Sommerweiber

Seit drei Wochen ist die Enkelin ein Schulkind und gestern fand ein Tag der offenen Tür statt. So konnte sich Oma Pressepfarrerin abseits ihres großmütterlichen Lampenfiebers bei der Einschulung alles noch einmal in Ruhe angucken und zeigen lassen.

Der linke Arm der Enkelin im gestreiften Pulli, den Pinsel in der Hand. Sie malt einen Kreis in orange aus, daneben ist bereits ein kleinerer in gelb. Man sieht außerdem eine blonde Haarsträhne und ein bisschen was vom Malkasten.

Die Enkelin hat sich gut in die Schule eingefunden. Die Kinder haben jetzt nicht mehr „Sprache“, sondern von Anfang an „Deutsch“; der Religionsunterricht ist per se ökumenisch (was ich befürworte) und die Klassenzimmer sind so schön und ideenreich gestaltet, dass es eine Freude ist.

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Ein Donnerstag im September #WmdedgT

Die Hoffnung beim letzten Mal, dass ich schnell genesen würde, weil ich den Zenit der Coronainfektion bereits überschritten hätte, erfüllte sich nicht. Statt dessen bekam ich am nächsten Morgen hohes Fieber und mein Hausarzt schrieb mich für zwei Wochen krank.

Auf meinem Wohnzimmertisch ein Strauß bunter Dahlien in einer flaschengrünen, geriffelten Vase. Daneben ein geriffeltes Wasserglas voll mit viel Eis, Orangen, Aperol Spritz und einem schwarzen Strohhalm aus Metall. Im Hintergrund etwas Sofa und etwas von dem Bild, das darüber hängt.

Als die verstrichen waren, fuhr ich ein paar Tage zu je einem lange geplanten privaten und kirchlichem Termin und zack, waren drei Wochen um. Zu der Hochzeit, auf die ich mich so gefreut hatte, konnte ich leider nicht.

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Ein Montag im August #WmdedgT

Als ich erwachte, war es fast 9 Uhr. Das erstaunte mich, denn ich hatte vor Mitternacht Licht ausgemacht und gestern Spätnachmittag ein Schläfchen gehalten. Trotzdem fühlte ich mich bleischwer und hatte wieder Kopfschmerzen, wie die letzten Tage schon. Doch ich rappelte mich auf, begann den Tag, kochte Tee und setzte mich mit einem Käsebrot und einem Mettwürstchen fürs Frühstück an den Schreibtisch. Aber so richtig geheuer war mir das nicht; der Rachen so kratzig, die Füße so kalt und immer noch der Kopf.

Die drei positiven Coronatests.

Also machte ich einen Coronatest und legte ihn irgendwo auf den Schreibtisch, wo ich ihn erstmal vergaß, weil sich eine Bestatterin meldete. Doch als er mir wieder ins Auge fiel, war er mit leichtem Strich positiv. Verdammte Axt. Beim zweiten Test war es sogar noch deutlicher. Das passte zwar zu meinem Krankheitsgefühl, trotzdem waren die Kits schon länger abgelaufen. Darum rief ich in der Apotheke an, hörte, dass sie frische Tests vorrätig hätten, stülpte mir eine Maske über, fuhr hin und brachte von dort gleich Nasenspray mit. Natürlich war auch der dritte Abstrich positiv.

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Der zweite Teil (möbliert)

Ich war noch nicht fertig. Wobei, jetzt bin ich fertig, genau genommen seit Montag Abend. Ich telefonierte noch mit Frau von Grün, um die Ereignisse zu schildern, danach war Schluss. Völlig überdreht und die Wechseljahre machten es nicht besser, statt dessen rappelte das System erst recht.

Die Sitzeckenseite meines Wohnzimmers. Man sieht die neue Couch und den sauberen Pöng nebst Hocker, wo hier und da die Kratzschutzfolie schimmert. Dazu die neuen Wolldecken und auf dem Pöng das Katzennest.

Also versuche ich runterzukommen, erfreue mich an den schönen Zimmern und vergesse tagsüber immer noch, mich während einer Pause einfach mal auf die Couch zu setzen. Ich hatte sie allerdings in den ersten Tagen mit Kratzschutzfolie und mittlerweile mit Alufolie abgedeckt. Langsam komme ich dahinter, dass das nicht nur den #DiätKater, sondern mich gleichermaßen fernhält. Aber ich weiß auch noch nicht, nach welchen Regeln ich es haben will, weil das Sofa so schön neu ist. Vielleicht sollte ich es unter Glas stellen, sodass wir es nur von außen bewundern.

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Keine Blumenpresse, Schrank und Sofa

„Das ist keine Blumenpresse, die wäre viel kleiner, etwa 30 cm x 30 cm“, erläuterte die freundliche Buchbinderin und zeigte die Umrisse mit den Händen. Ich hatte ihr mein Gesangbuch gebracht, das ich noch von meiner Mutter bekommen hatte; schwarzes Leder mit Goldschnitt und aufgeprägtem Namen.

Buchpresse in der Werkstatt.

Mittlerweile hatte sich der Einband abgetrennt; dazu lösten sich die Lesebändchen auf und ein paar Seiten waren verknickt. Also googelte ich nach einer Buchbinderin und brachte es dorthin. Dabei ist mein Gesangbuch nach bald 30 Jahren und obwohl ich es oft mehrfach die Woche in meinen Dienstrucksack pfeffere, abgesehen von den genannten Blessuren gut erhalten. Das liegt an dem Schuber, in den ich es immer stecke. Auch das erklärte mir die Buchbinderin, als sie das völlig zerfledderte Pappding sah und schlug vor, ihn gleich mit zu ersetzen.

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Ein Freitag im Juli #WmdedgT

Ich hatte mir den Wecker in der Nacht eine halbe Stunde später gestellt, denn ich schlief unruhig (Wechseljahre, diesdas), musste aber um 10 Uhr zu einer Sitzung in die Gemeinde. Zwar wurde ich wie fast immer vor dem Klingeln wach, doch die lange Anlaufphase, die ich morgens brauche, fiel deutlich kürzer aus.

Sharepic zum Konzert in dunkel türkis und im Pop Style (keine Ahnung, wie das richtig heißt, eine Mischung aus Comic und Graffiti).
© Philharmoniker

Kaum hatte ich meine Mails gecheckt und ein paar Minuten im Internet gelesen, ging es auch schon weiter, waschen, anziehen, fertig machen. Zwischendurch frühstückte ich ein halbes Brötchen mit Kasseler Aufschnitt und ein paar Schlucke Tee. Dann fuhr ich los.

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