Geschafft

"Der literarische Katzenkalender" von 2025 und der von 2026 mit einem Katzenfoto auf dem Deckblatt.

Gott Lob, die Feiertage liegen hinter mir! Die Geister der Weihnacht waren dieses Mal ziemlich präsent, das ist in den vergangenen Jahren besser gelaufen. Da war es gut, dass ich mich nach dem 4. Advent bis Silvester freiwillig zum Dienst gemeldet hatte. Die Gemeinde und ich freuten sich über das Wiedersehen. Gleichzeitig war es, als wäre ich nicht weg gewesen. Zu Heiligabend hielt ich eine besinnliche Predigt, derweil mich ein eigenartiges Gefühl überkam. Verlorengegangene Gewissheiten über Krieg und Frieden. An Silvester redete ich in Sentenzen über die alte und die neue Jahreslosung, in der „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5). Neu und glänzend wie Gold, dachte ich mir. Die Lektorin und ich luden daher am Ende des Gottesdienstes noch einmal in einen großen Kreis am Altar ein. Dort bekam jede:r ein „Goldstück“, das ich mitgebracht hatte sowie einen Segen zugesprochen und überreicht, den die Lektorin auf kleine Zettel geschrieben hatte.

Die Ruhe zu Hause wurde vor allem durch meine Schusseligkeit unterbrochen: In eine Fingerkuppe schnitt ich mich links, an einer anderen prellte ich mich rechts. Die schöne Auflaufschale, die mir meine vormalige Schwiegermutter vor über 30 Jahren aus meinem Aussteuerservice zu Weihnachten geschenkt hatte, warf ich herunter und nur wenig später einen Suppenteller hinterher. Am 1. Weihnachtstag ist mir das Essen so schlimm angebrannt, dass ich den dabei benutzten Römertopf wegwerfen musste. Der zum Ersatz bestellte kam gesprungen an, erst gestern wurde unversehrt ein neuer gebracht. Dafür traf der nächste Katzenkalender (selbst bezahlt, unbeworben) pünktlich an Silvester ein.

Eine Flasche Eierlikör von Rewe, daneben ein Glas mit unten Eierlikör, oben Kakao, einem Strohhalm aus Metall mit Haribokirschen und einem Lindt-Schokoriegel darin. Im Hintergrund das TV, wo gerade die vier Hauptdarsteller:innen vom Traumschiff eingeblendet sind. Aber ich habe ihnen aus urheberrechtlichen Gründen die Köpfe abgeschnitten, also den Bildrand oben verkürzt.

Schön war, gemeinsam mit dem Internet an Weihnachten und Neujahr Traumschiff zu gucken. Seit den Wechseljahren vertrage ich zu meinem Verdruss nicht mehr so viel Alkohol. Darum blieb ich trotz Feiertagen bei meinem Wochenendrhythmus (samstags) und schenkte mir nur zum Traumschiff etwas Eierlikör ein. Zwischen den Jahren hörte ich Claus im Radio beim Auflegen von Klassik zu und im Fernsehen sah ich das Neujahrskonzert. Der ausgesprochen fröhliche Dirigent Yannick Nézet-Séguin hatte auch Werke von zwei Komponistinnen ausgewählt: Josephine Weinlich und Florence Price (unten).

Der #DiätKater war an Silvester absolut tiefenentspannt. Auch das Miauen nach der Fütterung hat er mittlerweile eingestellt. Die Lösung kam von unerwarteter Seite: Er vertrug die von der Tierärztin vorgeschlagene Futterumstellung nicht. Also wechselte ich zurück zum alten Trott, aber erstmal nur noch eine Portion, bis sich alles wieder beruhigt hatte. Dabei ist es geblieben. Offenkundig lebe ich jetzt mit einem Kater zusammen, der sich beschwert, wenn er mehr Futter bekommt als nötig. Das wäre ihm früher im Traum nicht eingefallen!

Montag geht es mit dem Kontaktstudium weiter. In drei Wochen findet eine Sozietät in Präsenz statt, für die ich einen Beitrag vorbereiten muss. Obwohl es dabei um das geht, woran ich das ganze Semester gearbeitet habe, kam mir noch keine rechte Idee, wie ich es aufziehen soll. Ich hoffe, dass mir ein Licht aufgeht, sobald ich mich wieder eingearbeitet habe.

Neben Altarbibel und -blume (rote Amaryllis mit Kieferzweigen) zwei Glasschälchen mit Goldstücken aus Plastik darin. Von Größe und Form wie große Kandisbrocken.

Den Optimismus, mit dem ich die letzten beiden Jahre begann, habe ich mittlerweile verloren. Ich wäre schon dankbar, wenn es dieses Jahr nicht noch schlimmer würde. Bei den Operationen gehe ich trotzdem erstmal von einem guten Ergebnis aus. Statistisch sind sie nur in der Hälfte der Fälle erfolgreich. Andererseits wäre ich nach den letzten beiden OPs wirklich einmal dran. Das ist auch Statistik, jedenfalls für mich. Es bleiben die Sorgen, die nicht ins Internet gehören und der ganze andere Klumpatsch.

In der hiesigen Stadt wurde Silvester zur Tragödie. Zwei Jungs von 18 Jahren haben sich in unterschiedlichen Stadtteilen mit einer selbstgebauten Rohr- und einer Kugelbombe in die Luft gesprengt. Seit ich als 20jährige in Bonn die panischen Enten bei „Rhein in Flammen“ wegfliegen sah, begegne ich Feuerwerk ohnehin skeptisch. Mittlerweile scheint jedoch sowohl in den Städten als auch auf dem Land jegliche Maßhaltung verloren gegangen zu sein. Ich habe mir das im Liveticker von Welt online einmal genauer angesehen. Daher bin ich dafür, dass freies Feuerwerk verboten wird. Nicht mehr zu dulden, was bereits längst verboten ist, reicht nicht mehr aus. Man würde damit nicht alles verhindern, aber den Jahreswechsel deutlich entschärfen. Wenn es unbedingt sein muss, könnten Städte und Einrichtungen genehmigte Feuerwerke durchführen. Bei den ganzen Sommerfeuerwerken und vergleichbar den Osterfeuern geht das schließlich auch. Das eine Unglück geschah auf einem Spielplatz neben der Turnhalle, wo ich seit neustem zum Bogenschießen hinfahre. Die Gegend vor Augen, ist mir das umso mehr nachgegangen. Ich ließ darum gestern einen kleinen Strauß Rosen binden und brachte ihn hin. Die Stelle am Rand des Sandkastens war mit Teelichtern und einem kleinen Kreuz im Sand markiert.


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