Aschermittwoch im März #WmdedgT

Drei sehr bunte gotische Fenster in der Apsis. Davor hängt ein goldenes Kruzifix.

Heute ist Aschermittwoch, der Beginn der Fastenzeit. Den hatte ich mir nach der zweiten Operation als Stichtag gesetzt. Ich begann im Januar wieder zu arbeiten und ließ es ansonsten langsam angehen. Über genug zu tun hatte ich schon mehrfach berichtet. Nun wird es außerdem Zeit, den inneren Schweinehund wieder anzuleinen. Ich habe zwar keine Ahnung, ob oder wie mir das gelingt, aber anfangen möchte ich.

Am Morgen stellte ich mir erstmal eine Kanne Tee ans Bett und trank eine Tasse daraus, während ich meine Mails checkte, im Internet las und elektrische Beckenbodenübungen machte. Anschließend stand ich auf, reinigte das Katzenklo und wechselte ins Arbeitszimmer. Nicht nur für den Körper, auch für Geist und Seele hatte ich mir etwas zurechtgelegt: Den Fastenkalender von 7 Wochen Ohne und zwei geistliche Bücher, die mir aus meinem Umfeld zugewachsen waren. Ich nahm mir Zeit, um alles genau zu betrachten und die Texte für heute zu lesen. Dazu frühstückte ich ein Butterbrot mit Hademarscher sowie etwas Joghurt mit Banane.

Danach bereitete ich eine kleine Trauerfeier direkt am Grab vor. Das wird gerne so gewünscht, wenn es sehr wenige Angehörige gibt; bei dieser Beerdigung sind es nur zwei. Dem schloss sich die Gestaltung des nächsten für mich anstehenden Gottesdienstes an Reminiscere (16. März) an. Den groben Ablauf verfasste ich bereits im Herbst. Jetzt schaute ich mir die Details gezielter an. Ich änderte einige Lieder, las schonmal den Predigttext und überlegte, ob mir irgendetwas auf- oder einfiel.

Das Geraffel zu Beginn der Fastenzeit auf meinem Schreibtisch mit der Schreibtischlampe im Hintergrund an der meine Israel-Plakette hängt (Bring thgem home now.). Auf dem Schreibtisch liegen bzw. stehen: Fastenbücher und -kalender, ein Teller mit dem Brot, eine Schale mit Banane (kleingeschnitten) und Joghurt, eine brennende Kerze.

Gegen Mittag unterbrach ich die Arbeit, zog mich an und fütterte den #DiätKater. Dann griff ich auf dem Weg nach draußen den Müllsack mit dem Katzenstreu und fuhr in die Stadt zur katholischen Messe, das Aschenkreuz abholen. Mir ist dieses Ritual sehr lieb. Ich finde es schade, dass es bei den Evangelischen nur selten angeboten wird. Nach dem Gottesdienst machte ich noch Fotos von den Kirchenfenstern und ein Selfie von meinem #ashtag.

Die Fenster wollte ich für diesen Post verwenden, mit dem ich meinen Tageslauf nachzeichne, wozu Frau Brüllen an jedem Fünften des Monats einlädt. Das Bild mit meinem Aschenkreuz poste ich in den Sozialen Medien und plane es fürs eventuelle Fastenbloggen am Wochenende. Dazu würde auch ein Blick auf mein erstes Fastenmittagessen gehören: Wieder daheim gab es veganes Chili mit einem Klecks Kräutervega und einem Stück Brot, das ich erst fotografierte und dann verpeiste. Ich hatte letzte Woche einen großen Topf voll gekocht und portionsweise eingefroren.

Zu Beginn der Mittagspause räumte ich die Spülmaschine aus (und ein) und an ihrem Ende trank ich zwei mit Wasser verrührte Messlöffel des mittlerweile nur noch einen verordneten Pulvers. Dann kehrte ich mit einer frischen Kanne Tee und dem Rest Joghurt mit Banane an den Schreibtisch zurück. Schließlich sichtete ich am späten Nachmittag kurz die nächsten beiden Kalendertage. Danach verließ ich das Arbeitszimmer Richtung Küche.

Dort bereitete ich das Abendessen vor: Sucuk mit Eiern, Joghurt und Tomatensalat. Allerdings würde ich die Knoblauchwurst erst später braten. Ich fuhr nämlich noch zum Friedensgebet, das um 18 Uhr in der Gemeinde stattfand. Von da aus ging es wieder nach Hause, mich umziehen und die Schwimmtasche holen, mittwochs ist Aquagymnastik. Erst hinterher warf ich die Wurstscheiben in die Pfanne, kochte die Eier und aß in Ruhe zu Abend.


Entdecke mehr von Pressepfarrerin

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.