Dann eben nicht

Wie in der Bildunterzweile beschrieben. Durch den Filter im Stil von Badezimmer-Glas kann man den Text nicht lesen und Nuhrs Foto auf dem Ticket nur schemenhaft und nicht als Person erkennen.
Brief und Ticket wie hinter Strukturglas.

Am Sonntag Abend ist Dieter Nuhr in der hiesigen Stadt aufgetreten. Ich hatte eine Karte, schon lange gekauft, aber ich bin nicht hin. Ich kam mit seinem Spruch im Juni über Femizide und dessen Täter-Opfer-Umkehr nicht klar und mit Nuhrs fehlender Einsicht auch nicht: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr vielleicht einfach erstmal kennenlernt.“

Weiterlesen „Dann eben nicht“

Die Möhrenpredigt

Eine große, kreisrunde Platte in deren Mitte eine Glaschale Dattel-Curry-Dip mit Petersiliendeko steht. Rund um dieses Schlächen sind gekochte Möhren angeordnet, mit der Spitze Richtung Dip und am Ende mit einem Rest Grün.

Bei größeren Gottesdiensten, wie zu den Konfirmationen oder zum Gemeindefest, stelle ich den Gottesdienst gerne unter ein bestimmtes Motto. Das leite ich meistens aus dem Predigttext ab, wenn wir Thema und Bibeltext nicht in einer Vorbereitungsgruppe gemeinsam aussuchen. Bei der Gemeinde kommt das immer gut an, weil es wie ein roter Faden ist, an dem entlang die Gottesdienstbesucher:innen einen Zugang finden können.

Weiterlesen „Die Möhrenpredigt“

Punktlandung

Ein Bund Möhren auf dem Taufstein.

Heute fanden die Jubiläumskonfirmationen statt und es hat alles gut geklappt. Meine Erleichterung ist entsprechend groß. Als ich die Feier in der Gemeinde vor zwei Jahren zum ersten Mal alleine durchführte, weil der angestammte Kollege in Rente war, wurde es eine organisatorische Katastrophe. Ich machte mir viele Notizen und war heilfroh, als durch eine etwas unkonventionelle Urlaubsplanung der Springer den Sonntag letztes Jahr übernahm. Sicherheitshalber hatte ich an mehreren Stellen ein ausführliches Feedback hinterlassen. Aber dieses Jahr war ich wieder dran. Zum Glück hatte sich mittlerweile alles gut und neu eingespielt.

Weiterlesen „Punktlandung“

Merz und die Landtagswahlen

Ich komme mit Friedrich Merz klar. Das war für mich die größte Überraschung nach seiner Wahl zum Bundeskanzler. Ich habe mich über die gebrochenen Wahlversprechen geärgert, mit denen er sich bei der SPD unterhakte, aber auch den Pragmatismus dahinter gesehen, selbst wenn ich die Rekordschulden so irre wie größtenteils unnütz finde. Es war Johanna, die mir irgendwann ein Licht aufsetzte, als sie sinngemäß sagte, dass ihr Merz wie der Seniorchef eines Familienunternehmens vorkäme, der etwas aus der Zeit gefallen wäre. Vielleicht ist es das, was ich in ihm sehe. Ich bin als Tochter aus dem Mittelstand des Sauerlandes mit diesen Typen aufgewachsen. Ich kenne ihre Kantigkeit, die Posen und die bornierten Sprüche. Ich weiß aber auch um die Verantwortungsbereitschaft für Land und Leute, das Pflichtgefühl und das Herz dahinter, das man nicht auf der Zunge trägt.

Weiterlesen „Merz und die Landtagswahlen“

Ein Samstag im September #WmdedgT

Die Urkunden und Anschreiben sortiert, auf dem Schreibtisch sortiert aufgefächert. Drumherum sieht man etwas vom Gemeindebüro.

In der Nacht lag ich aus Gründen länger wach. Erst gegen Morgen fand ich noch einmal für einige Stunden in den Schlaf. Danach blieb ich im Bett und vergammelte den Vormittag. Irgendwann kochte ich eine Kanne Tee und aß zwei Salamibrote. Zwischendurch hätte es normalerweise Mettwürstchen gegeben. Aber die Marke meines Vertrauens hat die Rezeptur geändert und ist jetzt ungenießbar. Seit dem probiere ich mich bei Rewe durch die anderen Sorten. Heute gab es Geflügel-Kabanossi in Schnüren. Sie schmeckten nach nichts.

Weiterlesen „Ein Samstag im September #WmdedgT“

Diese zwei

Die Riesinnen auf zerknüllter Tischdecke an Petroleumlampe und Olivenholzengel: Blauweißes Buch mit weißer und roter Schrift, rostrote Tischdecke.

Hannah Häffner hat „Die Riesinnen“ geschrieben. Die Geschichte von Großmutter, Mutter und Tochter in einem Dorf im Schwarzwald. Häffners Sprache ist poetisch und ihre Beobachtungsgabe sehr genau. Das verleiht dem Roman eine unvergleichliche Melodie, die sich auf gut 400 Seiten nicht abnutzt. Die Riesinnen sind Waldmenschen. Das bin ich auch, trotz aller Unterschiedlichkeit. Vielleicht ist es deswegen ein Buch, das so sehr ins Herz geht, dass ich keine Worte dafür finde.

Weiterlesen „Diese zwei“