Auch das noch

Jetzt ist Threads also in Europa angekommen und damit die nächste Alternative zu Twitter am Start. Zur Erinnerung: Twitter gibt es nicht mehr. Murks hat es kaputt gemacht und was X sein soll, wie er das Verbliebene jetzt nennt, weiß ich immer noch nicht. Am Anfang versuchte ich noch, es mittels blauem Haken herauszufinden. Doch der Mehrwert war minimal: Lesezeichen nach selbstgewählten Themen sortierbar, aber nicht verschiebbar; Korrekturfunktion nur bei regulären Posts und mit deutlichem Hinweis; dazu die Performance genau so ramponiert wie vorher. Das war mir auf Dauer keine 11 Euro im Monat wert. Wenn ich den Haken zurückwollte, wären es mittlerweile sogar 25 Euro. Zum Vergleich: Für das monatliche Abo der Welt-App zahle ich 10 Euro und muss noch nicht einmal selber Content liefern.

Auch mit Instagram konnte ich mich nie richtig anfreunden. Ich finde es dienstlich ganz praktisch und privat nutze ich es als Gadget für Foodporn, das war’s auch schon. Instagram ist für mich immer „Twitter für Mädchen“ (m/w/d) geblieben. Hochglänzend, oberflächlich, bisweilen fies, eben die Pferdeschwester unter den Plattformen. Wobei ein Großteil der Accounts selbst gar nichts postet, sondern nur wohlfeil mitliest.

Weiterlesen „Auch das noch“ →

One Step beyond

Dieses Wochenende verbrachte ich zum ersten Mal länger auf Bluesky als auf TwitX. Für mich ist oder war TwitX (Twitter) meine Hauptplattform, während ich mich gleichzeitig auf Mastodon, Instagram, hier im Blog und seit neuestem auf Bluesky rumtrieb, um zu gucken, was sich dort oder bei mir entwickelt.

Larry der Twittervogel weinend draußen vor Umzugskartons, auf dem vordereren Karton das neue X für TwitX.

Doch mittlerweile geht es mir wie vielen Hochfrequenz-Twitterern: Ich würde ja weitermachen wie bisher, aber es ist fast niemand mehr da. Übrig geblieben ist meine Politbubble, allerdings ohne woke Dramaqueens und allzu linken Unsinn, was auf den ersten Blick erfreulich ist, aber meinem Interesse an einem breiten Horizont völlig zuwiderläuft. Dazu kommt ein kleiner Rest der Theobubble, von denen die Meisten ebenfalls schon länger mehrgleisig fahren.

Weiterlesen „One Step beyond“ →

Meine 0,02 €

Wirklich zur Ruhe kommt man ja seit Elon Musks Übernahme von Twitter nicht. Dabei hat sich aus Usersicht bisher eigentlich nichts geändert, außer dass die 2FA zwischendurch mal nicht funktioniert hat. Man könnte die Dinge also einfach abwarten, was allerdings schwerfällt, wenn sich der Big Boss aufführt, wie er sich eben aufführt.

Mein iPad im Splitscreen mit meinem Twitter- und meinem Mastodonaccount drauf. Daneben eine Tasse mit Vater und Sohn uas Rembrandts "Verlorenem Sohn" drauf (Jahreslosungstasse 2022 zu Joh 6,37). Dahinter ein Stein und dann eine kleine Laterne und ein halbmondförmiges Messingdings mit je einem brennenden Teelicht drin.

Ich persönlich war anfänglich sogar recht entspannt und bin es in gewisser Weise noch (siehe weiter unten):

Weiterlesen „Meine 0,02 €“ →

Meine Highlights auf der re:publica

Weil ich von ihm ein Foto gemacht habe, was ich bei den anderen Vorträgen leider vergaß, fange ich meine Highlights mit Thomas Fischer an, dem Richter am Bundesgerichtshof. Fischer trug über „Strafrecht, Wahrheit und Kommunikation“ vor. Er erläuterte, warum lückenloses Strafrecht totalitär ist und dass die Reform des Sexualstrafrechts mittlerweile die „sechste oder siebte“ seit 1997 sei; die jeweils vorherige wäre „kaum in den Kommentaren angekommen“.
Wenn ich an das Gezerre denke, bis Vergewaltigung in der Ehe endlich strafbar wurde, wundert mich das nicht. Dass die Anwendung vorhandener Gesetze in der Kölner Silvesternacht in allen mutmaßlichen Fällen genügt hätte, wie Fischer sagte, wenn denn genügend Polizei vor Ort gewesen wäre, finde ich hingegen ziemlich einleuchtend.

Weiterlesen „Meine Highlights auf der re:publica“ →

Das stARTcamp im Dortmunder U

Ich habe letztes Wochenende das stARTcamp Ruhr York im Dortmunder U besucht, das dort faktisch auf drei Stockwerken lief. Los ging es am Samstag, dem Tag des Bieres, in der sechsten Etage: Ein Bootcamp, inklusive Einführung ins Bierbrauen, inmitten der Ausstellung Neugold.

QVlDa2CH.jpg-large

Das klingt spannend bis chaotisch und anfänglich war es das auch. Denn es sind mehr Leute zum Bootcamp gekommen als erwartet und die Ausstellung war ebenfalls proppevoll. Akustisch ging da nichts mehr, es gab zudem kein Mikro. So habe ich von den Vorträgen nichts mitbekommen, von der Ausstellung auch nicht, war aber trotzdem die ganze Zeit reizüberflutet. Das lag auch daran, dass die Begrüßung ziemlich weitschweifig war, was es mir zusätzlich schwer gemacht hat, den Einstieg, die Getränke, das Treppenhaus, das Klo zu finden. Hier wären ein paar klare Ansagen besser gewesen.

Andererseits war es das schon an Kritikpunkten. Nachdem die Vorträge rum waren, wurde es nämlich richtig klasse.

Weiterlesen „Das stARTcamp im Dortmunder U“ →