
Am Mittwoch bin ich bei Max Raabe und dem Palast Orchester in der Stadthalle gewesen. Ich war gespannt, wie es verlaufen würde, ohne das Publikum zwei Stunden lang mit der ganzen Big Band zu beschallen und nicht nur Klassiker aneinanderzureihen. Aber was soll ich sagen, es war sehr, sehr gut gemacht! Leise und laute Töne, Combos und Gesamtorchester, neues Repertoire und Klassiker wechselten sich ab. Dazwischen kurze Bonmots von Max Raabe, Vorstellung der Musiker:innen, Komponist:innen, Texter:innen. Alles sehr exakt und punktgenau, ohne unterkühlt zu sein, sondern einfach gut und elegant. Auch Max Raabe live zu hören, hat mir gefallen. Die Stimme über alle Oktaven hinweg entspannt und mühelos.
Allein der Anfang war schwierig, also meiner. Das lag daran, dass ich mein Wallet mit allen Papieren und allem Geld auf der Toilette verloren hatte. Bei Geräuschen drumherum höre ich offenbar nicht mehr, wenn mir etwas aus der Tasche fällt. Nach einer halben Stunde beruhigte ich mich trotzdem; in der Pause war es bereits gefunden und abgegeben. Nichts fehlte, dazu Ordnungskräfte und Sitznachbarinnen äußerst hilfsbereit. Ich war ausgesprochen erleichtert! Dann hatte ich am nächsten Tag noch einen freundlichen Mailwechsel mit dem Palast Office, das mir das Bild von der Bühne trotz Fotografierverbot freigab. Beim Suchen der Internetadresse sah ich, dass Max Raabe und das Palast Orchester nächstes Jahr um diese Zeit wieder hier gastieren. Ich überlege, noch einmal hinzugehen.
Schon letzte Woche begann mitten in Schnee und Kälte der nächste Aquagymnastik-Kurs. Die Inhaberin hatte in der Ankündigungsmail vorgeschlagen, dass wir unsere Ausfall- und Nachholtermine künftig in einer WhatsApp-Gruppe klären. Glücklicherweise hält unsere Trainerin nichts davon und wir können Absprachen weiterhin direkt mit ihr treffen, sei es persönlich, über WA oder wie ich häufig, per SMS. Auch andere Teilnehmerinnen waren froh darüber, weil sie sich mit den Gruppen nicht auskannten. Wegen Max Raabe bin ich sofort beim zweiten Mal nicht hin. Ohnehin endet der Kurs für mich durch die OPs bereits Anfang Februar. Leider kenne ich niemanden, der die ausgefallenen Stunden übernehmen würde. Die Einheit erst gar nicht zu buchen, wäre aber noch schlechter. Es gibt nämlich eine Warteliste. Wenn man seinen Platz verlässt, kommt man erstmal nicht wieder rein. Ich habe das schon einige Tattoos und OPs hinter mir. Mir ist es das trotzdem wert. Dafür fliege ich nicht nach Malle oder so.

Ebenfalls diesen Mittwoch war der Termin zur Prophylaxe, zum ersten Mal bei der neuen Zahnärztin, mit einer Prophylaxefrau, die mit Angsthasen offenbar gut kann. Jedenfalls wurde ich ihr deswegen zugeteilt. Es klappte auch alles prima. Ich bekam auf meinen Wunsch zum ersten Mal an heiklen Stellen eine Betäubung, was eine gute Entscheidung war. Ansonsten läuft es in der Praxis, wie ich es aus der Zahnklinik kenne. Entsprechend entspannt war ich, soweit ein Zahnarzttermin das bei mir hergibt.
Seit vorletzten Freitag geht das Bogentraining nach der Weihnachtspause weiter. Am Dienstag habe ich zum ersten Mal keinen Pfeil versemmelt, sodass er im Fangnetz gelandet wäre. Doch meine Kraft reicht noch nicht lange aus. Trotz oder gerade wegen der Fortschritte zeichnet sich das im Schussbild ab und ich fühle mittlerweile, ob es daran lag oder nicht.
Das Kontaktstudium kommt langsam in die Schlussphase. Nächste Woche fahre ich zur Sozietät und weil die Lernkurve anders verlaufen ist, als ich es erwartet hatte, weiß ich noch nicht so recht, was ich in meinem Slot einbringen möchte. Bis zum Semesterende sind es noch zwei Wochen. So langsam geht mir die Puste aus. Ich habe aber auch viel gelesen und durchgearbeitet. Nach Epiphanias warf mir eine Frau aus der Gemeinde einen neuen Klebesegen in den Briefkasten, um den ich sie gebeten hatte. Der kam über die Wohnungstür auf den vom letzten Jahr.
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