Radio Zeit in Köln

Im Museum für Angewandte Kunst in Köln (MAKK) läuft gerade die Ausstellung „Radio Zeit. Röhrengeräte, Design-Ikonen, Internetradios“ und ich wäre nicht die Tochter meines seligen Vaters, wenn ich da nicht hingefahren wäre.

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Auf zwei Etagen sind Radiogeräte zu sehen, die seit Mitte der zwanziger Jahre bis heute genutzt werden.
Die designerischen Schwerpunkte der einzelnen Epochen wurden herausgearbeitet und stehen im Gegensatz zur Technik im Vordergrund.

Dabei wird die Formensprache der Hörfunkgeräte durch Wandtexte zu ihrer jeweiligen Zeit in Beziehung gesetzt. So zeigt sich, dass sich das Design von Radios nicht nur an Haushaltsgeräten, sondern auch an Architektur oder Autos orientiert hat. Zusätzlich kann man durch Hörmuscheln in die einzelnen Jahrzehnte eintauchen, die einem politische Reden, Musik und Unterhaltung aus den jeweiligen Radioprogrammen vorspielen.

Es hätte also alles richtig schön sein können, wenn nicht eines merkwürdig gewesen wäre: Man darf in der ganzen Ausstellung nicht fotografieren, weil sie eine „Sonderausstellung“ ist. Das hat mir schon inhaltlich nicht eingeleuchtet; handelsübliche Radios, auch wenn sie alt sind, sind schließlich keine Raketenwissenschaft.

Es ist außerdem entwicklungsgeschichtlich blöd. Für mich hieß das nämlich: Keine Fotos, kein WiFi, kein iPad in der Ausstellung. Die Anbindung an die Moderne („Internetradios“) findet nicht interaktiv, sondern nur nach kuratierten Vorgaben statt. Das geht so weit, dass die erste App des Deutschlandfunks nicht auf einem Bildschirm, sondern auf einer Holztafel gezeigt wird. Ganz im Hier und Jetzt angekommen ist das noch nicht.

Trotzdem ist „Radio Zeit“ eine spannende Ausstellung, zu der es einen schönen Katalog in Deutsch und Englisch gibt. Sie geht noch bis zum 5. Juni. Weitere Infos hier.

Radio von mir, Foto auch.