
Lasst uns zu Jesus gehen,
auf, in den Stall!
Ach, lass mich,
ich habe in den letzten Wochen genug Mist gesehen.
Alles Ochsen und Esel.
Lieber möchte ich schlafen.
I’m dreaming of a white Christmas.
Und mach die Musik aus.
Dauernd Gedudel.
Weihnachtsmarkt, Schulkonzert, Blockflöten.
Nur George Michael flüstert leichtsinnig,
jedes Jahr aufs Neue.
Durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah:
Stille Nacht.
Jetzt komm
oder willst du wirklich zu Hause bleiben?
Alle sind eingeladen,
das wird eine interessante Gesellschaft.
Kommet, ihr Hirten, ihr Männer und Frau’n.
Die Jogginghose ziehst du trotzdem nicht in der Kirche an.
Raus aus dem Haus,
das Auto in der Garage neben dem Jägerzaun.
Oder erst sechs Treppen,
im Hausflur riecht es nach Maggi fix und Waschpulver.
Nebenan haben sie jetzt ein Lastenfahrrad,
für das Geld hätte man locker einen Gebrauchten gekriegt.
Wir fahren mit Navi, im Handy.
Wenigstens das haben heutzutage alle.
Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg.
Was bringen wir dem Jesuskind?
Es sollte hübsch festlich sein.
Statt dessen kommen wir:
Keine Zeit, keine Lust und das Geld wird auch immer weniger.
Dabei haben die heiligen drei Könige es vorgemacht:
Gold, Weihrauch, Myrrhe brachten sie mitte.
Ganz so schick sind wir nicht,
aber so schlecht doch eigentlich auch nicht.
Vielleicht nicht ganz so fit
oder nicht mehr ganz jung
oder doch, aber nicht mit allen Hausaufgaben,
Löcher in der Nase
and I’m a monster on the hill.
Bereit, den Weg zur Krippe zu suchen
und zu finden.
Alle Jahre wieder,
ein in jedes Haus.
Da sind wir dann,
so wie wir sind:
Funkelperlen, Augenrollen, Killerblick, alles dabei.
Bei manchen war sogar das Sandmännchen schon da.
Was Sandra Bils damals auf dem Kirchentag gesagt hat,
gilt auch an Weihnachten und fasst es zusammen:
„Das sind wir: Gottes geliebte Gurkentruppe.“
Ich steh an deiner Krippe hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohl gefallen.
Jägerzaun, Hausflur, Lastenrad,
es kommt nicht darauf an.
Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut,
das ist es, was zählt.
Den Körper fügen wir noch hinzu,
damit das Alles Gestalt gewinnt.
Denn Gott wurde Mensch,
damit wir ebenfalls menschlich werden.
Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh.
Sehen Sie, es geht doch.
Wir haben uns aufgerafft.
Ein kleines Lächeln hat jeder übrig,
andere strahlen schon die ganze Zeit vor Freude.
Des lasst uns alle fröhlich sein
und mit den Hirten gehn hinein.
Nur eine Gurke,
die hänge ich jetzt noch an den Baum,
zwischen die grünen Blätter.
Damit sie uns daran erinnert:
Wir sind vielleicht ein bisschen komisch,
aber in Gottes Augen sehr, sehr liebenswert.
Gott sei Lob, Ehr und Preis.
Fröhliche Weihnachten!
Amen.
Predigt an Heiligabend in Petri.
Welche und wie viele Lieder darin zitiert sind, steht hier.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern meines Blogs gesegnete Weihnachten!
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