Sounding good to me

Als junger Radiomoderator hatte Thomas Gottschalk auf Bayern 3 „versucht, die Fronleichnamsprozession auf die Autobahn in Richtung Nürnberg umzuleiten und dabei die Autofahrer vor Weihrauchnebel gewarnt“.

Buchcover mit Titel und Verweis auf "Spiegel Bestseller-Autor". Dahinter Thomas im schwarzen Rollkragen in Denkerpose.
© Heyne/Penguin

Dafür kassierte er einen Anschiss von Kardinal Joseph Ratzinger und seinem Programmdirektor, zwei ‚alten Männern, von denen er sich nichts vorschreiben lassen wollte‘. Das muss etwa 1977 gewesen sein, als Thommy 27 Jahre alt war.

Weiterlesen „Sounding good to me“

Die besten 4 und ein Vergleich

Bücher, CDs, Quiz auf meinem Wohnzimmertisch gestapelt (links), die vier Best of auf der rechten Seite einzeln, gut sichtbar aufgetsellt und drapiert.

Seit letzten Herbst hat sich einiges angehäuft: Bücher, CDs, eine DVD und sogar ein Bob-Dylan-Quiz. Ich habe noch gar nicht alles gelesen, geschweige denn das Quiz ausprobiert. Anderes wiederum ist bereits durchgenommen, aber Lust es zu verbloggen, hatte ich aus unterschiedlichen Gründen trotzdem nicht. Immerhin kann ich festhalten, dass ich mich nicht nur dem Internet und den Aktenordnern zuwende, sondern auch anderen Informationsträgern. Zwei Bücher und zwei Mal Musik mochte ich besonders:

Weiterlesen „Die besten 4 und ein Vergleich“

Politik zum Hinhören

Als Liberale im Internet nehme ich Politik oft wie in der Diaspora wahr: Die digitale Kirche und die Bubbles drumherum sind linksgrün und statt dass wie früher ein breites Meinungsspektrum in meiner über Jahre sorgfältig kuratierten Twitter-Timeline durcheinanderschwirrt, befinde ich mich auf Bluesky in einem nahezu völlig und auf Mastodon absolut linksgrünen Umfeld. Die Liberalen und Konservativen hingegen sind trotz der bekannten Schwierigkeiten überwiegend auf X geblieben.

Titelbild des Hörbuchs von Wolfgang Schäuble mit einem Porträtfoto von ihm.
© der Hörverlag

Die Woche nach der Europawahl las ich darum meistens dort mit. Ich konnte die Larmoyanz auf den anderen beiden Plattformen nicht ertragen. Dass man die Grünen zu den eigentlichen Wahlsiegern erklärte – den Unwissenden fehlte nur die richtige Referenzgröße – fand ich noch putzig. Aber als ein Repost vorbeikam, dass die CDU im Gegensatz zu den Blauroten das viel schlimmere Problem wäre, dachte ich, mein Schwein pfeift. Nun wähle ich die Union nicht, schon seit Ewigkeiten nicht mehr, aber ich käme nicht auf die Idee, sie aus dem demokratischen Spektrum herauszusortieren. Im Gegenteil bin ich froh, dass sie noch einigermaßen Zugang zu Leuten findet, die für andere Parteien längst verloren sind.

Weiterlesen „Politik zum Hinhören“

Blumenkönigin

Das hätte ich nie gedacht, dass mir mal ein ganzer Asterix gewidmet wird. Aber nun ist es doch so gekommen. Schön ist er geworden und lustig dazu. Schon klar, natürlich nicht so wie die ersten zwei dutzend Bände, aber von den neueren auf jeden Fall einer der richtig guten. Nur dass männliche Wildschweine Keiler, nicht Eber heißen, hätte ich anzumerken. So viel Jägerlatein sollte man können. Ansonsten lehne ich mich glücklich zurück: „Die weiße Iris“ – alles erreicht im Leben.

Die drei Bücher (das Hörbuch von Feldmann auf dem iPad pro) auf meinem Wohnzimmertisch fürs Foto drapiert.

Auch Birgit Schönau scheint das mit den Keilern nicht gewusst zu haben. Dafür kennt sie sich mit dem Tiber in Rom umso besser aus, sodass sie ein ganzes Buch über ihn schrieb. Darin kommt über die Jahrhunderte hinweg alles vor, was man als Fluss so mitmacht:

Weiterlesen „Blumenkönigin“

Auf Postkarten

Mittlerweile lese ich fast gar keine Belletristik mehr. Entweder ich vergrabe mich in den Aktenordnern oder bin im Internet und der Gemeinde unterwegs. Geschichten mit Anspruch bekomme ich damit genug.

Mein iPad pro mit dem Cover von Richard C. Schneiders Buch und denen der Hörbücher als Kacheln. Auf der Tastatur davor liegt das Buch von Anna Schneider. In der Folge bespreche ich die anderen Büchern nach der Reihe der Kacheln.

Übrig bleiben politische und biographische Bücher, gerne zum Hören beim Einschlafen; zwei eBooks sind aber auch dabei. Und dann doch ein bisschen Belletristik – auf Postkarten.

Weiterlesen „Auf Postkarten“

Tutti Frutti, aber als Bücher

Ich lese ja schon seit Jahren weniger. Was so eigentlich nicht stimmt. Ich lese nur anders verteilt. Viel mehr Internet. Fast kaum noch Belletristik. Wegen eben Internet, aber auch Beruf: Das Leben schreibt genug Geschichten. Dann ist da noch die Sache mit den Aktenordnern. Dazu das, was ich angelesen, aber nicht durchgelesen habe oder was ich nur mäßig fand. Bis ich in den letzten Monaten bei diesen Büchern ankam. Die waren prima.

Aufgeschlagene Doppelseite aus Bob Dylans Buch. Es zeigt links eine Revuetänzerin aus den 50ern im Tutti-Frutti-Kostüm und rechts den Beginn des Kapitels über "Tutti Frutti" von Little Richard.

Nur das Buch von Bob Dylan habe ich noch nicht ganz durch. Da ich mir sowohl die Printausgabe als auch das Hörbuch bestellte, wechseln Wolfgang Niedecken und ich uns mit Lesen ab. Kurze Essays zu jeweils einem Lied aus dem American Songbook, in denen Dylan schreibt, was ihm dazu einfällt. Das ist, wie zu erwarten, eine ganze Menge.

Weiterlesen „Tutti Frutti, aber als Bücher“

Vier Hörbücher

Dunkelrote, fast verblühte Amaryllis auf meinem Wohnzimmertisch, daneben, farblich passend, eine brennende Kerze, dahinter die Couch und davor mein iPad mini mit den Miniatouransichten der vier Hörbücher.

Was Hörbücher betrifft, bin ich ziemlich speziell. Belletristik geht gar nicht, was ich bedaure. Denn mein Interesse an Schmökern hat in den letzten Jahren fast gänzlich abgenommen. Sie mir als Hörbuch anzuhören, wie früher als Kind eine Kassette, klappt aber ebenfalls nicht.

Wenn Hörbuch, dann Sachbuch, bestenfalls eine Biographie und nur zum Einschlafen. Am Wochenende bisweilen noch beim Aufwachen oder Rumgammeln, aber auf keinen Fall beim Kochen, statt Rundfunk oder beim Autofahren. Ich unterhalte mich beim Autofahren ohnehin nicht gern, egal ob als Fahrerin oder mit dabei. Folglich telefoniere ich auch im Auto nicht. Etwas Radio, eine CD mit Musik und zwischendrin mal ein lautgedrehtes Lied reichen völlig aus.

Hörbücher zum Einschlafen sind für mich also am besten. Dann funktioniert auch die Kinder-Kassetten-Methode: Ich muss das Buch mehrfach hören, bis ich genügend Einzelteile zusammenhabe, um sie zu einem inhaltlichen Ganzen zu sortieren. Erst dann wird das Buch langweilig. Wobei ich es als Kind nicht so empfunden habe, dass mir Teile der Handlung entgingen. Wohl erinnere ich mich daran, dass ich meiner Kassetten und Schallplatten trotz häufigen Hörens nicht überdrüssig wurde. Später, als Erwachsene, las ich irgendwo, dass das daran läge, dass Kinder beim Hören jedesmal ein neues Detail entdeckten, statt die Komplexität sofort oder nach wenigen Malen zu erfassen. Das passt zwar nicht mit meiner Erinnerung zusammen, aber mit meiner Einschlaferfahrung.

Weiterlesen „Vier Hörbücher“