Uhura goes multireligiös

Vor meinem Urlaub fragte die katholische Gemeindereferentin an, ob wir uns vorstellen könnten, den ökumenischen Einschulungsgottesdienst nach den Sommerferien als multireligiöse Feier zu veranstalten. Dazu würde es einen Kennenlerntermin mit dem Imam geben und von da aus weiter. Wir beredeten das im Pfarrteam: Ja, grundsätzlich können wir uns das vorstellen, ja, gemäß landeskirchlicher Handreichung an einem „neutralen Ort“ (Turnhalle, Aula) und die Gebete hintereinander, statt miteinander.

Nach knapp fünf Jahren Leben und Arbeiten in einem sog. „sozialen Brennpunkt“ mit reichlich multireligiöser Erfahrung legte ich noch Wert auf Deutsch als durchgehende Sprache und dass wir Christinnen nicht unseren Standard zurückschrauben. Ich möchte nicht als gutmeinendes Vehikel dienen, wo unsere muslimischen Ansprechpartner ihre Hausaufgaben selbst machen müssen. So sprach ich und entschwand in den Urlaub. Die Kollegen würden den Termin wahrnehmen. Weiterlesen „Uhura goes multireligiös“

Zwischendeck

Alles, was unter diesem Post steht, ist vier bis fünf Jahre alt, solange war der Blog nämlich geschlossen. Alles, was über diesem Post steht, ist neu. Stand: Ab Juni 2015. Drei Dinge sollten Sie wissen:

  1. Keine Ahnung, wie lange ich den Blog dieses Mal geöffnet lasse, ging nie lange gut.
  2. Der Blog. Weil ist meiner.
  3. Die talarfarbene Pfarrkatze ist leider seit vier Jahren tot. Hier gibt es jetzt die #ZweiHerren, den #DiätKater und den #NeoKater:

   

Der Barbie-Girl-Vogel

Als Gott die Schöpfung so gut wie fertig hatte, kam ein kleines Vögelchen zu Ihm geflogen, das ganz traurig war: „Herr, ich bin so unscheinbar geraten, kannst Du da nicht noch etwas machen?“
Gott wühlte auf seiner Werkbank herum. Alles war aufgebraucht, die Farben leer und die Federn verteilt. Nur ein wenig Gold war in einem Töpfchen übrig geblieben. Da kam Ihm eine Idee: „Sperr mal den Schnabel auf“, sagte Er zu dem Vögelchen. Als das Vögelchen seinen Schnabel geöffnet hatte, nahm Gott einen Pinsel und tupfte ihm den letzten Tropfen Gold in die Kehle. So entstand die Nachtigall.

Ich komme deswegen darauf, weil bei uns im Garten eine Amsel wohnt, die die Melodie von „I’m a Barbie Girl“ in ihrem Repertoire hat. Also nicht das ganze Lied, sondern den Beginn des Refrains und zwar in erstaunlicher Lautstärke (wenn man bedenkt, wie klein so eine Amsel ist).

Herr, kannst Du bitte noch einmal nachsehen, ob Du noch etwas findest? Irgendwas?

Fotos: Nachtigall von insecta62, Amsel von Malene

Nachdem

„Die Erfüllung einer Verpflichtung wird im Judentum für wichtiger erachtet als die freiwillige Entscheidung, etwas Gutes zu tun. Das heißt nicht, dass es falsch wäre, für sich selbst zu entscheiden, etwas zu spenden, jemandem zu helfen oder zu beten – nur kommt das erst, nachdem Sie die Verpflichtung erfüllt haben. Der verschwommene „gute Wille“ kann nicht die Erfüllung Ihrer Verpflichtungen der Welt und ihren Bewohnern (und ihrem Schöpfer) gegenüber ersetzen.“

Rabbiner Dr. Walter L. Rothschild

Katholiken, die vom Pferd fallen

Ich habe keine Ahnung wieso, aber ich treffe regelmäßig  auf KatholikInnen, die mich fragen, warum sie am Ende der Beichte immer eine gewisse Anzahl von Gebeten „aufbekommen“ haben. Weil, bereut hatten sie ja schon und als Strafe oder Denkzettel taugen Gebete nicht. Nach protestantischem Verständnis sind diese „Endgebete“ als zu leistende Wiedergutmachung sogar überhaupt nicht nötig (CA 20).

Da ich glaube, dass diejenigen, die mich fragen, eine geistliche Antwort und keine kirchentrennende Philippika hören möchten, antworte ich sinngemäß und im Einklang mit meinem protestantischen Verständnis immer folgendes:

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