
Im Moment lese ich eine richtig dicke Schwarte. Aber ich komme nicht so schnell voran wie erwartet, weil ich tagsüber an so vielen theologischen Texten sitze. Trotzdem ist es ein großartiges Buch. In der Zwischenzeit schonmal die drei Sachen, die vorher dran waren, damit sie nicht verloren gehen.
Natürlich hatte ich den neuen Asterix vorbestellt, „Asterix in Lusitanien“ – für mich und für den Halbportugiesen meines Vertrauens gleich mit. Der Band wurde pünktlich geliefert und gefiel mir sofort. Die hohe Schlagzahl an Anspielungen hatte es mir angetan. In Halbportugisien war man auch begeistert. Dann wird’s wohl stimmen.
Steffen Mau hat ein Buch über Ostdeutschland geschrieben, das Heiko Graul als Hörbuch eingesprochen hat: „Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt“. Sachlich, ruhig, nahezu illusionslos beschreibt Mau, was in den neuen Bundesländern seit der Wende los ist. Oft habe ich beim Hören zustimmend genickt. Gleichzeitig blieb Mau sehr fair und hat sich auch nicht eingeschleimt, weder hüben noch drüben. An mehren Stellen wies er darauf hin, dass sich manche Meinung im Osten irrtümlich gebildet hat, um gleich hinterzuschicken, dass es jetzt so ist, wie es ist. Korrekturen wären weder hilfreich noch erwünscht, schon gar nicht aus dem Westen. Es geht von da aus weiter, wo wir jetzt stehen. Das ist alles Andere als harmonisch, auch wenn eine erneute Trennung für beide Seiten nicht zur Debatte steht. Für die künftige Entwicklung schlägt Mau Bürgerräte vor. Damit kann ich persönlich mich nicht so anfreunden. Dass durch Freie Wählergruppierungen die Demokratie im Osten früher als im Westen neu und anders in Bewegung kommt, fand ich hingegen interessant. Dass dadurch sowohl kommunal als auch auf den höheren Ebenen die Anbindungen an die klassischen Parteien lockerer werden, verstehe ich nun besser. Ich bin mit dem Nachdenken über dieses Buch noch nicht fertig. Demokratie ist ein Wagnis. Im Westen sagen wir das gerne daher. Im Osten fangen sie anscheinend an, das noch einmal genauer auszuprobieren.
Schließlich ließ ich mir von Harry Rowohlt einen echten Klassiker vorlesen: Die Schatzinsel von Robert Louis Stevenson, übersetzt von Andreas Nohl. Normalerweise funktioniert Belletristik bei mir als Hörbuch nicht. Da mein seliger Bruder als Kind aber die Schallplatte hatte (ich bekam dafür eine Platte über Charles Lindbergh), „kannte“ ich die Geschichte ja schon. Zumindest war das in meinem Kopf so abgespeichert, auch wenn die Kurzfassung auf der Kinderplatte (die mit der roten Schrift) nicht mit den ungekürzten 8:08 Stunden des Hörbuchs zu vergleichen ist. Vor allem war es aber so, dass Rowohlt durch seine engagierte Intonation die Geschichte mehr erzählt als gelesen hat. Das klappte für mich sehr viel besser als bei allen Romanen, die anzuhören ich bisher ausprobiert hatte. Ich weiß, dass man sich Hörbücher auch nach Sprecherinnen und Sprechern aussuchen kann. Vielleicht achte ich in Zukunft einmal genauer darauf. Wobei ich nicht wüsste, wer es mit Harry Rowohlt aufnehmen kann.
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