„Ich lad euch ein“

In Düsseldorf wird der Karnevalszug am 13. März nachgeholt.
Das geht, weil das ein Sonntag ist, jeder Sonntag Tag der Auferstehung und damit ein kleines Osterfest, kurz: Sonntags ist Fastenpause, also kann man da auch feiern. Das musste ich kürzlich im Frauenkreis erstmal erklären, denn die Damen glaubten, die Katholiken hätten sich das nur ausgedacht. Auch in den Sozialen Netzwerken spricht sich unter Protestanten erst langsam herum, dass am Sonntag fastenfrei ist.

IMG_5396

Ich selbst habe mich für eine gewisse Zurückhaltung entschieden. Der Sonntag wird nicht zum Nachholtag, an dem ich alles mitnehme, was reinpasst. Ich gönne mir etwas, aber maßvoll; dieses Mal zwei Sommerrollen vom Vietnamesen und mein erstes Erdinger Alkoholfrei ever. Das war lecker und ich habe mir darum Mitte der Woche einen kleinen Kasten davon gekauft.

Aber die Sache mit der Maßhaltung ist ein Thema, übrigens auch in der Benediktsregel, die mir viel bedeutet. Ich merke, dass es mir gut tut, meinen Rhythmus und mein Pensum zu betrachten und erinnere mich daran, dass ich das am Fasten schon immer hilfreich fand.

Zu mehr, als das zu beobachten und den Fastenkalender zu lesen, bin ich bisher noch nicht gekommen. Das war früher deutlich anders, aber in fast zwanzig Jahren passiert ja auch so einiges. Ich bin durchwalkter, manchmal gelassener; nicht mehr getrieben von der Sorge, mich selbst zu verpassen.

Bewährt hat sich, im liturgischen Rhythmus der Woche zu bleiben: Mit der Fastenpause am Sonntag fängt die Woche an und Mittwochs, wenn Bergfest ist, wechselt der Kalender das Thema, siehe Überschrift. Die Aufregung des Anfangs ist weg, ich schlafe so gut wie lange nicht. Abgesehen von einer Halsentzündung, die mich seit zwei, drei Tagen nervt, fühle ich mich wohl. Zweite Woche rum, so weit so gut.

Erste Woche

In der Keksdose sind übrigens meine Schminksachen.