Ein Donnerstag im Februar #WmdedgT

Eine Portion Suppe in einer cremefarbenen Schale auf einer Leinenserviette. Auf der Schale liegen ein blautürkises und ein rotes Ess-Stäbchen. Neben der Schale liegt ein chinesischer Suppenlöffel, ebenfalls in türkisblau, in dessen Laffe eine schwarze Winkekatze mit roten Ohren aufgedruckt ist.

Sicherheitshalber hatte ich den Wecker auf 7:30 Uhr gestellt und die Waschmaschine so programmiert, dass sie etwa eine Viertelstunde vorher ansprang. Meine Klobrille ist nämlich schon wieder kaputt, was dieses Mal nicht an mir lag. Der eine Druckknopf hat sich verklemmt, worauf auf der anderen Seite die Brille abgeplatzt ist. Da war wohl irgendwie Zug drauf, warum auch immer. Jedenfalls sollte zwischen 8:30 Uhr und 12:30 Uhr ein Klempner aus der Handwerksabteilung der Vermieterin erscheinen. Ich machte die Wohnung bereits gestern klar Schiff, damit ich mich heute früh nur besuchsfertig herrichten und die Toilette noch einmal putzen musste. Bereits um 6 Uhr wurde ich wach und drehte meine übliche Reihenfolge um:

Um 7 Uhr stand ich auf, putzte das Klo, wusch mich und zog mich an, startete den Wasserkocher und saß schon im Arbeitszimmer, als der Tee noch zog. Dort blitzte und blinkte es ebenfalls, denn ich hatte gestern gründlich durchgewischt, inklusive Ecken. Das mache ich im Büro zugegeben nur selten. Ich erledigte ein bisschen Orgakram, vereinbarte einen Termin bei der Friseurin und wechselte dann wieder in die Küche. Durch das saubere Arbeitszimmer und das tippi toppi Klo stach mich der Hafer. Also mistete ich die Gemüseschublade des Kühlschranks auch noch aus und scheuerte sie danach in der Wanne ab. Dann brachte ich den Müll raus und hängte die Wäsche auf. Um 9:05 Uhr war alles fertig. Ich trank die zweite Tasse Tee, die erste hatte ich von Raum zu Raum mitgeschleppt und startete Riff Raff, damit er eine Runde durch den Flur und das Badezimmer dreht. Anschließend frühstückte ich ein Leberwurstbrot mit zwei Gewürzgurken.

Als nächstes widmete ich mich der Mani- und Pediküre. An den Fingern ging es nur um die Nagelhaut, was trotzdem ewig dauert und jedesmal zum blutigen Gemetzel wird. Ich lenkte mich davon ab, indem ich den Podcast „Machtwechsel“ hörte, der immer donnerstags herauskommt. Diesesmal mit einer warmherzigen und ausführlichen Würdigung von Rita Süssmuth, auch als Christin.

Um 12 Uhr kam endlich der Klempner und machte Fotos vom Klo, weil dort vor meinem Einzug ein Modell verbaut worden war, auf das die (eckigen) Standardbrillen nicht passen. Kaum war er weg, ließ ich Riff Raff nochmal durch Toilette und Flur wischen. Derweil kümmerte ich mich weiter um meine Finger und setzte das Essen auf. Als beides gerade fertig war, klingelte es wieder. Der Klempner kam ein zweites Mal mit einem Kollegen vorbei. Sie wollten sich Klo und Brille „bitte noch einmal ansehen“. Nein, wirklich nirgends eine Typenbezeichnung oder -nummer. Also musste der Saug-/Wischroboter wieder ran, denn die freundlichen Herren hatten ordentlich Tauwetter mit hereingebracht. Doch Riff Raff, die alte Zicke, war beleidigt, wie auch am frühen Morgen schon und streikte.

Dann setzte ich eben zuerst frischen Tee auf und aß zu Mittag. Es gab „No Water Chicken Soup“, von Dienstag aufgewärmt, mit etwas Chiliöl darüber. Dieses Rezept fand ich ebenfalls wieder beim Surfen im Internet und nahm es direkt in meine Liste auf. Merkwürdigerweise fehlte aber in fast allen Videos das Salz. Das habe ich natürlich ergänzt. Dazu ein paar Umdrehungen aus der Pfeffermühle und einen Spritzer Agavendicksaft in Ermangelung von roten Datteln oder Goji-Beeren.

Nach dem Essen kümmerte ich mich um Riff Raff. Seine Homebase musste wie bereits in der Früh auseinandergebaut, abgespült und wieder zusammengesetzt werden. Zwischendurch hielt ich mit der Nachbarin von gegenüber einen kurzen Schwatz über die neusten Vorkommnisse im Haus. Der schließlich besänftigte Riff Raff wischte noch einmal durch.

Mittlerweile schlug es 14 Uhr. Wirklich ruhig war es bisher nicht. Ich machte eine Pause. Doch bevor ich nicht mehr hochkommen würde, stand ich lieber auf und fuhr zum Bäcker. Ich holte Brötchen und für den Nachmittag Kirschstreusel. Ich habe nämlich Urlaub.

Wieder zu Hause beschloss ich, zum gemütlichen Teil des Tages überzugehen. Ich legte mich mit Buch, iPad und Fernsehen aufs Sofa, Konsum in beliebiger Reihenfolge. Brötchen, Kuchen und Suppe sind auch noch da und Tee sowieso. Nur diesen Blogpost werde ich nachher noch veröffentlichen, um mich an Frau Brüllens Aktion #WmdedgT auch in diesem Monat zu beteiligen.


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