Umblättern

In einer Waldkirche hängt eine Glocke in einem Holzgerüst. Ich habe sie durch einige begrünte Zweige hindurch fotografiert und dahinter sieht man das Grün des Waldes. Abgesehen von einigen der Blätter und Zweige im Vordergrund ist alles sehr verschwommen, der an manchen Stellen durchscheinende graue Himmel wirkt wie Schaumspritzer oder Wasserflecken.
Glocke an der Waterbör

Dieses Nullpunktgefühl zwischen zwei Kapiteln. In den letzten beiden Wochen kroch es immer näher heran. Freitag war es schließlich da: 1000 Ideen und zu nichts mehr Lust. Ich raffte mich trotzdem auf. Erst Schwimmbad, dann ein unerwarteter Anruf, danach eilig zur Synagoge. Mahnwache, Tag 644. Immer noch nicht alle Geiseln frei.

Außerdem war letzter Schultag. Bis Mitte Februar bin ich mehr oder weniger raus. Erst ist Urlaubszeit, wo ich die Nachbarkollegen vertrete, im September bin ich teilweise noch da, an Erntedank und Weihnachten habe ich mich freiwillig gemeldet. Aber der übliche Trott ist das selbst dann nicht, wenn genug zu tun ist. Wintersemester für ein bis zwei Kapitel ohne Metapher, dafür mit Aktenordnern. Ich nähere mich langsam und bin skeptisch. Bisher war das Jahr nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenigstens war es ruhig. Zumindest das kann so bleiben.

Das Gesicht des #DiätKaters. Das rechte Auge ist bräunlich gefleckt und das linke hellgrün.

Die neue Tierärztin für den #DiätKater ist freundlich und einfühlsam. Die Kräfte werden weniger, die Muskeln auch. Die Schilddrüsenwerte sind in Ordnung, doch die Nieren brauchen Unterstützung. Spezialfutter für diese, zwei Pülverchen unterzumischen für jene. Macht 4,50 Euro pro Tag. Die Augen im Blick behalten. Der #DiätKater hat ebenfalls ein neues Kapitel aufgeschlagen, weit hinten. Im September wird er 17 Jahre alt.

Heute ist Sonntag. Ich bin zwei Tage weiter. Ich hebe die Füße. Schrittweise.


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