Twitterfavs: Die Osterausgabe

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Aus dem Fenster und ins Internet geguckt

Das war’s, was ich heute den ganzen Nachmittag gemacht habe: Aus dem Fenster und ins Internet geguckt. Es war so herrlich wenig los, außerdem träumte ich vom Geschmack meiner ersten Virgin Colada, die ich zum Mittagessen trank. Wäre das nicht in der großen Stadt nebenan gewesen, ich hätte später noch eine genommen. Jetzt beginnt langsam die blaue Stunde. Damit ich trotzdem beschäftigt bin, verblogge ich endlich die gelesenen und gehörten Bücher der letzten Monate:

Martensteins „Jeder lügt, so gut er kann“ (Komma von mir) las ich bereits im Oktober. martenAber das macht nichts, weil ich mir ein paar Marker ins Buch geklebt hatte. Den Anfang fand ich schleppend, danach war es martensteinig wie immer: Lustig, ein bisschen böse und oft sehr klug. Die Geschichte über die Busfahrt des Zehnjährigen ist auf beklemmende Weise berührend. So muss man Ambivalenzen erst einmal beschreiben können. Oder wie es ist, wenn Kinder groß werden und welches Bild von ihnen in den Köpfen der Eltern weiterlebt. Das so schnörkellos in einer Zeitungskolumne in Worte zu fassen, empfinde ich als Kunst. Und die mag ich besonders gern, wenn ich sie irgendwo im Alltag finde.

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Florilegium

Der Isenheimer Altar wird neu aufgebrezelt.

Klingende Toleranz – ein Konzert in der Leipziger Synagoge von 1926 wurde neu aufgenommen.

Pfarrer aus der DDR, die in den Westen gegangen waren, bekamen dort von dünkeligen Kirchenregimentern Berufsverbot.

Altbischof Wolfgang Huber mokierte sich auf und über Twitter und als die #digitaleKirche mit ihm darüber reden möchte, reagiert er nicht. Philipp Greifenstein bringt den Ärger auf den Punkt – Troll emeritus:

Die Kirchenblase auf Twitter ist einigermaßen entsetzt ob der altbischöflichen Einlassungen, die durch keine weitere Diskussion konkretisiert wurden. Aus den zahlreichen Diskussionen im Anschluss an seinen Tweet hat sich Huber bislang fein säuberlich rausgehalten. Er führt sich genauso auf, wie er es in seiner Fundamentalkritik den Nutzer*innen des Sozialen Netzwerks vorwirft: Er geht Menschen aus dem Weg.

John Lennon parodiert Bob Dylan:

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Frau Junas Buch

Frau Juna im Museum zu besuchen, ist immer sehr schön. Es gibt Tee, dazu Schokolade und Frau Juna hat ganz warme Hände. Im Mai bin ich das letzte Mal dort gewesen. Kaum vorher hatte die Zeitung mit den großen Buchstaben verraten, dass Frau Juna an einem Buch schreibt. Sie selbst war da gerade in der Findungsphase: Was soll es werden, wie soll es werden und wird es überhaupt etwas werden?

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„Na ja“, sagte ich zu ihr. „Etwas werden sollte es auf jeden Fall. Das Erscheinungsdatum steht mittlerweile fest und sogar das Gewicht: 159 g.“
Ich reichte ihr mein iPad mini, auf dem ich die Seite mit den entsprechenden Informationen aufgerufen hatte. Frau Juna bekam tatsächlich einen leichten Grünstich um die Nase.

Doch genug aus dem Nähkästchen geplaudert. Das Buch ist da, sogar einen Monat eher als erwartet. Hier sind die Verlagsankündigung mit einem Video und die ersten Termine ihrer Lesungen. „Schonzeit vorbei. Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus“ lautet der Titel. Ein wichtiges Thema, ein ernstes Thema, ein dringendes Thema, das gerade deswegen nicht einfach zu beschreiben war. Umso mehr freue ich mich, dass es gelungen ist, dass es etwas geworden ist oder wie Frau Juna selbst es sagt: „So, nu isses raus. Das Buch. Mein Buch.“ Masel tov, meine Liebe!

Hallelujah (Cohen)

In der grauen Vorzeit dieses Blogs postete ich gelegentlich Lieder, die ich theologisch bemerkens- und hörenswert fand. Zum Relaunch vor drei Jahren habe ich die allerdings fast alle gelöscht. Das wäre nun egal, aber es war eins dabei, das ich kürzlich auf You Tube nur mit Mühe wiedergefunden habe, für mich eine der besten Fassungen von Cohens Hallelujah. Und damit sie nicht noch einmal verlorengeht und weil ich vielleicht ab und zu doch wieder ein bisschen Musik verbloggen möchte, steht sie jetzt wieder hier.