Esto mihi

Dass ich im letzten Jahr nicht fasten würde, stand außer Frage: Auszeit, Stellenwechsel, Umzug, Corona – der Supervisor brauchte gar nichts anzumahnen, mir war das auch so klar und Selbstbesinnung hatte ich ebenfalls genug. Also im Unnormalen auf Normalkurs weiter, mit glücklicher Landung in der neuen Stadt und to make a long story short, immer noch Corona. Zusammen mit der OP im November und hinzugerechnet dem kleinen, vorbereitenden Eingriff im September aber seit nülf Monaten ohne Sport und mittlerweile überhaupt im Verharrungszustand.

Weiterlesen

Was bisher geschah

Am Montag wies mich eine katholische Kollegin auf die Kreuzwegandacht im Gotteslob und eine moderne Fassung in der Fastenaktion von Misereor hin. Ich hatte sie danach gefragt, weil ich für Karfreitag zur Todesstunde Jesu einen Kreuzweg von der Kirche über den angrenzenden Friedhof plane.
Hier finden nach wie vor keine Präsenzgottesdienste statt, aber falls in der Heiligen Woche wieder etwas geht, werden wir trotzdem noch auf vieles Rücksicht nehmen müssen. Der Kreuzweg wäre auf jeden Fall an der frischen Luft, ohne ein Behelfs- oder Alternativprogramm zu sein.

Denn das ist die Lehre, die ich aus der Vollbremsung kurz vor Weihnachten gezogen hatte, die sicherlich mit zu dem schlimmsten gehört, das ich bisher in meiner Dienstzeit erlebt habe. Wir waren mit den Vorbereitungen für zwei Outdoor-Christvespern im Wesentlichen fertig und ich hatte da schon den steigenden Druck gespürt, ohne ein Ventil dafür zu finden. Am 11. Dezember hob Laschet endlich die Fahne, am 16. Dezember gab die Landeskirche sehr, sehr spät, aber Gottlob sehr deutlich die Empfehlung, keine Präsenzgottesdienste mehr zu feiern und am 17. Dezember stimmte dem das Presbyterium zu. Derweil hoben wir, angeleitet von einer Kollegin im Pfarrteam, Plan B aus der Taufe, während eine Beerdigung auf die nächste folgte. Dieser Druck, weil man nach bestem Wissen und Gewissen kaum zwei Wochen vor Heiligabend überzeugt ist, keine Weihnachtsgottesdienste mehr anbieten zu können, ohne zu wissen, ob man dafür Rückhalt und alles weitere Erforderliche bekommt, der war schon irre, auch wenn es schließlich glücklich endete:

Weiterlesen

Hinauf

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem,
und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten
von dem Menschensohn.

Lk 18,31

Nach Jerusalem geht es immer aufwärts. „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem“, so fängt der Wochenspruch an und so steht es in der ganzen Bibel. Nach Jerusalem geht es immer hinauf, nach oben. Und wie meist in der Bibel hat das nicht nur geschichtliche oder geographische, sondern auch geistliche Gründe. Jerusalem steht oft für den Höhepunkt und das Zentrum einer Geschichte oder eines Ereignisses und das himmlische Jerusalem, das wir dereinst erwarten, sowieso.

Aber der Weg dahin ist dieses Mal das Interessante. Denn am Mittwoch beginnt die Passionszeit, die Leidenszeit Jesu, die zum Kreuz und schließlich zur Auferstehung führt. 

Sie wird auch Fastenzeit genannt, weil viele Christ:innen die Wochen von Aschermittwoch bis Ostern nutzen, um auf etwas zu verzichten. Manche trinken keinen Alkohol oder essen keine Schokolade, andere gucken kein Fernsehen und wieder andere drehen den Spieß um: Sie verzichten auf nichts, sondern nehmen sich etwas Besonderes vor, z.B. jeden Tag eine Viertelstunde Sport zu treiben oder in der Bibel zu lesen, vielleicht sogar beides.

Weiterlesen

Florilegium

Ich begann diesen Post mit einem Tweet zu den Capitol Riots, auf dem ein Foto mit dem Text „Ein Bild für die Ewigkeit“ zu sehen war. Leider wurde der Tweet mittlerweile gelöscht. Das Bild fand ich noch einmal hier. [Überarbeitet am 13.04.2021]

Wie Hans Rosenthal die Schoah überlebte.

Die sächsische Landeskirche auf Spurensuche:
Was ist rechtsradikal?

Sebastian über Rassismus und Machtdifferenz:
Du darfst nur nicht mitspielen.

Die Gegenargumente scheinen mir ausreichend bekannt. Hier nun, was für eine Geschlechtsangleichung im Kindes- und Jugendalter spricht.

Sabine Töpperwien macht Feierabend.

Obama über Wokeness und Ambiguitätstoleranz. (Fällt es eigentlich nur mir auf, dass das an Jugendliche gerichtet ist, aber sich Erwachsene angesprochen fühlen?)

Twitterfavs

Weiterlesen

Florilegium

Christiane Florin fragt sich, ob katholische Würdenträger an Weihnachten keine anderen Sorgen haben.

Hedwig Richter schreibt bei der BPB über Frauen in der Demokratiegeschichte und ich muss es selbst noch lesen.

Jeden dritten Tag tötet ein Mann seine Partnerin.
Kristina F. Wolff zählt Femizide in ihrem Twitteraccount

Ein Biopic über Luise F. Pusch.

Odetta Holmes wäre am 31. Dezember 90 Jahre alt geworden: Königin des Folk.