Florilegium

Und denke so: Wohlan, der Feind hat uns durch Gottes Zulassen Gift und tödliche Ansteckung hereingeschickt. So will ich zu Gott bitten, daß er uns gnädig sei und es abwehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, wenn man mich nicht braucht, damit ich mich selbst nicht vernachlässige und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiftet und angesteckt werden und ihnen so durch meine Nachlässigkeit eine Ursache des Todes entsteht. Will mich allerdings mein Gott haben, so wird er mich wohl finden; so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Leute Tod schuldig. Wenn aber mein Nächster mich braucht, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Sieh, das ist ein rechter, gottfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn oder frech ist und auch Gott nicht versucht.

Martin Luther, Ob man vor dem Sterben fliehen möge (WA 23,338ff)
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Seit Januar habe ich die Lesezeichen nicht ausgemistet. Also erstmal zwei Stunden alles Mögliche quergeguckt und dann mit der Löschtaste kräftig grundgereinigt. Einiges wollte ich aber behalten, davon vieles noch nicht (ganz) durchgelesen. Das steht jetzt hier.

Angefangen damit, dass im Herbst eine überregionale Pfarrkonferenz zum Thema digitales Abendmahl droht, zu der man einen der bekanntesten Kritiker desselbigen als Referenten eingeladen hat. Ich weiß nicht, ob ich da wirklich hingehe, ich ertrage diese Unbeweglichkeitsrituale nur sehr schwer.
Aber bis Herbst ist ja noch ein bisschen hin und für alle Fälle sammle ich schonmal ein paar Links, drei davon von theonet.de, dem Blog von Ralf-Peter Reimann (danke und sorry, Ralf-Peter):

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Rolf erklärt die Probleme der Kirche mit dem Internet und mit sich selbst.

Auch Antje Schrupp sieht die Lage kritisch: „Pech gehabt, Kirche.“

Als wir uns kennenlernten, war er Mitarbeiter. Heute leitet Andreas die AIDS-Hilfe Hagen, deren Telefonnummer ich noch immer auswendig kann: „AIDS ist auch nicht mehr das, was es mal war.“

Eva, der Apfel und die Lust (und Albrecht Dürer).

Lasst Gott mit Sex in Ruhe!

Die sprechende Vulva im Kloster Melk.

Genial daneben mit genialen Kirchenfragen.

Hermann Leopoldi komponierte das Lied vom Schnucki und singt es vor:

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Kindesmissbrauch im protestantischen juste Milieu der Reformpädagogik. Dreckspack.

Juden, Christen und Muslime im Hospiz St. Louis in Jerusalem. Spoiler: Sie verstehen sich prima, es sind die Nicht-Religiösen, die Schwierigkeiten machen.

Tattoos im Christentum, selbst Heinrich Seuse!

Fünfzig Frauen arbeiteten am Bau des Petersdomes mit.
Francesca Bresciani gestaltete den Tabernakel.

Für Leute, die finden, bei der Arbeit käme es vor allem auf Sinn und nicht aufs Gehalt an, hat Martin Gommel einen Vorschlag: Mach doch meinen Job!

Was es für Frauen bedeutet, dass die Welt von Männern für Männer designt wurde: Gender data bias. (Schweizerdeutsch mit hochdeutschen Untertiteln.)

Lexikon Evangelisch – Deutsch, man weint vor Lachen oder umgekehrt.

How to make a Schrumpfkopf. (Twitter Thread, englisch.)

Und die Fußball-WM ist auch noch nicht um:

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Den Frühling beschließen und Ostern gleich mit: Das Osterparadox.

Sexuelle Gewalt (CW!) während der Kreuzigung Jesu und den Martyrien der Heiligen; man ist diese Geschichten so gewohnt, dass es einem gar nicht (mehr) auffällt.

Margarete Stokowski hat die wichtigsten Basics zusammengetragen: Wie können Männer Feministen sein?

Esther erinnert sich an Notre Dame.

Joana kann super spucken, findet das aber ekelig oder sexy oder beides.

Worauf wir in der Passionszeit warten oder wo „Blowin‘ in the Wind“ herkommt:

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Der Isenheimer Altar wird neu aufgebrezelt.

Klingende Toleranz – ein Konzert in der Leipziger Synagoge von 1926 wurde neu aufgenommen.

Pfarrer aus der DDR, die in den Westen gegangen waren, bekamen dort von dünkeligen Kirchenregimentern Berufsverbot.

Altbischof Wolfgang Huber mokierte sich auf und über Twitter und als die #digitaleKirche mit ihm darüber reden möchte, reagiert er nicht. Philipp Greifenstein bringt den Ärger auf den Punkt – Troll emeritus:

Die Kirchenblase auf Twitter ist einigermaßen entsetzt ob der altbischöflichen Einlassungen, die durch keine weitere Diskussion konkretisiert wurden. Aus den zahlreichen Diskussionen im Anschluss an seinen Tweet hat sich Huber bislang fein säuberlich rausgehalten. Er führt sich genauso auf, wie er es in seiner Fundamentalkritik den Nutzer*innen des Sozialen Netzwerks vorwirft: Er geht Menschen aus dem Weg.

John Lennon parodiert Bob Dylan:

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Heinrich Detering hat gestern beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken einen Impulsvortrag „Zur Rhetorik der parlamentarischen Rechten“ gehalten. Detering ist Bob-Dylan-Fans als feinsinniger und präziser Biograph und Exeget bekannt. Mit derselben Genauigkeit schaute er sich die Wortwahl der Rechten an.

Stefan Schaedes 94 Thesen zu Gott und Kirchenleitung.

Wir sollten wieder mehr Schleiermacher lesen.

Die Eule blickt auf die EKD-Synode zurück und lud sich dazu Gäste ein.

Wo war Bob Dylan vorgestern: