
Genau heute vor sechs Jahren stand ich mit Benedikt in Rom in Il Gesù, der Mutterkirche der Jesuiten. In dieser Kirche befindet sich das lapislazuli-goldene Grabmal des Ordensgründers, des Heiligen Ignatius von Loyola, das im Grunde eine Art riesige Spieluhr ist und an seinen Seiten in weißem Marmor den Kampf gegen die Häresie der Reformation und der Lutherübersetzung zeigt. Der Trauerzug von Papst Franziskus, ebenfalls Jesuit, führte heute Mittag an ihr vorbei.
Wobei ich auf die Gegenreformation nur deswegen zu sprechen komme, weil das Foto, das ich von diesem Teil des Grabmals machte, am besten gelungen war, sodass ich es hier zeige. Text-Bild-Schere um der Erinnerung willen. Damals und noch einmal vor drei Jahren besuchte ich Benedikt in Rom, als er sich dort zu Studienaufenthalten befand. Erst beim zweiten Mal schafften wir es gemeinsam zu St. Maria Maggiore, wo Franziskus schließlich beerdigt wurde. Ich weiß noch, wie Benedikt mir im Petersdom von der Einbalsamierung der Päpste sprach und in der Basilika von der Marienikone Salus Populi Romani. Mittlerweile ist er Journalist und war bei Joyn/Pro7 der Trauerfeier als Experte zugeschaltet. Das sah ich mir an, saß dabei vor dem Fernseher und manchmal wieder ein bisschen in Rom. Nur für die Simultanübersetzung der Traueransprache von Kardinal Giovanni Battista Re schaltete ich um aufs Erste. Gestern guckte ich noch die Doku „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ von Wim Wenders, die viel vom sozialen Verständnis dieses Papstes zeigt.

Am 29. März wurde Dr. Adelheid Ruck-Schröder zur neuen westfälischen Präses gewählt. Der Weg dahin war mühsam: Der erste Kandidat zog sich zurück, nachdem es Beschwerden über sein Verhalten gegeben hatte, ohne dass Details darüber bekannt geworden wären. Bei der erneuten Suche nach einer Nachfolger:in für Annette Kurschus wurden drei Kandidat:innen gefunden, von denen zwei einen Rückzieher machten, bevor ihre Namen veröffentlicht wurden. Laut der stellvertretenden Vorsitzenden des Nominierungsausschusses lag das auch daran, dass diese im Fall von Unstimmigkeiten befürchteten, im Internet dauerhaft beschädigt zu werden. Recht so, war mein erster Gedanke. Die Zeiten, in denen man sich als evangelische Führungsfigur alles erlauben konnte, neigen sich hoffentlich dem Ende zu. Wer weiß, ob sie das Gewissen nicht tatsächlich schon drückte. Andererseits bleibt in Erinnerung, wie schlecht beraten Annette Kurschus in ihrer heimischen Landeskirche war und wie schnell man sie in der EKD ziehen ließ, als sich die Situation zuspitzte. Weder bekam sie fachlich sinnvolle Unterstützung hier noch hilfreiche Rückendeckung dort, hin zu welchem Ergebnis auch immer. Auch das merken sich Persönlichkeiten, die man vielleicht gerne in Ämter rufen würde.

Dass das rosa Wunder, das ich von meinem Balkon aus jedes Frühjahr betrachte, eine japanische Blütenkirsche ist, habe ich erst dieses Jahr erfahren, als Berichte über die Kirschblüte im Radio kamen. Auch in der hiesigen Stadt gibt es mehr als die Eine bei uns gegenüber. In der Nähe säumen sie eine ganze Wohnstraße. Als ich kürzlich davon hörte, nahm ich einen Umweg, um mir das anzusehen. Mittlerweile sind die Kirschen verblüht. Dafür standen gestern zwei kanadische Wildgänse vor unserer Haustür, um lauthals mitzuteilen, dass sie wieder im Lande sind. Ich kam gerade nach Hause und ging an ihnen vorbei, ohne dass es sie störte. Drinnen holte ich mein Handy, das ich aufgrund eines kurzen Weges nicht dabei hatte und machte einen Schnappschuss der Beiden aus meinem Küchenfenster. Das Schwanenpaar, das hier früher wohnte, ist nicht mehr da. Beim Überqueren der Straße war 2021 erst ein Junges totgefahren und später der Schwanenvater von einem Auto verletzt worden. Er kam in Begleitung der Schwanenfrau in tiermedizinische Behandlung, von der sie nicht hierher zurückkehrten.

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