
Das liebe Nachbarpaar hatte mich gebeten, es zu einem Termin zu begleiten. Sie stellten die Frage vorsichtig. Ich bin knapp 30 Jahre älter und gab meine Zusage direkter. So kam ich zu einer Fahrt in einem Mercedes Coupé quer durch die Stadt, bei der ich vorne sitzen durfte und sie extra das passende Lied von AK Ausserkontrolle und Bonez MC für mich rausgesucht hatten.
Nötig wäre meine Begleitung nicht gewesen, das Ganze entpuppte sich als Kommunikationsfehler. Das konnte man aber vorher nicht wissen und weckte bei den Nachbarn rassistische Befürchtungen, die durchaus hätten zutreffen können. Darum war ich quasi als Zeugin geladen.
Auf der Fahrt sprachen wir über den Anschlag auf den CSD in Berlin. Der Nachbar schilderte seine Ansichten zu Islamismus und seine Erfahrungen mit muslimischer Migration aus jesidisch-kurdischer Perspektive, vor allem in seiner Schulzeit. Die Nachbarin saß hinten und hörte zu. Mit ihr rede ich seltener über dieses Thema und wenn, dann nur kurz. Wie ihr letzter Satz, den ich dazu in Erinnerung habe: „Ich kann das Wort Integration nicht mehr hören.“ Am Sonntag Nachmittag bin ich in die Stadt zur Mahnwache wegen des CSDs gefahren. Die ermordete Frau kam aus Polen und war in Berlin einfach nur zu Besuch. Es ist komplex.

Dienstlich hatte ich eine gute Woche. Endlich bin ich da angekommen, wo ich um diese Zeit sein wollte und habe alles aufgearbeitet, was durch die vielen Beerdigungen im Frühjahr liegen geblieben war. Dazu gehörte, dass ich eine Referentin direkt beim ersten Versuch telefonisch erreichte und sie mir zusagte und sich freute. Außerdem wurde ich vom Bestatter für den Umgang mit einer schwierigen Situation gelobt.
Auch mit den Dingen, die privat warten mussten, bin ich mittlerweile hinterhergekommen. Die neuen Pfeile von dem neuen Händler hier aus der Gegend, der mir empfohlen worden war, sind da. Ich war vorher zum Rohschafttest und zur Beratung dort gewesen und es hatte mir gut gefallen. Den anderen Bogen muss ich in Münster noch abholen und dort nach einem Handschuh gucken, doch das kommt jetzt nicht mehr auf ein paar Wochen an.

Als ich während des Studiensemesters mit dem regelmäßigen Bogentraining anfing, dachte ich schon, dass das mit zwei Terminen im Sommer und dreien im Winter, dazu einmal die Woche Aquagymnastik noch schwierig werden könnte. Es ist eben ein Unterschied, ob ich im Laufe der Woche mehrmals für eine Stunde ins Schwimmbad zum Aquajoggen gehe, je nach dem wann ich Zeit habe oder ob Punktum Training ist. Die Folgen daraus sind erstmal gegenläufig: Einerseits bin ich nach vielen Jahren des Aquajoggens als Hauptsportart gerade dankbar, nicht mehr so oft ins Schwimmbad zu müssen. Statt anziehen, ausziehen, abduschen, abtrocknen, kann ich einfach meine Bogentasche nehmen und losfahren. Andererseits sind die festen Trainingszeiten für das Bogenschießen, auch wenn sie Freude machen, ein zusätzlicher Termin und mit 17 Uhr im Sommer für meinen Tagesverlauf recht früh. Also habe ich jetzt erstmal einen Hänger und gehe im Moment nirgends hin. Doch so bin ich nicht erzogen worden. Ich brauchte darum zwei Wochen, bis ich das schlechte Gewissen los war und mir einfiel, dass es für eine berufstätige Frau völlig OK ist, ihren eigenen Rhythmus zu finden. Wenn die Knochen beginnen wehzutun, fange ich schon von selbst wieder an. Heute Morgen beim Aufwachen spürte ich bereits, dass das nicht mehr lange dauert.
Der #DiätKater wird nächsten Monat 18 Jahre alt, das entspricht etwa 88 Menschenjahren. Darum brachte ich ihn diese Woche zur Hundefriseurin, die ihn bürstete und rasierte, die Krallen schnitt und seine Ohren putzte. Von da aus fuhren wir weiter zum Durchchecken und Impfen. Friseur- und Tierarzttermin direkt hintereinander zu legen, hatte mir die Hundefriseurin empfohlen. Leider zeigte sich beim Arzt, dass wieder einige Zähne des #DiätKaters entzündet sind. Weil er deswegen Schmerzen hat, kann ich ihm eine dritte Zahnbehandlung in Vollnarkose nicht ersparen. Allerdings habe ich mit dem Tierarzt vereinbart, dass dann alle Zähne gezogen werden. Es sind ohnehin nur noch wenige und er soll endgültig Ruhe haben.
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