Punk-Gebet

„[D]as kirchen- und religionskritische „Punk-Gebet“, das die Frauenband Pussy Riot am 21. Februar 2012 in der Moskauer Erlöserkathedrale verrichtete – ist wiederholt im Licht der jurodstvo-Tradition gedeutet worden. Begünstigt wurde diese Deutung dadurch, dass die Frontfrau der Band, Nadežda Tolokonnikova, den „Punk-Auftritt“ als jurodstvo bezeichnete und ihre Gruppe in die Tradition der jurodivye stellte. In der Tat berichten die historischen und hagiographischen Dokumente oft von Störaktionen, die jurodivye in der Kirche begangen haben, um die Gläubigen aufzurütteln und die Missstände in Kirche und Gesellschaft zu entlarven. Diese Störaktionen ähneln dem „Punk-Gebet“ von Pussy Riot sowohl in phänomenologischer als auch in teleologischer Hinsicht […].“

Christian Münch: Das Jurodstvo im russischen Kulturkontext. Ein deutungsgeschichtlicher Überblick, in: Stefan Reichelt (Hg.), Narren in Christo. Über das Unorthodoxe in der Orthodoxie, Leipzig 2020, S. 47. [Ergebnisse der Fachtagung 2016 des Arbeitskreises „Kirche im Osten“. ]

Florilegium

Michael Coors erläutert, dass ethische Sachfragen immer auch Machtfragen sind.

Der braune Dreck hinterm Puddingwunder: Waffen-SS und Zwangsarbeit bei Dr. Oetker.

Der Duft des World Wide Web in der Nase eines Hundes.

Seit 100 Jahren gibt es Radio, aber die erste Rundfunksendung kam erst sechs Jahre später.

Die Schöpfung, ein wundersames Spektrum.

Kirchengeschichte mit Frau Flora: Barocke Ehen ohne Eier.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im unendlichen Zeit-Podcast: Alles gesagt.

Der Algorithmus bei YT hat mir ein Interview mit Marion Gräfin Dönhoff von 1989 hereingespült:

Florilegium

Petra Bahr hat einen Brief an Maria Magdalena geschrieben, zu lesen als Screenshot oder als Link (€).

Frauen gegen Gewalt e.V., der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, hat eine Infoseite mit Informationen Aktiv gegen digitale Gewalt.

Warum es sinnvoll ist, E-Fuels nicht zu verbieten und damit Herr Buddenbohm nicht mehr glauben muss, er kennte online niemanden, die das auch so sieht.

Eine Bäckerei, in der man sich bewerben kann, ohne sich zu bewerben:
Einfach Telefonnummer hinterlassen.

Das Jesusgebet, gesungen auf Ukrainisch:

Vorwort

„Eine meiner ersten Lektüren nach dem Beginn des Theologiestudiums zu Anfang des Jahres 1946 war Romano Guardinis schmales Erstlingsbuch ‚Vom Geist der Liturgie‘, das zu Ostern 1918 als Eröffnungsband der von Abt Ildefons Herwegen herausgegebenen Schriftenreihe ‚Ecclesia Orans‘ erschienen war und in immer neuen Auflagen nachgedruckt werden mußte. Diese kleine Schrift darf man wohl mit Fug und Recht als den Aufbruch der Liturgischen Bewegung in Deutschland bezeichnen. Sie hat ganz wesentlich dazu beigetragen daß die Liturgie in ihrer Schönheit, ihrem verborgenen Reichtum und ihrer die Zeiten überschreitenden Größe neu als beseelende Mitte der Kirche und als Mitte des christlichen Lebens entdeckt wurde. Sie hat dazu geführt, daß man sich mühte, die Liturgie ‚wesentlicher‘ zu feiern (ein Lieblingswort Guardinis); man wollte sie von ihrem inneren Anspruch und von ihrer inneren Gestalt her verstehen lernen als das vom Heiligen Geist selbst gewirkte und gelenkte Beten der Kirche, in dem Christus immerfort neu gleichzeitig wird mit uns, in unser Leben hineintritt. […]

Weiterlesen „Vorwort“

Florilegium

Mevlüde Genç ist gestorben. Im Gedenken an sie hat die Zeit ein Interview mit ihr von 1996 freigeschaltet.

Die KiMuBiLi hat ein Heft mit Porträts von Komponistinnen aus mehreren Jahrhunderten herausgebracht. Man kann es frei herunterladen.

Differenzfeminismus als kritische Ideengeschichte bei Antje.

Frau Auge über die „ungeordnete Liebe“ (Hld 8,6b-7).

Die Retro Audiothek der ARD, darin lauter Schätze wie dieses Interview mit Louis Armstrong aus dem Jahr 1955, der von seiner Frau via Intervallfasten auf Diät gesetzt worden war.

Material gegen Mobbing in Schulen. Ich finde, die Grundlagen passen auch anderswo.

„Sing meinen Song“, die australische Variante (2019):