Karfreitag

Der Altar mit verhüllten Abendmahlsgeräten. Schwarzweiß Foto.

„Was heute wohl los gewesen wäre, wenn 400 Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes im Mittelmeer ertrunken wären? Reporter würden aus allen Häfen des Mittelmeers live berichten, wir würden eine Sondersendung nach der anderen sehen, Europa würde Aufklärung fordern und Rechenschaft für die Verantwortlichen. Ertrunken sind bis zu 400 Flüchtlinge. Es war für die meisten von uns ein ganz normaler Tag.“ So schreibt der deutsch-ägyptische Journalist Karim El-Gawhary. Das Mittelmeer ist ein gut bewachtes Massengrab und jeder weiß es. 

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Ein Samstag im April #WmdedgT

Ich habe predigtfreies Wochenende! Das ist auch dringend nötig. Nachdem die Nebenwirkungen weg sind, die mir die letzten zwei Wochen schwer gemacht haben, bin ich ziemlich erholungsbedürftig. Ich erwachte gegen halb sechs aus unruhigem Schlaf, fand das aber nicht schlimm, ich habe ja zwei Tage frei. Ich blieb liegen, bis es kurz vor acht war. Dann stand ich auf, kochte Tee, zog die Rollos hoch und machte die Balkontür auf.

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Laetare

Der Auflauf in der Aluschale auf einem Holzbrett. Darunter eine altrosa Stoffserviette, daneben eine brennende rosa Stumpemkerze. Links dahinter eine Topfpetersilie und rechts der Fastenkalender, ein Motiv mit Meereswellen und zartem Rosa (Morgenrot).

Halbzeit und dieses Jahr auch Beginn der Sommerzeit, dafür stand der Sonntag Laetare. Früher trug er die liturgische Farbe Rosa, weil ab dem Bergfest in das Violett der Passion das erste Licht der Auferstehung scheint. Ich bin ganz gut in die Sommerzeit hineingekommen. Das lag daran, dass die Müdigkeit und der tiefe Schlaf, mit denen das Fasten sonst bei mir beginnt, mich erst jetzt ereilten. Möge beides möglichst lange anhalten, bevor der falsche Rhythmus die Nächte doch wieder versaut. Dabei sollte die Scheiß Zeitumstellung schon seit vier Jahren abgeschafft sein.

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Kopfsachen

Das iPad auf meinem Balkontisch, im Hintergrund ein großer, rosa blühender Strauch. Auf dem iPad die Kacheln der Hörbücher von Merkel, Plass und Rowohlt sowie des eBooks von Martenstein. Auf der Tastatur die drei Dylan-CDs. Zu den Filmen gibt es keine Bilder, aber ich habe unter den Titeln die Trailer verlinkt.

Als Frank McCourt von seiner Erstkommunion wieder daheim war, kotzte er vor lauter Aufregung die Eucharistie in den Hinterhof. Ich dachte Freitag Abend daran, als ich mich, von den Nebenwirkungen des neuen Medikaments geschüttelt, von Harry Rowohlt selig mit einer seiner Bühnenlesungen in den Schlaf labern ließ. Ich hatte die Mahnwache eher verlassen und es gerade den halben Kilometer von der Synagoge bis zu der Bordsteinkante geschafft, an der mein Auto stand. Dass Rowohlt McCourts „Die Asche meiner Mutter“ aus dem Englischen übersetzt hatte, fiel mir kurz vor dem Einschlafen außerdem noch ein. Was einem alles so durch den Kopf gehen kann.

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