
Normalerweise habe ich in der hiesigen Gemeinde ein bis zwei Beerdigungen im Monat. Kommt eine dritte dazu, ist es schon viel. Das kenne ich aus anderen Gemeinden, in denen ich gearbeitet habe, auch anders. Aber hier ist es so und ich bin seit fast fünf Jahren mit meiner Aufgabenverteilung darauf eingestellt. Als ich trotzdem bei fünf Bestattungen ankam, dachte ich darum, die Spitze wäre erreicht und es würde schon werden. Pustekuchen. Sieben Trauerfeiern in fünf Wochen kamen schließlich zusammen, die sonst in vier bis fünf Monaten aufgelaufen wären. Ich bin mittlerweile völlig gar gekocht. In der letzten Woche sagte ich daher alles ab, was ich nicht noch unbedingt machen musste. Dazu gehörten auch Seelsorgegespräche, was mir besonders leid tat, doch ich kriegte nichts mehr in den Kopf. Glücklicherweise habe ich überall viel Verständnis und Unterstützung von den Haupt- und Ehrenamtlichen um mich herum erfahren. Die eine Person, die einen Flunsch zog, bestätigte als Ausnahme die Regel, fand sich aber damit ab.
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