Florilegium

Fangen wir mit drei Fernsehfilmen an,
so lange sie noch in den Mediatheken zu finden sind:

Eine ausführliche Reportage über die Zschäpe-Anwälte, Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Erst ist man fasziniert und dann stinksauer. Spoiler: Anstand macht sich nicht bezahlt.

Nur noch fünf Tage online, als wäre Kultur eine Ramschware: Kulenkampffs Schuhe, ein Dokumentarfilm über die Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Alexander und Hans Rosenthal und die Welt in den Häusern und Wohnzimmern der 60-er und 70-er Jahre, wo man ihnen zusah.

Nachtrag: Passend zu Kulis Schuhen hat das Archivradio von SWR2 auf ein Radiointerview mit Hans Rosenthal und vielen Hörerinnenfragen aufmerksam gemacht. Das ist nicht genug zu loben, aber hinzu auch dies: Ich hatte gar nicht in Erinnerung, was für eine schöne Sprache Hans Rosenthal hat. Einfach, ausdrucksstark, fein gesetzt, ich könnte ihm allein deswegen stundenlang zuhören.

Lachen, um zu überleben. Da geht’s um Ephraim Kishon, den Link habe ich heute erst bekommen und muss den Film selbst noch gucken. [Auch das ist mittlerweile geschehen, was für eine großartige Dokumentation und wie bewegend!]

Zwei Fragen: Wer war Maria Magdalena?
Und: Ist die Netzgemeinde eine Gemeinde?

Lene nimmt Abschied und diktierte,
was darüber im Internet stehen soll.

Was Art Garfunkel las.

Josel von Rosheim

Ich würde glatt wetten, dass die Meisten diesen Namen noch nie gehört haben. joselganz.jpg
Selbst kenne ich ihn auch erst seit dem letztem Herbst. Da erzählte mir ein Kollege in der Gemeinde, dass er eine Ausstellung über diesen Mann plant:
Josel von Rosheim war ein elsässischer Rabbiner zu Zeiten Luthers und als solcher erst lokal und schließlich reichsweit unterwegs, um Konflikte zwischen Juden und Christen zu schlichten, Verträge auszuhandeln und politische Strukturen zu schaffen, in denen Juden möglichst gefahrlos leben konnten. Er und Luther haben sich vermutlich gekannt, es gibt einen Brief Luthers, der Josel ausgesprochen freundlich anredet, um ihm wenige Sätze später jede Unterstützung zu verweigern.

Darum ging es uns nämlich: Wir feiern im Lutherjahr 500 Jahre Reformation in allen Facetten, die der Protestantismus hergibt, aber Luthers Antisemitismus wird unter den Tisch gekehrt, damit er niemandem die Festlaune verdirbt.
Mein Kollege, schon länger im jüdisch-christlichen Dialog unterwegs, wollte das nicht mitmachen und holte deswegen die Ausstellung über Josel erstmalig ins Ruhrgebiet, also nach „Norddeutschland“. Als ich das hörte, stieg ich mit ein.

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