Architektur

Seine Spitze sollte bis an den Himmel reichen. So zumindest war der „Turm zu Babel“ von seinen ErbauerInnen geplant. Turmbau zu Babel, gemalt von Pieter Brueghel sen.Doch große Klappe, nix dahinter.
Gott musste eigens vom Himmel herabfahren, um das Türmchen überhaupt sehen zu können. Was folgte, war die babylonische Sprachverwirrung, weil Gott von dem Bauvorhaben trotzdem ziemlich angeranzt war.

Mittlerweile scheint Er sich wieder beruhigt zu haben.
Wie sonst ließe sich dieses Sammelsurium erklären?

Wer dadurch ermutigt selbst kreativ werden möchte, lese vorher 1. Mose 11,1-9 und den Exkurs ins Baurecht des netten Herrn Vorsitzenden. Sicher ist sicher.

13 Kommentare zu “Architektur

  1. Mit Verlaub, für mich war die Geschichte vom Turmbau zu Babel immer eine der ärgerlichsten Bibelgeschichten überhaupt. Welche Lektion soll denn da drin sein? Schön unten bleiben, Gott mag es nicht, wenn die Menschen zu ambitioniert sind. Schön dran denken, wo man hingehört. Nicht mein Geschmack.
    Aber die verlinkten Kirchenbilder sind Klasse!

  2. @ Muriel Silberstreif:
    Beim Turmbau zu Babel geht es eher um Selbstanmaßung und Selbstüberschätzung ohne Sinn und Zweck (wie bei der Finanzkrise).

    Denn ambitionierte Leute gibt es in der Bibel jede Menge und alle sind von Gott gemocht. Hier eine kleine Auswahl:
    – Abraham: Soll ein Land entdecken und ein Volk gründen (1. Mose 12,1).
    – Mose wandert aus Ägypten aus und nimmt gleich das ganze Volk Israel mit (2. Mose 3,10).
    – Debora: Richterin, Prophetin und erfolgreiche Kriegsherrin gegen Sisera (Ri 4,4.9).
    – Lydia: Purpurhändlerin und Gastgeberin des Paulus (Apg 16,14.40).

    @ Paula I.:
    Gucken Sie doch mal hier. 😉

  3. @Frau Pfarrerin: Die Erklärung kenne ich. Ich finde sie nur nicht besonders überzeugend. Hybris und wünschenswerte Ambitionen unterscheiden sich doch oft nur durch das Ergebnis. (Dass zum Beispiel Kriegführen und Erobern von Gott oft mit Wohlwollen betrachtet wird, während es hart bestraft wird, einen hohen Turm bauen zu wollen, leuchtet mir einfach nicht ein.) Klingt für mich zu sehr nach „Wenn Gott gewollt hätte, dass wir fliegen können“.
    (Dass ich die Finanzkrise auch für gar kein gutes Beispiel halte, würde hier wohl zu weit führen, wenn wir’s ausdiskutieren wollten,)

  4. Das sind sehr schöne Bilder, vielen Dank! Da stellt sich mir bei vielen abgebildetetn Kirchen die Frage, ob da nicht Gottes Ruhm mit dem von irgendwelchen anderen verwechselt wurde.

  5. @ Muriel Silberstreif:
    Hybris und Ambitionen unterscheiden sich nicht nur durch das Ergebnis, sondern auch dadurch ob man bereit ist, sich (vor Gott) Rechenschaft darüber abzulegen, welche Interessen man verfolgt. Anders gesagt geht es um Verantwortung. Die Sprachverwirrung kann man daher auch metaphorisch als Zerfall eines Teams lesen, in dem vor lauter Egoismus keineR keineN mehr versteht.

    @ Theomix:
    Gerne. Und genau das fragte ich mich auch, als ich die eine oder andere Kirche dort sah.

  6. Damals musste der Allmächtige noch persönlich ran. Heute schaffen das die Handwerker schon bei einem Einfamilienhaus von ganz alleine, trotz gegenteiliger Bemühungen des Al… äh, des Architekten.

    Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten.

  7. Und dann wäre noch die Crystal Cathedral zu nennen… (hoffentlich habe ich das jetzt richtig geschrieben!)

    P.S. Warum machst du den Feed nur zwei Einträge lang?

  8. Vier sind schon besser. Vielen Dank!
    Wenn man, wie ich, nicht jeden Tag ins Blog gucken kann, verpaßt man so leicht interessante Einträge.

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