Urlaubstagebuch

Die Rückseite eines Straßenschild es mit mehreren Aufklebern: drei Gesichter, einen schlecht zu erkennende Person, ein Köln Aufkleber. Auf dem ersten Aufkleber oben drüber steht "Bonnanza!" mit zwei n, weil in Bonn. Darunter ein Jesus-lebt-Aufkleber. Insider erkennen das Gebäude im Hintergrund als Uni Bonn.

Erste Woche
Geschlafen und mich jeden Morgen daran erinnert, dass ich heute nichts tun muss, wenn ich nicht will. Am Montag eine große Runde Besorgungen gemacht und die Mappe zum Steuerberater gebracht. Dienstag seit Ewigkeiten wieder am Treffen der Ortsverbände Nord-West der FDP teilgenommen. Das findet sonst immer an einem Mittwoch Abend statt, da habe ich keine Zeit. Dadurch zum ersten Mal im Seekrug gewesen. Schön da. Zur Aquagymnastik und endlich wieder zum Bogentraining. Das fällt blöderweise in den nächsten beiden Wochen aus, weil für das Oktoberfest des Schützenvereins ein großes Zelt auf die Wiese gestellt wird. Am Donnerstag haben wir darum die ganzen Scheiben abgebaut. Viel gelesen und mich politisch sortiert. Gebloggt. Dem #DiätKater beim Gesundwerden zugeschaut. Mit dem Katzenkorb gleich den Sonnenschirm in den Keller gebracht. Freitag die Gottesdienste bis Jahresende gesichtet. Festgestellt, dass ich mit der Vorbereitung sehr viel weiter bin als gedacht. Trotzdem zwei Stunden geopfert. Kopf wieder frei. Nicht geputzt, nur Katzenklo. Samstag mit Weizenbier bei Kerzenschein auf der Couch.

Blühende Einblätter, aus denen undefinierbare, große, verblühte Blätter dekorativ herausragen. Im Hintergrund schemenhaft die gerahmten Fotos an der Wand.

Zweite Woche
In die Gemeinde zum Abendgottesdienst gefahren. Eine gute Predigt gehört, Kürbissuppe und Salate gegessen. Weiterhin viel über Politik nachgedacht. Gebloggt. Die bestellte Machtwechsel-Tasse bekommen. Wegen der antisemitischen Wahlergebnisse mit der FDP zum Solidaritätsbesuch in der Synagoge gewesen. Anschließend Aquagymnastik. Von Dienstag auf Mittwoch zehn, von Mittwoch auf Donnerstag elf Stunden geschlafen. Schnellputzaktion. #DiätKater wieder fit. Freut sich seit langem wieder aufs Fressen. Zum BarCamp Kirche online nach Bonn gefahren. Heribert Prantl im Zug gesehen. Um ein Autogramm in mein Notizbuch gebeten, das er freundlich gab. Der Plan sah vor, frühzeitig im Hotel anzukommen. Ich wollte in Ruhe den BigBrotherAward von Digitalcourage gucken und nicht halb unterwegs mit dem Rollkoffer an der einen und dem Handy in der anderen Hand. Nun, die Bahn ist ein Shithole. Wie üblich im Ameron Hotel Königshof abgestiegen. Zimmer mit Rheinblick bekommen. Im Foyer hängen die Porträts sämtlicher Kanzler:innen und Bundespräsidenten. Zu Hauptstadtzeiten waren sie durch Tagungen im Haus alle einmal dort gewesen und nach dem Wechsel zu Berlin behielt man zumindest die Fotos bei. Nachdem er letztes Jahr noch fehlte, haben sie Friedrich Merz mittlerweile auch aufgehängt. (Sorry.) Mit offenen Vorhängen geschlafen, weil ich den Ausblick so mochte. Vom Sonnenaufgang geweckt worden. Frühstück und Mittagessen auf Rheinterrassen. Rückfahrt vom BarCamp mit leichter Verspätung. Die Bahn hat die vegane Currywurst abgeschafft. Noch mehr gebloggt. Zu Hause mit Weizenbier bei Kerzenschein auf der Couch.

Dritte Woche
Eine gute Nachricht erhalten, die ich erstmal verarbeiten muss. Das Mittagessen verbloggt. Den Urlaub verbloggt. Das BarCamp fast verbloggt. Eine Rückmeldung fehlt noch. Verhandlungen satz- und wortweise. Nervig. Dienstag Hotelzimmer für den Kirchentag reserviert. Ansonsten nichts mehr zu tun gehabt und den Tag noch einmal ordentlich verfaulenzt. Mittwoch Zoom-Termin: Wissenschaft, KiHo, nicht zitierfähig. Nudelsalat. Später Aquagymnastik. Donnerstag Ticketkauf Kirchentag. Letzter Urlaubstag. Sonntag ist Erntedankfest.

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