Angrillen mit dem neuen Grill

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Die erste Woche Arbeit nach zwei Wochen krank liegt hinter mir. Ich bin noch nicht ganz wieder fit und fing langsam an, wo möglich. Vor einigen Wochen hatte ich mir einen Weber-Grill samt Pizzastein gekauft. Wenn ich am Sonntag halbwegs zurecht bin, so der Plan, wollte ich den endlich einweihen. Also habe ich Samstag nach dem Vorabendgottesdienst einen Hefeteig angesetzt und über Nacht im Kühlschrank verstaut. Am Sonntag ging es dann weiter:

Morgens im Schlafanzug zusammen mit dem #NeoKater auf der Couch, erstmal wachwerden. Zwei Gottesdienste mit Abendmahl standen an, einer hier, ein weiterer im anderen Gemeindebezirk. Dann war es endlich so weit: Der ganz neue Anzündkamin auf dem ganz neuen Webergrill. (Eins kann ich jetzt schon sagen: Anzündkamine sind geil, die gehen ab wie Schmidts Katze.) In der Küche hatte ich bereits eine Pizzastation aufgebaut mit allem, was ich so gebrauchen könnte und draußen auf der Terrasse hatte ich es mir zusammen mit dem #DiätKater ebenfalls nett gemacht. Dann kam Pizza I: Schinken, Salami, Pilze, Zwiebeln und ein Ei, bei Pizza II statt Ei diverse Oliven und Kapern, beide Male dazu Salat. Ich hab’s mir ja nicht vorstellen können, aber die Pizzen vom Grill sind der Hammer: Kross, fluffig, auf den Punkt, da spielen zwei Minuten rauf oder runter keine Rolle. Nächstes Mal noch ein bisschen am Feintuning arbeiten (mehr Salz, weniger Teig), alles tutti, ich bin wirklich begeistert. Zum Schluss eine Ersatzpizza gebacken für später und weil zu viel Teig übrig war, Füße hoch, Buch dazu, fertig.

Bücher, Sätze und ein Wort

„Es war ein ungewöhnlich warmer Sommer, maupinaber die über der East Bay brütende Hitze schickte bereits fahle Nebelfinger bis in die Stadt.“ So lautet der erste Satz vom letzten Buch der von mir heißgeliebten Stadtgeschichten: Armistead Maupin, „Die Tage der Anna Madrigal“, übersetzt von Michael Kellner. Dieser nunmehr neunte Band war bereits letztes Jahr erschienen. Ich hatte ihn noch nicht gelesen, so kam er mir, als ich jetzt die zweite Woche immer noch hustend und nahezu taub im Bett lag, genau richtig. Denn Maupins Art Geschichten zu erzählen, dieser melancholische Humor mit dem Hauch Kittelschürze, ist wie das Pflaster auf dem aufgeschlagenen Knie, der Kakao an einem dunklen Wintertag, das warme Handtuch nach dem Regenguss. Zwei Sätze sind mir besonders hängen geblieben, vom Buchanfang abgesehen, und was eine „Muschi-Decke“ ist, müssen Sie selbst rausfinden. Also: „Teenager revoltierten gegen das Ende der Kindheit, und alte Leute gegen das Ende von allem.“ Und: „Man kann nicht von jemandem geliebt werden, der sich ansonsten nicht für einen interessiert.“ So einfach, so hach!

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Oberschlesische Soleier

Mich hat es in der Karwoche völlig dahingerafft: glasHusten, Fieber, die ganze Palette und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Seit einer Woche liege ich jetzt flach und stehe nur zum Essen kochen bzw. alle paar Tage für die wichtigsten Einkäufe auf. Aber wenigstens die traditionellen Soleier nach dem Rezept meiner sel. Großmutter aus Oberschlesien wollte ich mir machen:

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Florilegium

Heute vor einem Jahr, also vor einem Kirchenjahr, nämlich am Sonntag Lätare, hielt ich meine Bewerbungspredigt und den Bewerbungsunterricht in der hiesigen Gemeinde. Auf der Rückfahrt im Zug ließ ich mein iPad liegen, das ein syrischer Geflüchteter fand und mir zurückgab, ohne Finderlohn nehmen zu wollen. Heute habe ich das in der Predigt erzählt, wie ich damals zurückfuhr und „was dann geschah“: Gelebtes Evangelium, erklärt sich von selbst.

In China fangen sie jetzt an, mit Sozialkreditpunkten zu experimentieren, um das systemkonforme und moralische Verhalten der Menschen zu steuern. Es ist ein Albtraum.

Thomas Hirsch-Hüffell hat noch einmal in einem ausführlichen Blogpost zusammengestellt, was man beim Predigen beachten sollte.

Ende Februar ist der Mathematiker Andrew Ranicki, Sohn von Teofila und Marcel Reich-Ranicki, gestorben. literaturkritik.de veröffentlicht ihm zum Gedenken einen Text Ranickis, in dem er aus seiner Familiengeschichte nach der Schoah erzählt.

Bei ZDF History gibt es noch bis Ende September eine Dokumentation über Udo Jürgens.

Das heutige Florilegium begann mit Lätare und endet auch damit, denn heute ist Kardinal Karl Lehmann gestorben. Ich mochte ihn sehr, weil er über die Erstarrung der katholischen Kirche hinweg wieder auf die Menschen geblickt hat. Christiane Florin beschreibt dies in einem Nachruf.

Digging Deep

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Im Heinz Nixdorf MuseumsForum wurde vorgestern die Sonderausstellung „Digging Deep. Depotschätze in Szene gesetzt“ eröffnet. In sechs thematischen Räumen werden alte Schätzchen für Büro und Computer gezeigt, die sonst in der Dauerausstellung nicht zu sehen sind – das Ganze in einem künstlerischen Setting, das mir nicht nur gut gefiel, sondern dessen warme Ausleuchtung bei dunklem Hintergrund meine Augen sehr entspannte. Die Themenräume sind eher klein und darum außerdem angenehm zu betrachten, genau richtig, nicht zu viel. Meine Highlights waren die Flops der IT und die Computerspiele von früher, die man auf den zugehörigen zeitgenössischen Geräten tatsächlich spielen konnte.

Der Tag begann mit einem späten Frühstück aus Schmalzbroten, Pfefferbeißern und Gewürzgurken. Erst am frühen Nachmittag kam ich am Museum an, das über dem Eingang auf einem Banner für die Sonderausstellung warb. Der Ausstellungsflur wirkte zuerst wie ein dunkler futuristischer Tunnel, von dem die einzelnen Themenräume links und rechts abgingen. Drei Exponate fotografierte ich: Einen Nixdorf Beistelldrucker, das ist ein Nadeldrucker aus dem Jahr 1976, groß wie eine Flurkommode und ausgelegt für zwei parallele, aber unterschiedliche Formulararten. Dann ein Nixdorf Digifon, eine Art Festnetzsmartphone von 1987, und schließlich ein Computerspiel, das ich noch als Kind gespielt habe: Man ist eine Art Panzer in Form einer Tellermine und beschießt sich mit einer Phalanx unterschiedlicher Monster oder Wesen (kann sein, es ist Galaga, ich vergaß zu fragen). Das vierte Bild aus dem Museum bin ich am Schreibtisch der historischen Selfiewand, wo mich freundlicherweise ein junger Mann fotografierte. Auf der Rückfahrt beleuchtete die untergehende Sonne den Großen Viadukt. Wieder zu Hause gab es Maishähnchen mit Drillingen aus dem Römertopf, dazu Feldsalat.

Die Ausstellung Digging Deep geht noch bis zum 5. August 2018. 

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