
Hannah Häffner hat „Die Riesinnen“ geschrieben. Die Geschichte von Großmutter, Mutter und Tochter in einem Dorf im Schwarzwald. Häffners Sprache ist poetisch und ihre Beobachtungsgabe sehr genau. Das verleiht dem Roman eine unvergleichliche Melodie, die sich auf gut 400 Seiten nicht abnutzt. Die Riesinnen sind Waldmenschen. Das bin ich auch, trotz aller Unterschiedlichkeit. Vielleicht ist es deswegen ein Buch, das so sehr ins Herz geht, dass ich keine Worte dafür finde.

Schon 1977 schrieb Toni Morrison „Solomons Lied“. Tanja Handels hat es neu übersetzt. Das war nötig geworden, weil man Morrison nicht oft genug lesen kann. Noch ein Buch, bei dem ich in stiller Bewunderung lieber die Klappe halte. Außerdem war die alte Übersetzung von Rassismen durchzogen. Der Deutschlandfunk schildert dies in seiner Besprechung. Warum die Übersetzerin aber auf die Idee kommt, am Ende des Buches „Nicht-Schwarzen Menschen“ Hinweise zur lauten Lektüre zu geben, ist mir unbegreiflich. Wie kann man einen Roman mit so einer Erziehungsmaßnahme bekleistern? Sogar Mithu Sanyal, die ein Nachwort geschrieben hat, betont darin deutlich: „Show, don’t tell.“ Ich war kurz davor, das Buch ungelesen in den Bücherschrank zu bringen. Gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass auch für mich gelten sollte, dass Morrison größer ist, als was man dem Buch hintendranklebt. Ab da war der Roman wieder ein Geschenk.
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