Ostersonntag im April #WmdedgT

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

Mein Ostergabentisch mit Blumenstrauß und brennender Osterkerze. Dazu außerdem: Eine Flasche Dornfelder Rotwein (trocken), eine Eintrittskarte zu Till Brönner, ein Glas Soleier, ein Milka-Lotus-Osterhase, fünf Schokokrokanteier von Lindt.

Ich war heute dran mit Gottesdienst und wachte erst auf, als um sieben der Wecker klingelte. Das passiert mir relativ selten. Entsprechend schnell stand ich auf, um in Schwung zu kommen, denn ich war völlig verstrahlt. Ich schaltete den Wasserkocher ein und lüftete, dann trank ich eine große Tasse Tee. Später frühstückte ich eine kleine Schnitte mit Kasseleraufschnitt. Nach den üblichen Verrichtungen fuhr ich zur Kirche, überpünktlich traf ich dort ein. Der Posaunenchor spielte und wir würden Abendmahl feiern. Darum wollte ich für die Vorbereitungen etwas mehr als die übliche halbe Stunde Zeit haben.

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Kissen im Kreuz

Blick auf den Fahrersitz meines Autos. Dort liegt ein fliederfarbenes, fluffiges Kissen von der Größe eines Sofakissens, auf dem ein moppeliges, kaugendes Einhörn abgebildet ist. Darüber steht in weißer Schrift "Kekfe? Welfe Kekfe?"

Die letzte Woche zu Hause ist wie im Flug vergangen. Wirklich krank fühlte ich mich nicht, schon genesen aber auch nicht. Das führte zu zwei Kompromissen: So konnte ich meinen üblichen Wochenrhythmus in einer Schmalspurversion beibehalten, auf dass ich nicht völlig unvorbereitet in die nächste Woche starte und auf jeden Fall starten möchte. Gleichzeitig haben der Hausarzt und ich mit Blick auf mein Gesamttableau und meine Schmerzmittelschlechtverträglichkeit überlegt, dass ich mit Hausbesuchen und Beerdigungen erst nach Ostern wieder anfange. Beim Autofahren stecke ich mir so lange ein fluffiges Kissen ins Kreuz, das mir Frau K. einmal vor Jahren geschenkt hat und von dem ich mich nicht trennen kann.

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Mit dicker Backe

Mein Krankenbett mit zerwühlter Bettdecke, im Hintergrund das geöffnete Fenster mit Sicherheitsbalkongitter und dem schemenhaften Blick auf den Teutoburger Wald. (Aus meiner Reihe: Geöffnetes Fenster am Morgen.)

Kürzlich sollte ich im Internet aus einer Einsamkeit gerettet werden, die ich gar nicht empfinde. Das gab hinter den Kulissen einen größeren Aufriss, zumindest bis ich meine vermeintliche Rettungsbedürftigkeit verstanden hatte. Außerdem sollte ich einsehen, dass es als unhöflich gilt, darauf hinzuweisen, dass Nazivergleiche in nahezu allen Fällen kompletter Mist sind. Das hat mir ebenfalls nicht eingeleuchtet. Manchmal wundert man sich, wenn es endet, wo es endet.

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Ein Donnerstag im März #WmdedgT

Ein großer, dunkler Baum, dahinter der See und dahinter das hügelige Ufer mit Laubwald noch ohne Laub. Das Alles im milden, warmen Licht der Abendsonne.

Im letzten Monat ging es darum, dass ich auf den Klempner wartete, weil meine Klobrille kaputt gegangen war. Heute sollte er endlich die neue bringen. Wieder hatte ich sicherheitshalber den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt. Wie beim letzten Mal wäre das nicht nötig gewesen, denn ich wurde viel früher wach. Ich stand also rechtzeitig auf, putzte noch einmal das Klo, zog mich an, setzte Tee auf und stellte mir die Kanne um Punkt 8 Uhr auf den Schreibtisch. Tatsächlich traf der Klempner dieses Mal schon um 8:25 Uhr ein. Eine halbe Stunde später war er wieder weg und ich frühstückte ein Brot mit Geflügel-Paprika-Lyoner und später ein Stückchen Mettwurst.

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Vorbereitungen

Bei der Friseurin vor mir auf der Ablage ein kleiner Werbe-Aufsteller mit dem Bild einer langhaarigen Frau, meine Autoschlüssel, mein Oberkörper mit schwarzem Umhang, davor halte ich das Handy.

Die letzte Semesterwoche habe ich in Ruhe hinter mich gebracht. Ich glaube, das lag auch an der RSV-Impfung. Ich war die ganze Woche leicht schädelig und habe sehr fest und sehr viel geschlafen. Dann war Urlaub. Der verlief genau so ruhig. Wobei ich die erste Woche brauchte, bis ich mit Albträumen durch war und auch tagsüber das Hirn ein bisschen freier wurde. Erst nach zehn Tagen war es endlich so weit, dass ich ein Buch zur Hand nehmen und zu Ende lesen konnte.

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Ein Donnerstag im Februar #WmdedgT

Eine Portion Suppe in einer cremefarbenen Schale auf einer Leinenserviette. Auf der Schale liegen ein blautürkises und ein rotes Ess-Stäbchen. Neben der Schale liegt ein chinesischer Suppenlöffel, ebenfalls in türkisblau, in dessen Laffe eine schwarze Winkekatze mit roten Ohren aufgedruckt ist.

Sicherheitshalber hatte ich den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt und die Waschmaschine so programmiert, dass sie etwa eine Viertelstunde vorher ansprang. Meine Klobrille ist nämlich schon wieder kaputt, was dieses Mal nicht an mir lag. Der eine Druckknopf hat sich verklemmt, worauf auf der anderen Seite die Brille abgeplatzt ist. Da war wohl irgendwie Zug drauf, warum auch immer. Jedenfalls sollte zwischen 8:30 Uhr und 12:30 Uhr ein Klempner aus der Handwerksabteilung der Vermieterin erscheinen. Ich machte die Wohnung bereits gestern klar Schiff, damit ich mich heute früh nur besuchsfertig herrichten und die Toilette noch einmal putzen musste. Bereits um 6 Uhr wurde ich wach und drehte meine übliche Reihenfolge um:

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