Heute ist mein letzter Tag mit Krankenschein. Schon vorher hatte ich mich mehrfach gefragt, ob vor meinem Urlaub nicht alles ein bisschen zu viel war, sodass die Zeit zur Erholung nicht reichen würde. Das betrachte ich nun als beantwortet, aber auf Borrelien zur Erkältung wäre ich nicht gekommen. Sieben Tage war ich krank geschrieben, plus zwei sehr vergrippte Tage ohne AU vorletzte Woche. Dazwischen dachte ich, das müsste jetzt nur noch ausheilen und dass ich so schlapp bin, läge an der Hitze. Das sah der Hausarzt am Montag anders und zog mich aus dem Verkehr. Wenn ich die deutsche Regierung richtig verstanden habe, hätte ich das schon zehn Tage eher haben können.
Ich brauchte die Ruhe und zog mich zurück. Einzig die Lieferboten sah ich und die liebe Nachbarin, die ihre Päckchen bei mir abholte und mir mit einer verklemmten Schublade half. Sie schenkte mir eine Flasche Wein, ich gab ihr eine Zuckermelone. Am Mittwoch musste ich noch einmal zum Arzt und bin seitdem, so Gott will, für das Jahr der großen Untersuchungen ledig. Abends telefonierte ich lange mit Frau K.
Am Sonntag erwachte ich um viertel nach sieben und vertrödelte als pflichtbewusst Genesende die Zeit. Ich kochte Tee, frühstückte ein Brot mit Hähnchenbrustaufschnitt und Mettwürstchen, las und bloggte, alles im Bett. Später fuhr ich mit dem Auto zum Kino. Ich hatte für die Mittagsvorstellung eine Karte reserviert, um mich wieder an die Welt zu gewöhnen. Bevor ich das Haus verließ, fütterte ich noch den #DiätKater.

Gezeigt wurde „Ingeborg Bachmann. Jemand, der einmal ich war“. Seit der Schule bin ich nicht mehr an ihr vorbeigekommen, es hat sich nicht ergeben. Der Film war darum eine schöne Gelegenheit, etwas mehr über sie zu erfahren. Das geschah so eindrücklich, dass die Leute bis zum Ende des Abspanns sitzen blieben. Während der Vorführung aß ich zwei Haferkekse, die es am Eingang für 50 Cent das Stück gab.
Zu Hause nahm ich den Topf mit dem Abendessen aus dem Kühlschrank. Dann ging ich eine Runde um den See. Nachdem ich auch von dort zurückgekehrt war, stellte ich den Anrufbeantworter vom Ansagebetrieb wieder auf Aufnahme um. Das mache ich immer schon am letzten Abend meiner Abwesenheit, um am ersten Tag früh nicht gleich in Stress zu geraten, weil das Telefon noch nicht freigeschaltet ist. Anschließend kochte ich mir einen Tee und veröffentlichte diesen Post, mit dem ich mich wie jeden Monat am gemeinsamen Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen beteiligte.
Zum Abendessen wärmte ich mir vegane Bratnudeln mit Gemüse von gestern auf. Ich servierte sie in meinem momentanen Lieblingsteller, den ich irgendwann als B-Ware gekauft hatte und von dem mittlerweile zwei Linsen abgesprungen sind. Außer Tee ist danach nicht mehr viel zu erwarten. Morgen geht es wieder los und das Antibiotikum ist auch noch nicht durch. Die Flasche Wein von der Nachbarin steht weiter ungeöffnet hier. Vielleicht googele ich nachher noch ein bisschen der Bachmann hinterher.
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