Langsames Erwachen am ersten Urlaubstag. Obwohl ich bereits Samstag Abend vom Kirchentag zurückgekehrt war und den Tag gestern mit Buch im Bett verbrachte, immer noch erholungsbedürftig, weil ohnehin sehr urlaubsreif. Darum stand ich auch nur kurz auf. Ich startete die Waschmaschine, bevor das Programm von selbst angesprungen wäre, zog die Rollos hoch, öffnete die Balkontür. Dann kochte ich eine Kanne Tee und legte mich wieder ins Bett. Dort machte ich ebenfalls die übliche Runde durch das morgendliche Internet und fand bei Frau TartanElch auf Bluesky die Ballade vom Brennesselbusch von Börries von Münchhausen, hier die erste Strophe:
Liebe fragte Liebe: „Was ist noch nicht mein?“
Sprach zur Liebe Liebe: „Alles, alles dein!“
Liebe küßte Liebe: „Liebste, liebst du mich?“
Küßte Liebe Liebe: „Ewig, ewiglich!“
Anderthalb Stunden später verließ ich das Bett ein zweites Mal. Ich hing die Wäsche auf, danach belegte ich mir ein halbes Brötchen mit Paprikamortadella. Kaum hatte ich mich damit wieder hingelegt und den ersten Bissen genommen, meldete sich Frau K. per Textnachricht in einer Arbeitspause. Ich rief direkt zurück; wir sprachen kurz über Organisatorisches. Als sie noch klein war, habe ich Frau K. oft „Das alizarinblaue Zwergenkind“ von Münchhausen vorgelesen. Das nahm ich zum Anlass, die hier verknüpfte Balladenseite in meine Linkliste aufzunehmen.

Nicht lyrisch, sondern politisch betrachtet, ist Münchhausen allerdings ein Graus. Das neutralisierte ich, indem ich mich wieder in das gestern angefangene, queerfeministische Buch vertiefte, bis es Zeit zum Mittagessen war. Es gab einen Mischmasch aus gebratenem Spargel, Lauch und Champignons mit Sauerrahm, dazu Kartoffelpüree und Salat. Da ich gestern Abend schon einiges vorbereitet hatte, musste ich mich nur noch um den Spargel kümmern und die Kartoffeln aufsetzen sowie schließlich alles zusammenbauen. Derweil trank ich einen kleinen Becher Sauerkrautsaft und einen weiteren mit zwei in Wasser verrührten Portionen des verordneten Pulvers. Außerdem fütterte ich den #DiätKater.
Das Essen nahm ich wiederum im Bett ein. Anschließend ging es mit dem Buch weiter. Zwischendurch lugte ich immer mal wieder ins Internet, löffelte in der Küche stehend Joghurt und hielt ein Schläfchen. Dann wieder Buch. Später, nach einer Katzenwäsche (für mich), kochte ich frischen Tee und machte mir Bockwürstchen mit Toast und Gewürzgurken zum Abendbrot. Gewaschen und gekämmt aß ich am Tisch.
Nachher kommt der Große Zapfenstreich für Olaf Scholz im Ersten. Auf den freue ich mich schon seit Tagen, denn ich bin ein großer Fan dieses Rituals und höre Marschmusik ausgesprochen gern. Traditionell treffe ich mich dazu mit Wilhelmine Glem, früher auf Twitter, heute bei Bluesky. Kürzlich tauschten wir uns bereits über Scholzens Wunschlieder aus. Bis es so weit ist, lese ich noch ein bisschen und veröffentliche diesen Post, mit dem ich mich an Frau Brüllens monatlicher Blogaktion zum Tageslauf beteilige.
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