
Am Wochenende ging’s in Badische. Johanna wurde als Prädikantin beauftragt und eingesegnet! Es war ein schlichter und gerade darum berührender Gottesdienst. Als Vers für ihre Einführung hat sich Johanna Josua 1,9 in der Übersetzung der Basis Bibel ausgesucht: „Ich habe dir doch gesagt, dass du mutig und stark sein sollst! Fürchte dich nicht und schrecke vor nichts zurück! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst!“
Ich habe mich auch deswegen gefreut, weil ich auf ihrer und Pats Hochzeit an Corona erkrankt war. Bei dieser Feier konnte ich endlich dabei sein. Die zweite Ausgabe von „Niedriger als die Engel“, die ich zum Verschenken besorgt hatte, wie ich in der Rezension schrieb, war für Johanna. Dafür las sie wochenlang um den betreffenden Post herum, weil sie sich überraschen lassen wollte.
Ich quartierte mich in einem Hotel direkt am Bahnhof ein. Es war frisch renoviert und hat mir gut gefallen. An der Wand hinter dem Bett war ein Stadtplan der City tapeziert (1), aber so, dass es farblich und stilistisch auch zur Einrichtung passte. Nachdem ich eingecheckt hatte, ging ich noch einmal zurück zum Hauptbahnhof. Direkt hinter dem Eingang gab es dort von der Maultaschen-Manufaktur Hülle & Fülle einen festen Stand, wo die kleinste Portion eine im Speiseföhn aufgebratene Maultasche auf die Hand (2) war. Als Snack zum Nachmittag war das genau die richtige Größe. Sie schmeckte mir so gut, dass ich vor der Abreise zwei Päckchen kaufte, um sie mit nach Hause zu nehmen. Später zum Abendessen trafen wir uns bei Hans im Glück: Johanna mit ihrer Frau Pat und ihrer Schwester sowie weiteren Freundinnen. Ich aß Blumenkohl-Chunks mit BBQ-Sauce (3), von denen ich einen bei meiner Sitznachbarin gegen eine Pommes tauschte. Als Beilage nahm ich einen kleinen Salat (3).
Am nächsten Morgen ging es in der Kirche weiter. Als modernes Gebäude sah die von außen aus wie ein Raumschiff, war von innen aber hoch und hell (4) mit freundlicher Atmosphäre. Das große, schlichte Kreuz hinter dem Altar hing vor einem blauen Hintergrund (6). Wie bei Einführungen üblich begann der Pastor Loci (Pfarrer des Ortes), Johannas Mentor, den Gottesdienst. Nach der Einführung übernahm dann Johanna, hielt die Predigt zum Text des Sonntages und führte den Gottesdienst zu Ende. Anlässlich des Festtages trug sie zum ersten Mal ihren Talar und hatte als erste offen lebende trans Prädikantin der Ev. Kirche in Baden ein Regenbogen-Beffchen angelegt (5). Den Aaronitischen Segen am Schluss spendete sie mit femininen Pronomen: „Sie lasse ihr Angesicht leuchten über dir.“ Nach dem Gottesdienst gab es in der Gemeinde noch einen Empfang. Anschließend zog der harte Kern in ein Café weiter, in das Johanna eingeladen hatte und wo wir zum guten Schluss noch ein Gruppenfoto (7) machten.
Die Rückfahrt mit dem Zug verlief ebenso problemlos und pünktlich wie die Hinfahrt. Auf der Strecke vom Badischen Richtung Rheinland saß ich neben einer Frau, die eine Aubergine häkelte (8). Ein angefangenes Lauch hatte sie außerdem im Koffer dabei, nur war ihr das grüne Garn ausgegangen. Gedacht sind die Handarbeiten für einen Kaufladen. Nachdem ich in Düsseldorf Richtung Ostwestfalen umgestiegen war, bestellte ich eine vegane Currywurst zum Abendbrot und trank noch einen Tee (9). Mit einem Taxi vom Bahnhof aus traf ich um kurz vor acht wieder zu Hause ein. Was für eine schöne Feier!
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