Kopfsachen

Das iPad auf meinem Balkontisch, im Hintergrund ein großer, rosa blühender Strauch. Auf dem iPad die Kacheln der Hörbücher von Merkel, Plass und Rowohlt sowie des eBooks von Martenstein. Auf der Tastatur die drei Dylan-CDs. Zu den Filmen gibt es keine Bilder, aber ich habe unter den Titeln die Trailer verlinkt.

Als Frank McCourt von seiner Erstkommunion wieder daheim war, kotzte er vor lauter Aufregung die Eucharistie in den Hinterhof. Ich dachte Freitag Abend daran, als ich mich, von den Nebenwirkungen des neuen Medikaments geschüttelt, von Harry Rowohlt selig mit einer seiner Bühnenlesungen in den Schlaf labern ließ. Ich hatte die Mahnwache eher verlassen und es gerade den halben Kilometer von der Synagoge bis zu der Bordsteinkante geschafft, an der mein Auto stand. Dass Rowohlt McCourts „Die Asche meiner Mutter“ aus dem Englischen übersetzt hatte, fiel mir kurz vor dem Einschlafen außerdem noch ein. Was einem alles so durch den Kopf gehen kann.

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Himmelssterne

Das letzte, was der Kulturprotestantismus sieht, bevor ihm mit Barocklyrik und Bewegungsliedern das Licht ausgepustet wird

Tobias Graßmann (@vindelicus.bsky.social) 2025-02-16T11:10:40.061Z

Mann zum Kind im Eiskönigin-Kostüm: „Ah, du bist Elsa!“Kind im Eiskönigin-Kostüm, irritiert: „Nein, ich bin ein Dinosaurier, der als Elsa verkleidet ist!“Und dann wundern wir uns, dass uns Kinder nicht ernst nehmen.

Stadt Wien-Büchereien (@buechereienwien.bsky.social) 2025-03-04T15:32:52.434Z
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Reminiscere

Vor mir auf dem Tisch ein ovaler Teller mit Emblem: Hofbräu am Alten Rathaus Bielefeld. Darauf zwei Scheiben Schweinebraten, drei Stück geröstete, krosse Schwarte, zwei Knödel auf Sauerkraut. Dahinter auf dem Tisch der Fastenkalender, am Sonntag Reminiscere aufgeschlagen und fürs Foto mitgeschleppt; ein Schälchen Krautsalat aus gehobeltem Kraut; ein Glas Assamtee; ein Bierhumpen mit Servietten und Besteck. Im Hintergrund der Blick ins Lokal: Leute an Tischen.

Der Sonntag begann mit Gottesdienst und Kirchkaffee, wo ich zwei Gläser Milch trank und den Kuchen wegließ. Danach brachte ich meine Sachen nach Hause und fuhr in die Stadt zum Hofbräuhaus im Ratskeller, um die Sonntagsspeise einzunehmen. Es gab Krustenbraten mit zweifach Kraut, dazu ein Glas Assamtee. Das bestelle ich dort auch ohne Fastenzeit nach der Kirche öfter. Allerdings ist die Portion Krautsalat seit Jahresanfang kleiner, um Geld zu sparen, wie die Bedienung zugab. Speckwürfel sind auch keine mehr drauf, weil das dem Ostwestfalen nicht schmeckt. Schade.

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Invocavit

Das Spaghettieis mit den runden Waffeln zum Abdecken oben drauf auf meinem Wohnzimmertisch, mit einem Teelöffel, einem Buch, dem Fastenkalender und einer Vase mit Tulpen drumherum. Im Hintergrund mein Sekretär und das Kruzifix an der Wand.

Der erste Passionssonntag begann als predigtfreier Wochenanfang, begleitet von der Frage: Was soll ich essen? Weil jeder Sonntag ein kleines Osterfest ist, ist da nämlich Fastenpause. Zwar bleibe ich beim Verzicht, gestehe mir aber eine maßvolle Ausnahme zu, solange sie nicht Alkohol oder Pommes enthält. Passend zum Sonnenschein, während ich gleichzeitig zu faul war, irgendwo einzukehren, entschied ich mich für ein Spaghettieis mit Sahne als erstem Eis des Jahres aus der Eisdiele.

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Aschermittwoch im März #WmdedgT

Drei sehr bunte gotische Fenster in der Apsis. Davor hängt ein goldenes Kruzifix.

Heute ist Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit. Den hatte ich mir nach der zweiten Operation als Stichtag gesetzt. Ich begann im Januar wieder zu arbeiten und ließ es ansonsten langsam angehen. Über genug zu tun hatte ich schon mehrfach berichtet. Nun wird es außerdem Zeit, den inneren Schweinehund wieder anzuleinen. Ich habe zwar keine Ahnung, ob oder wie mir das gelingt, aber anfangen möchte ich.

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