Der erste Urlaub des Jahres

Der Wollkopfgier (sein Oberkörper) wie beschrieben mit dunklem Körpergefieder in weißem Kopfflaum. Auf dem Boden Sand, hinter ihm graue Findlinge.

Nach dem Kirchentag hatte ich direkt zwei Wochen Urlaub. Ich faulenzte ausgiebig herum. Das fiel mir leicht, denn in der ersten Woche las ich das Buch, das Antje mir empfohlen hatte. Am Sonntag hörte ich noch die Bibelarbeit von Bischöfin Mariann Edgar Budde. Dann war der Kirchentag auch für mich endgültig vorbei und ich löschte die App von meinen Geräten.

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Auf dem Kirchentag

Mein Hotelflur, der aber nach links offen ist, weil er in Ballustraden um eine riesige Hotelhalle führt. Dort schweben große Puppen als Drachenflieger und mit historischen Flugversuchsflügeln.

Ich war in Hannover auf dem Kirchentag. Formal auf Dienstreise, doch zugleich um meinen Urlaub einzuläuten. Darum checkte ich im Maritim Airport ein. Wenn die Preise anlassgegeben schon raufgesetzt waren, wollte ich wenigstens ein Hotel mit Pool (Fotos). Außerdem nahm ich den neuen Fotoapparat samt neuer 50 mm Festbrennweite mit, den ich mir zu Ostern geschenkt hatte. Ich machte mit mir selbst aus, dass ich mich langsam wieder an eine Kamera gewöhnen würde und blieb darum erstmal bei der automatischen Einstellung, auch um zu gucken, wie das Gerät überhaupt reagiert. Tatsächlich sind die ersten Versuche ziemlich ermutigend.

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Ein Montag im Mai #WmdedgT

Langsames Erwachen am ersten Urlaubstag. Obwohl ich bereits Samstag Abend vom Kirchentag zurückgekehrt war und den Tag gestern mit Buch im Bett verbrachte, immer noch erholungsbedürftig, weil ohnehin sehr urlaubsreif. Darum stand ich auch nur kurz auf. Ich startete die Waschmaschine, bevor das Programm von selbst angesprungen wäre, zog die Rollos hoch, öffnete die Balkontür. Dann kochte ich eine Kanne Tee und legte mich wieder ins Bett. Dort machte ich ebenfalls die übliche Runde durch das morgendliche Internet und fand bei Frau TartanElch auf Bluesky die Ballade vom Brennesselbusch von Börries von Münchhausen, hier die erste Strophe:

Liebe fragte Liebe: „Was ist noch nicht mein?“
Sprach zur Liebe Liebe: „Alles, alles dein!“
Liebe küßte Liebe: „Liebste, liebst du mich?“
Küßte Liebe Liebe: „Ewig, ewiglich!“

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Blütenlese

Rückenansicht von Benedikt im Mittelgang der Kirche Il Gesù, wie er die Kuppel fotografiert.

Genau heute vor sechs Jahren stand ich mit Benedikt in Rom in Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten. In dieser Kirche befindet sich das lapislazuli-goldene Grabmal des Ordensgründers, des Heiligen Ignatius von Loyola, das im Grunde eine Art riesige Spieluhr ist und an seinen Seiten in weißem Marmor den Kampf gegen die Häresie der Reformation und der Lutherübersetzung zeigt. Der Trauerzug von Papst Franziskus, ebenfalls Jesuit, führte heute Mittag an ihr vorbei.

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Franziskus

Wenn der Superintendent sein Jahresdienstgespräch hatte, kam der Präses zum Termin in den Kirchenkreis. Dafür reichte es nicht, dass die Sekretärin wie sonst auch belegte Brötchen oder Teilchen vom Bäcker auf dem vorhandenen Geschirr servierte. Statt dessen wurden zwei belegte Brötchen, eins mit Wurst, eins mit Käse, bei einem Caterer bestellt. Er brachte das Backwerk in Hälften geteilt und mit etwas Salat dekoriert auf einem silbernen Tablett. Eine Stunde später traf der Präses ein, wie üblich mit Chauffeur. Der wartete auf dem Parkplatz hinter der Superintendentur und bekam nicht mal einen Kaffee angeboten.

Ein paar Jahre später wurde Franziskus Papst und scherte sich erstmal gar nichts um den ganzen Firlefanz, der offenkundig auch mit hohen geistlichen Ämtern einhergeht. Er schlief weiter im Gästehaus Santa Marta statt im Apostolischen Palast und traf lieber Geflüchtete und Gefangene als Großkopferte aus Politik und Kirche. Nach einiger Zeit schwappte das Vorbild Franziskus‘ sogar auf die evangelische Kirche über. Landauf, landab wurde bekräftigt, wie sehr man gerade im Protestantismus die Tugenden der Bescheidenheit und Barmherzigkeit pflegte und dem Papst daher nur beipflichten könnte. Für mich klang das eher, als wären da einige völlig unerwartet aus sichrem Schlaf geweckt worden. Ausgerechnet vom Vatikan.

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