Hinter der Ziellinie

Der #DiätKater liegt in Rückenansicht auf dem Bett und schaut aus dem geöffneten fenster ins Grüne.

Den Beginn der Sommerferien erreichte ich nach dem überbordenden Pflichtprogramm der letzten Monate wie ein Ziel. Alles Konzeptionelle, jede Planung musste bis dahin hintanstehen. Dabei sind sie genauso notwendig. Doch ich war völlig im Operativen versunken. Kaum von dort wieder aufgetaucht verschwand ich Donnerstag Abend drei Stunden in einem konzeptionellen Kaninchenbau und habe es sehr genossen. Platz zum Denken ist wie Raum zum Atmen.

Darum halte ich mich gerade wieder sehr an das, was ich in meiner Auszeit im Kloster gelernt habe. Das freie Wochenende mit Vertretung, das durch meine AU ausgefallen war, holte ich gestern und heute nach. Diese Strenge wird zwar irgendwann wieder aufweichen, aber erst ein paar Lernkurven später.

Von denen gibt es aktuell in meinem Leben einige, das hat der Supervisor hervorgehoben. Mir fällt vor allem auf, dass ich zum ersten Mal seit Jahren nicht nur dienstlichen, sondern auch Freizeitstress habe bzw. hätte, wenn ich meine Pläne so umsetzen würde, wie sie mir im Moment durch den Kopf gehen. Nun war ich kürzlich krank und musste erstmal wieder zurück an die Arbeit, weswegen ich den Freizeitbereich größtenteils ausgespart hatte. Doch ab nächste Woche fange ich auch damit wieder an. Mal sehen, ob es wirklich so viel ist, wie ich mir ausmale.

Immerhin ging ich letzten Samstag zu einem Foto-Workshop, in dessen Praxisteil mich die Hitze fast von den Füßen holte. Das war nervig, auch wenn ich dadurch verstanden habe, dass das wohl die Nebenwirkung eines Medikamentes ist. Ich konnte im Sitzen weiter zuhören und habe darum zum Glück nicht viel verpasst. Doof war es trotzdem, denn der Workshop war ausgesprochen gut, mit einem tollen Dozenten. Heute bin ich nach einer Woche Abstand noch einmal durchgegangen, was wir gelernt haben und habe ein paar Probefotos geschossen. Solche Bilder müssen nicht schön sein, auch das haben wir gelernt, sondern es muss das möglichst richtig drauf sein, was man üben wollte. Ich hätte die durchgezeichneten Schwarztöne des #DiätKaters trotzdem lieber auf der Fensterbank präsentiert statt davor. Vermutlich wird er sich dort hinsetzen, sobald ich den Post veröffentlicht habe.

Dann maile ich seit einer Woche mehrmals täglich mit WordPress hin und her, weil der Ava und die Bilder meines Blogs bei denen im Netzwerk-Cashing hängen geblieben sind und nicht mehr richtig angezeigt wurden. Da ich keinen Shop habe und wohl auch, weil ich in Deutschland wohne, ist wegen des Wochenendes gerade Pause. Aber wir sind so gut wie fertig, sodass ich hoffe, dass wir Montag oder Dienstag mit allem durch sind.

Dienstlich werde ich in den kommenden Wochen die Aufgaben des zweiten Halbjahrs vorbereiten und darf in mehreren Arbeitsbereichen die Inkompetenz anderer Leute auslöffeln. Ein weiterer meiner früheren Mobber ist jetzt in den Ruhestand gegangen. Nach mir hat er es noch bei weiteren Frauen versucht, doch die haben sich zusammengetan und sich gemeinsam gewehrt. Das hat ihm nach einer langen Karriere des Bullying mit vielen Betroffenen schließlich das Handwerk gelegt. Noch eine Täterin ist ebenfalls in Rente, einer ist tot, zwei sind noch im Dienst. Flying Monkeys werden nicht mitgezählt.

Im Anschluss an den Foto-Workshop hatte ich eine Goldene Hochzeit, wo ich wegen meines Kreislaufs sicherheitshalber während der Lieder Kekse aß und für alle Fälle einen Stuhl neben dem Ambo stehen hatte. Doch es ging alles gut. Besonders schön war, dass sich die Goldbraut am Schluss „Ich bin wie du“ von Marianne Rosenberg auf der Orgel gewünscht und den Text dazu ausgeteilt hatte. Tatsächlich sangen alle mit! Mittlerweile bin ich seit fünf Jahren in dieser Gemeinde, immer noch ist sie mir Freude und Trost gleichermaßen.

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