Ostersonntag im April #WmdedgT

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

Mein Ostergabentisch mit Blumenstrauß und brennender Osterkerze. Dazu außerdem: Eine Flasche Dornfelder Rotwein (trocken), eine Eintrittskarte zu Till Brönner, ein Glas Soleier, ein Milka-Lotus-Osterhase, fünf Schokokrokanteier von Lindt.

Ich war heute dran mit Gottesdienst und wachte erst auf, als um sieben der Wecker klingelte. Das passiert mir relativ selten. Entsprechend schnell stand ich auf, um in Schwung zu kommen, denn ich war völlig verstrahlt. Ich schaltete den Wasserkocher ein und lüftete, dann trank ich eine große Tasse Tee. Später frühstückte ich eine kleine Schnitte mit Kasseleraufschnitt. Nach den üblichen Verrichtungen fuhr ich zur Kirche, überpünktlich traf ich dort ein. Der Posaunenchor spielte und wir würden Abendmahl feiern. Darum wollte ich für die Vorbereitungen etwas mehr als die übliche halbe Stunde Zeit haben.

Als Predigttext war ein paulinischer Rundumschlag aus 1. Kor 15,19-28 an der Reihe. Bevor ich ihn aus der Bibel in gerechter Sprache vorlas, erklärte ich ihn erst, damit man überhaupt versteht, was man da hört. Eingeläutet hatte ich das Ganze mit einem Gedicht von Ludwig Uhland:

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.

O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal;
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.

Nach dem Gottesdienst gab es beim Kirchcafé Rosinenstuten mit Marmelade, wozu ich eine halbe Tasse Milch trank. Danach fuhr ich nach Hause. Dort packte ich meinen Dienstrucksack aus, hängte Albe und Stola auf und machte mir direkt ein paar Notizen. Ich hatte nämlich während der Rückfahrt eine schöne Geschichte im Radio gehört, die gut zur nächsten Predigt in zwei Wochen passte. Dann kochte ich Tee, zündete die Osterkerze an und fotografierte den Gabentisch, den ich mir immer zu Ostern mache. Anschließend fütterte ich den #DiätKater und legte mich zu einer Pause auf die Couch, in der ich alle Krokanteier aufaß und reichlich Tee trank, bis es Zeit zum Mittagessen wurde.

Mittagessen wie beschrieben.

Bereits an Gründonnerstag hatte ich für Ostersonntag und -montag vorgekocht und zwei weitere Portionen eingefroren: Schweinemedaillons in Sherryrahm mit Champignons und Lauch. Nur die Petersilienkartoffeln und die glasierten Möhren, die es dazu gab, musste ich noch zubereiten.

Derweil liefen im Fernsehen „Die Mädels vom Immenhof“, die drei Teile aus den 50er Jahren. Klassische heile Welt Nachkriegsfilme, die ich trotzdem immer gerne geguckt habe und deren Anspielungen auf den Krieg ich als Kind für selbstverständlich hielt. In der ungekürzten Fassung tritt im ersten Teil ein Pfandleiher auf, der jedes antisemitische Klischee erfüllt. Ich habe ihn nur einmal gesehen und war völlig schockiert. Er wird wohl sonst immer rausgeschnitten, so auch dieses Mal. Selbst bei Google ist kaum etwas dazu zu finden. Ein bisschen zweifle ich darum an meiner Erinnerung, obwohl die Szene, in der Oma Jantzen vor ihm gewarnt wird, noch da ist. Bei den weiteren Teilen sah ich, wenn überhaupt, nur noch mit einem Auge hin. Ich telefonierte länger mit Frau K. und schenkte dem jesidischen Nachbarpärchen zwei Schoko-Osterhasen.

Nachher zum Abendessen breche ich das Glas mit den Soleiern an. Die habe ich ebenfalls an Gründonnerstag angesetzt, mittlerweile müssten sie gut durchgezogen sein. Dazu gibt es ein Butterbrot. Wenn gleich Traumschiff kommt, mache ich noch die Flasche Wein auf. Vorher veröffentliche ich diesen Blogpost, mit dem ich mich an Frau Brüllens monatlicher Aktion #WmdedgT beteilige. Das Konzert von Till Brönner, für das ich mir eine Eintrittskarte auf den Gabentisch legte, findet morgen statt.


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