Mitte Juli waren Frau Juna und ich beim House of One zu einem Symposium eingeladen.
Vertreter*innen aus Judentum, Christentum und Islam diskutierten dort über Social Media.
Da war ein Imam, der uns die Achtsekunden-Predigten seines amerikanischen Kollegen zeigte, mit denen dieser die Jugend auf Snapchat erreicht. Und der uns erzählte, wie Muslime Bilder von Mekka im Social Web posten. Mekka, das nur von Muslimen besucht werden darf, öffnet sich so der Welt, erklärte er. Ich bekam richtig Gänsehaut, überhaupt habe ich den Tag sehr genossen. Die offenen Gespräche, das ehrliche Interesse aneinander und am Thema. Dann war noch eine Kollegin dabei und wir lernten eine Muslima kennen, die bei den Denkerinnen mitschreibt.
Noch Tage später war ich beflügelt und voller guter Gedanken. Einer davon lautet, wie wichtig es ist, dass sich ein islamisches Bürgertum entwickelt, das sich erkennbar einbringt. Ein weiterer ist die klassische Binsenweisheit, dass es vieles gibt, das uns verbindet: So ein interreligiöser Weiberzirkel (heute sagt man wohl eher Mädelsclub), der sich in der Mittagspause unterhält, das ist schon großartig.
Ausgelassen freut sich mein Herz
„Geh aus, mein Herz“
Meine Highlights auf der re:publica
Weil ich von ihm ein Foto
gemacht habe, was ich bei den anderen Vorträgen leider vergaß, fange ich meine Highlights mit Thomas Fischer an, dem Richter am Bundesgerichtshof. Fischer trug über „Strafrecht, Wahrheit und Kommunikation“ vor. Er erläuterte, warum lückenloses Strafrecht totalitär ist und dass die Reform des Sexualstrafrechts mittlerweile die „sechste oder siebte“ seit 1997 sei; die jeweils vorherige wäre „kaum in den Kommentaren angekommen“.
Wenn ich an das Gezerre denke, bis Vergewaltigung in der Ehe endlich strafbar wurde, wundert mich das nicht. Dass die Anwendung vorhandener Gesetze in der Kölner Silvesternacht in allen mutmaßlichen Fällen genügt hätte, wie Fischer sagte, wenn denn genügend Polizei vor Ort gewesen wäre, finde ich hingegen ziemlich einleuchtend.
Das stARTcamp im Dortmunder U
Ich habe letztes Wochenende das stARTcamp Ruhr York im Dortmunder U besucht, das dort faktisch auf drei Stockwerken lief. Los ging es am Samstag, dem Tag des Bieres, in der sechsten Etage: Ein Bootcamp, inklusive Einführung ins Bierbrauen, inmitten der Ausstellung Neugold.

Das klingt spannend bis chaotisch und anfänglich war es das auch. Denn es sind mehr Leute zum Bootcamp gekommen als erwartet und die Ausstellung war ebenfalls proppevoll. Akustisch ging da nichts mehr, es gab zudem kein Mikro. So habe ich von den Vorträgen nichts mitbekommen, von der Ausstellung auch nicht, war aber trotzdem die ganze Zeit reizüberflutet. Das lag auch daran, dass die Begrüßung ziemlich weitschweifig war, was es mir zusätzlich schwer gemacht hat, den Einstieg, die Getränke, das Treppenhaus, das Klo zu finden. Hier wären ein paar klare Ansagen besser gewesen.
Andererseits war es das schon an Kritikpunkten. Nachdem die Vorträge rum waren, wurde es nämlich richtig klasse.
Alter, die hat mir das privat geschickt
Snapchat ist ja im Augenblick das große Thema.
Dabei wirkt es auf mich, als könnten die Meisten gar nichts damit anfangen. Sie adden sich gegenseitig, um die App beim gemeinsamen Ausprobieren zu verstehen, schicken sich aber eigentlich nur Selfies mit lustigen Masken.
Zugegeben bin ich anfänglich auch nicht viel weiter gekommen. Ich hatte noch nicht einmal die Filter für die Masken gefunden, dachte aber, irgendwer wird irgendwann schon etwas Vernünftiges sagen, das weiterhilft. Doch nichts geschah, jedenfalls nicht in meinem Umfeld. Da wandte ich mich schließlich an diejenigen, die sich mit Snapchat wirklich auskennen: Die Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Risus paschalis
Vor allem Anderen geht es natürlich um Kreuz und Auferstehung:
https://twitter.com/Mrs_Eagle/status/713624738594222080
Von da aus weiter.