
Im Sommer hatte ich mit dem Professor eine Behandlungspause vereinbart. Ich musste die Dinge in Ruhe verarbeiten und auch Körper und Arznei sollten Zeit bekommen, sich aufeinander einzuspielen. Das war dringend nötig und brachte die erhofften neuen Routinen.
Die Wirkung des Medikaments reicht trotzdem nicht. Letzten Mittwoch traf ich den Professor wieder und wir vereinbarten daher Plan B. Das bedeutet zwei weitere Operationen mit jeweils zwei Nächten Krankenhaus: Im Februar OP 1/2 zur Probe, im März OP 2/2 zur festen Installation oder zum Rückbau, falls auch das nichts nützt. Die Tabletten nehme ich weiter, denn selbst wenn sie nur zur Hälfte wirken, „sie machen ja irgendwas“, wie der Professor schon im Juli sagte. Mittlerweile habe ich Suptur, Gemeinde und Kommunikation informiert, dass ich 14 Tage später aus dem Kontaktstudium komme und im März noch einmal eine Woche weg bin. Die Katzendame ist auch schon gebucht. Der Telefontermin mit dem Hausarzt findet nächste Woche Donnerstag statt. Am Freitag kommt „Der kleine Lord“, ich wäre dann hoffentlich so weit fertig.

Vor drei Wochen fiel auch hier der erste Schnee. Ich bin mit meinem Foto late to the party, but here it is. Liegen blieb er allerdings noch nicht. Das war mir ganz recht, denn ich fuhr zwei Tage später mit dem Zug zu Frau K., um meine Geburtstagsgeschenke zu überbringen. Wir tranken Tee und es gab wichtiges zu besprechen. Eigentlich wollten wir außerdem Kuchen essen. Aber Frau K.s iranischstämmige Mitbewohnerin hatte persisch gekocht. Den Apfelkuchen habe ich hinterher nicht mehr geschafft.
Auf dem Rückweg nach Hause merkte ich an der hiesigen Straßenbahnhaltestelle, dass der DeLorean schlecht ansprang. Am Tag darauf ging gar nichts mehr. Der Nachbar von oben überbrückte mich und weil er fand, dass man für so etwas nicht in die Werkstatt müsste, besorgte er montags eine neue Batterie und baute sie ein.

Ansonsten ließ ich vorhin die neuen Gläser in die Arbeitsbrille einsetzen und bin kürzlich in die Bogensportabteilung des Schützenvereins eingetreten, wohin ich die letzten Wochen zum Trainieren ging. Doch kaum hatte ich den Antrag unterschrieben, war für mich Pause: Einer Erkältung folgten eine Kehlkopfentzündung mit Seitenstranangina. Das war das erste Mal „seit Corona“, dass es mich so heftig erwischte. Ich hatte Halsschmerzen und Husten der Hölle. Gleichzeitig heilt alles sehr viel besser und schneller ab als „vor Corona“. Mit meinem Hausarzt bin ich mir daher einig, dass ich die Händedesinfektion über das ganze Jahr und in der kalten Jahreszeit die Maske bei Bedarf (von O bis O wie Winterreifen) beibehalte. Selbst wenn trotzdem Viren oder Bakterien bei mir ankommen, sind es einfach sehr viel weniger.
Letzten Samstag Abend nahm Thomas Gottschalk seinen Abschied als Moderator. Ich mochte ihn immer sehr, habe das in der Rezension seines dritten Buches auch ausführlicher beschrieben. Dass er sich nicht mit jedem seiner Sprüche einen Gefallen getan hat, fand ich nie so dramatisch. Die Häme, die man in den „Sozialen“ Medien über ihm ausgegossen hat, fand ich wesentlich schlimmer. Doch am Samstag hielten sich fast alle Kritiker:innen erfreulich zurück. Ich wünsche Thomas jedenfalls alles Gute und hoffe, dass er weiter genesen möge.
Entdecke mehr von Pressepfarrerin
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.