corona: Die Regeln werden für mein Verständnis erneut zu spät festgelegt. Vorausschauendes Planen wird dadurch von denen verhindert, denen es mit den Öffnungen nicht schnell genug gehen kann und deren Beweggründe mir nicht immer einleuchten, egal auf welcher gesellschaftlichen Ebene. Ich traf also weitere unliebsame Entscheidungen, um meine Beinfreiheit zurückzugewinnen. 

Auch das Fasten lief am Donnerstag und Freitag nur noch sehr mäßig. Keine stimmige Gesamtbilanz, dieses zu wenig, jenes zu viel. Wobei ich versucht habe, wenigstens einigermaßen am Ball zu bleiben, aber im Stress verliere ich einfach meinen Rhythmus. Ich hoffe, dass es jetzt wieder besser wird. Vierte Woche um.

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes. Lk 9,62

Reminiscere
Invocavit
Esto mihi

Reminiscere

Das war eine merkwürdige Woche. Dabei fing sie zuerst ganz entspannt an. Es gab Kalbsgulasch mit Bohnensalat und in Butter geschwenkten Drillingen als Sonntagsessen. Dann fiel mir abends ein, dass ich sieben Jahre rauchfrei war, ohne jeden Rückfall, nicht einmal dran gezogen. Das ging von Anfang an leichter, als ich als leidenschaftliche Kettenraucherin das jemals vermutet hätte. Aber erst seit zwei Jahren ist es mir nahezu völlig egal. So Gott will und ich lebe, „dürfte“ ich allerdings in 20 Jahren wieder anfangen, sofern es nicht vorher schon einerlei sein sollte.

Am Montag und Dienstag merkte ich, dass ich jetzt im Fasten angekommen bin. Der Anfangselan ist weg und auch körperlich spüre ich Veränderungen. Ich bin mittlerweile mit meiner Entscheidung, nicht das volle Programm zu fahren, sehr zufrieden. Gleichzeitig schält sich die Aufgabe der diesjährigen Fastenzeit heraus: Obwohl ich für die Pausen und die Freiheit dankbar bin, wäre der Komplettverzicht einfacher gewesen. Das klingt widersprüchlich und das ist es auch, weil es bedeutet, das Feld zwischen Gelassenheit und Perfektionismus auszutarieren, also die Grautöne zwischen schwarz und weiß. Das finde ich anstrengend. 

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Twitterfavs

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Invocavit

Die Woche begann am Sonntag mit Sonnenschein und dem ersten Mittagessen des Jahres auf dem Balkon: Schweinelende mit überbackenem Brokkoli. Montag machte der Bogenparcours wieder auf und als Dienstag Morgen eine Sitzung ausfiel, bin ich direkt hin. Eine Stunde ganz piano angefangen, lange eingeschossen und dann die kleine Runde. Ich habe mich zum ersten Mal seit Monaten draußen an der frischen Luft bewegt, es war wunderbar! Danach aß ich einen Teller Linsensuppe und musste erstmal eine Stunde ins Bett. Ich war völlig erledigt.

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