Uhura goes multireligiös

Vor meinem Urlaub fragte die katholische Gemeindereferentin an, ob wir uns vorstellen könnten, den ökumenischen Einschulungsgottesdienst nach den Sommerferien als multireligiöse Feier zu veranstalten. Dazu würde es einen Kennenlerntermin mit dem Imam geben und von da aus weiter. Wir beredeten das im Pfarrteam: Ja, grundsätzlich können wir uns das vorstellen, ja, gemäß landeskirchlicher Handreichung an einem „neutralen Ort“ (Turnhalle, Aula) und die Gebete hintereinander, statt miteinander.

Nach knapp fünf Jahren Leben und Arbeiten in einem sog. „sozialen Brennpunkt“ mit reichlich multireligiöser Erfahrung legte ich noch Wert auf Deutsch als durchgehende Sprache und dass wir Christinnen nicht unseren Standard zurückschrauben. Ich möchte nicht als gutmeinendes Vehikel dienen, wo unsere muslimischen Ansprechpartner ihre Hausaufgaben selbst machen müssen. So sprach ich und entschwand in den Urlaub. Die Kollegen würden den Termin wahrnehmen. Weiterlesen „Uhura goes multireligiös“

Nachdem

„Die Erfüllung einer Verpflichtung wird im Judentum für wichtiger erachtet als die freiwillige Entscheidung, etwas Gutes zu tun. Das heißt nicht, dass es falsch wäre, für sich selbst zu entscheiden, etwas zu spenden, jemandem zu helfen oder zu beten – nur kommt das erst, nachdem Sie die Verpflichtung erfüllt haben. Der verschwommene „gute Wille“ kann nicht die Erfüllung Ihrer Verpflichtungen der Welt und ihren Bewohnern (und ihrem Schöpfer) gegenüber ersetzen.“

Rabbiner Dr. Walter L. Rothschild

Katholiken, die vom Pferd fallen

Ich habe keine Ahnung wieso, aber ich treffe regelmäßig  auf KatholikInnen, die mich fragen, warum sie am Ende der Beichte immer eine gewisse Anzahl von Gebeten „aufbekommen“ haben. Weil, bereut hatten sie ja schon und als Strafe oder Denkzettel taugen Gebete nicht. Nach protestantischem Verständnis sind diese „Endgebete“ als zu leistende Wiedergutmachung sogar überhaupt nicht nötig (CA 20).

Da ich glaube, dass diejenigen, die mich fragen, eine geistliche Antwort und keine kirchentrennende Philippika hören möchten, antworte ich sinngemäß und im Einklang mit meinem protestantischen Verständnis immer folgendes:

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10 Regeln auf Auswärts

Wir hatten ja schon an anderer Stelle, dass es gut ist, „Fremdsprachen“ zu beherrschen. Darum hier eine Weitere und ganz biblisch gefasst:

Die Zehn Gebote auf Hessisch

1. Isch bin de Hauptscheff.
2. Du derfst üwwer alles dummbabbele, awwer net üwwer de liewe Gott.
3. Am Sonndach schaffe mer nix.
4. Solang Du dei Fieß unner mein Disch schdegge tust, werd gemacht, was isch sach!
5. Du derfst kaan annern batsche.
6. Du sollst net dem annern seins hawwe wolle.
7. Werkzeusch kann mer aach kaafe.
8. Lüsche soll mer net.
9. Du sollst dem annern aach sei Zeusch gönne.
10. Abbedit hole derfste, gegesse werd dahaam.

Ach, und falls Sie nicht aus der Gegend kommen und das Bedürfnis haben, den Text laut vorzulesen: Lassen Sie es lieber sein! :mrgreen:

Danke, EH!