Semesterende

Blick auf den Winkel des Treppenhauses, an dem zwei Wände zusammentreffen. Von der Treppe sieht man dabei nichts. Die linke Wand ist kpmplett knallrot gestrichen und verfügt über zwei quadratische Fenster mit Milchglasscheiben. An der rechten Wand hängt ein modernes, abstraktes Kunstwerk in hellen Blautönen, von dem man hier einen Ausschnitt sieht. Darunter, ebenfalls als Auschnitt, ein Schild zur Orientierung. Das Wort "Kirchengeschichte "ist ganz, die Wörter "Systematische Theologie" und "Philosophie" sind in Teilen zu lesen.
Treppenhaus zum Hörsaal der Sozietät

Die letzte Semesterwoche des Kontaktstudiums ist angebrochen und die letzten Veranstaltungen stehen an. Die Sozietät fand bereits von Freitag auf Samstag statt. Fachlich war sie streckenweise recht interessant, aber das Zeitmanagement ist nicht gut gelaufen. Das fand ich auch deswegen doof, weil es mir gesundheitlich nicht sonderlich ging, sodass ich auf regelmäßige Pausen angewiesen war und am Freitag Abend sogar eher gehen musste. Zumindest am Samstag klappte das Timing besser, aber die Schlussrunde endete für mich trotzdem mit einem Spurt zum Bus, statt mit ein paar persönlichen Worten zum Ausklang in der Gruppe.

Allerdings muss ich dazusagen, dass dies das vorletzte Semester des grundständigen Theologiestudiums an der KiHo ist und sich die rheinische Kirchenleitung nicht vernünftig um die Abwicklung kümmert. Ich erspare mir die Details samt angemessenem Vokabular. Unter den Umständen bin ich dankbar, dass die Doktormutter überhaupt zu der Sozietät eingeladen hat und uns mit jeder Menge Süßigkeiten und guten Worten versorgte. Meine Präsentation, über die ich in den letzten Wochen recht unsicher war, lief glücklicherweise ziemlich gut. Mittlerweile habe ich jede Menge Wissen angehäuft. Aber es ist immer noch nicht genug und bisher kaum aufgeschrieben. Das empfinde ich als mühselig, doch für das jetzige Stadium leider auch passend.

Wieder zu Hause hatte ich körperlich erneut Theater und spu(c)kte die halbe Nacht herum. Den Sonntag verbrachte ich daher überwiegend im Bett. Der Perspektivwechsel vom Studium in Richtung OPs macht mir zu schaffen. Es ist würdig und recht, dass das jetzt hochkommt, aber wieder beruhigen darf es sich auch. Durch die beiden Tage an der KiHo ist mir außerdem zum ersten Mal klargeworden, wie aufgeschmissen ich unterwegs durch meine Einschränkung bin, sobald bestimmte Dinge nicht nach Plan laufen. Dann noch die Gedanken, die ich mir darüber mache, wie es nach dem Kontaktstudium insgesamt weitergeht – es war wohl alles ein bisschen viel für zwei Tage.

Was ich mir während der letzten Monate für die Diss vorgenommen hatte, fand durch die Sozietät seinen Schlusspunkt. Danach wird es wohl erst im Frühjahr weitergehen. Mir einen Verein für das Bogenschießen zu suchen, hatte zwar nichts mit dem Studium zu tun, gehörte aber mit zu dem, was ich für das Semester geplant hatte. Dort gehe ich natürlich weiter hin. Die letzte Woche bringt noch den Studienbericht für die Landeskirche mit sich, das Ende der Melanchthon-Vorlesung sowie für mich ebenfalls per Zoom den Semesterschlussgottesdienst am Freitag Abend. Danach habe ich zwei Wochen Urlaub.

Als ich heute Morgen die Rollos hochzog, blickte ich in eine verschneite Nachbarschaft. Am Spätvormittag musste ich zur RSV-Impfung und zum Einkaufen. Ich machte dem Auto eine Wärmflasche, um es eine halbe Stunde aufzuwärmen, bevor ich es ausgrub.


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