Barcamp Ökumene

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Ich fuhr zum Katholikentag nach Münster, zumindest für einen Nachmittag! Das war in mehreren Hinsichten eine gute Idee. Denn nach den vorausgegangenen Erfahrungen auf dem Kirchentag und der re:publica in Berlin ist jetzt klar: Gezielt zu überschaubaren Veranstaltungen ja, Massenansammlungen und Themenhopping nein. Das Barcamp Ökumene am Samstag Nachmittag war für diese Erkenntnis genau richtig.

Als guter Plan erwies sich auch, in Münster viele Bekannte zu treffen. Das hat super geklappt. Außerdem waren die Katholiken unglaublich herzlich und gastfreundlich. Sind wir eigentlich auch so? Ich hoffe es sehr.

Dann lief es inhaltlich auch noch klasse. In der ersten Runde hatte ich für #twomplet und #twaudes zusammen mit Leuten von #twalm und Offene Bibel eine Session angeboten, die man im Stream angucken kann. Material zur #twomplet gibt es kurz zum Nachlesen hier oder ausführlicher hier.

In der zweiten Runde nahm ich an einer Session über ökumenisches Grenzgängertum teil, die mich sehr ins Nachdenken brachte. Der Umgang der jeweiligen Konfessionen mit ihren Kirchenleitungen ist sehr unterschiedlich, was ein Einfallstor für Missverständnisse ist und dafür, in einer Rechtfertigungsmühle zu landen. Ich habe jedenfalls besser verstanden, was ich nicht verstanden habe, so kommt man weiter.

Also rundherum eine tolle Sache. Entsprechend gut gelaunt fasste ich den Tag in einem Twitterthread und in der Fotocollage zusammen:

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Florilegium

Heute vor einem Jahr, also vor einem Kirchenjahr, nämlich am Sonntag Lätare, hielt ich meine Bewerbungspredigt und den Bewerbungsunterricht in der hiesigen Gemeinde. Auf der Rückfahrt im Zug ließ ich mein iPad liegen, das ein syrischer Geflüchteter fand und mir zurückgab, ohne Finderlohn nehmen zu wollen. Heute habe ich das in der Predigt erzählt, wie ich damals zurückfuhr und „was dann geschah“: Gelebtes Evangelium, erklärt sich von selbst.

In China fangen sie jetzt an, mit Sozialkreditpunkten zu experimentieren, um das systemkonforme und moralische Verhalten der Menschen zu steuern. Es ist ein Albtraum.

Thomas Hirsch-Hüffell hat noch einmal in einem ausführlichen Blogpost zusammengestellt, was man beim Predigen beachten sollte.

Ende Februar ist der Mathematiker Andrew Ranicki, Sohn von Teofila und Marcel Reich-Ranicki, gestorben. literaturkritik.de veröffentlicht ihm zum Gedenken einen Text Ranickis, in dem er aus seiner Familiengeschichte nach der Schoah erzählt.

Bei ZDF History gibt es noch bis Ende September eine Dokumentation über Udo Jürgens.

Das heutige Florilegium begann mit Lätare und endet auch damit, denn heute ist Kardinal Karl Lehmann gestorben. Ich mochte ihn sehr, weil er über die Erstarrung der katholischen Kirche hinweg wieder auf die Menschen geblickt hat. Christiane Florin beschreibt dies in einem Nachruf.

Florilegium

Nach einer heftigen Woche und einem schönen Erntedank-Gottesdienst sitze ich völlig KO in der Stube, höre Thomas Gottschalks großartige Radioshow und sortiere meine Links:

Der katholische Pastoraltheologe Richard Hartmann denkt darüber nach, wie die Digitalisierung das Amtsverständnis verändert: „Wenn Ämter nicht mehr direktiv die Kommunikation gestalten und bestimmen können, wenn in dieser Gesellschaft Amtsträger nicht mehr automatisch Leitungsvollmacht haben. In dieser offenen Diskursgesellschaft ist die Freiheit, auch die Freiheit des Gottesvolkes, ganz anders als früher.“
Das gilt auch für die evangelische Kirche. Gelobt sei Gott!

Die Kollegin Ploetzlichpfarrerin erzählt, wie ihr Leben und Sterben im Pfarrberuf begegnen: Herbstzeitlose.

Dem Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam kann man per Webcam zugucken.

Ein archäologisches Forschungsteam der Universität Stockholm stellte fest, dass der Wikingerführer aus Birka (mit Langschwert und Streitaxt beerdigt), den man immer für einen Mann gehalten hatte, in Wirklichkeit eine Frau war. Hier der vollständige Artikel über die Untersuchung und ihr Ergebnis: A female Viking warrior confirmed by genomics.

Margrith Bigler-Eggenberger wurde 1972 die erste Bundesrichterin in der Schweiz. Ihr Einsatzgebiet war das Familienrecht, wenn auch nicht ganz freiwillig: „Ich musste dorthin gehen, wo Frauen hingehören…“

Der österreichische Philosoph Konrad Paul Liessmann über Rechtspopulismus: „Alle politischen Botschaften stellen Vereinfachungen dar. Niemand im politischen Spektrum kann für sich die Behauptung aufstellen, allen Schwierigkeiten und Unübersichtlichkeiten bei den grossen gesellschaftlichen Themen gerecht zu werden.“

Bob Blume zur Dropboxisierung des Lehrernachwuchses, also was passiert, wenn man das mit dem Internet und den Arbeitsblättern nicht zu Ende denkt.

Der ehrenwerte Herr MiM, Vater von Drillingen, über das Trösten: „Trösten ist der Väter Pflicht.“

Zum Schluss kommt wieder Musik: In sechs Schritten zum Hören von Obertönen. Wunderschön und wirklich lehrreich. Seit dem höre ich die Obertöne, die die Kirchenglocken nebenan hervorbringen, aber auch die des Staubsaugers. Nun ja.

Mit spitzer Feder

Altes Land von Dörte Hansen ist ein Heimatroman bü1über Frauen einer ostpreußischen Familie, die im Alten Land (das ist eine Gegend nord-westlich von Hamburg) versucht heimisch zu werden. Was nach schrumpeligen Äpfeln und Flucht aus Trakehnen riecht, entwickelt sich zu einer spröden, bis ans Bittere herben Geschichte, die sich diverse Seitenhiebe auf die verschnöselte Ökogesellschaft nicht nehmen lässt und auf schräge Weise galant dabei bleibt.
Christian hatte mir zur Einführung einen Büchergutschein aus der hiesigen Buchhandlung geschenkt, den ich größtenteils für dieses Buch aufgewendet habe. Noch einmal vielen Dank dafür!

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Kirchentag und #twomplet (aus dem Zug)

Noch zwei Wochen bis zum Umzug in die neue Gemeindesiehstimos1613, doch ich liege gut in der Zeit und wollte meine Zusagen für den Kirchentag unbedingt einhalten. Also bin ich hin, nur zu „meinen“ Terminen, nix weiter angeguckt, außer einem Sprung in den Magdeburger Dom, kurz bevor dort eine Veranstaltung anfing.

Und siehe, es war sehr gut. Ich konnte mich entspannen, sogar ein wenig erholen, habe Freundinnen und Bekannte getroffen und abends mit ihnen zusammengesessen, das war ganz großartig! Den Kirchentag in Berlin und in den Lutherstädten auf dem Weg anzusiedeln, hat ihn, glaube ich, ein bisschen versendet. Das wurde auf den Straßen und in den Pausen auch immer wieder diskutiert, für mich aber war es genau richtig.

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„Ein Kanapee brauche ich immer“

Von Benedikt XVI. ist ein neues Buch erschienen: „Letzte Gespräche.“ _lb-7iaeDas sind Interviews, die Peter Seewald mit dem emeritierten Papst geführt hat. Der wiederum war einverstanden, dass diese auch veröffentlich werden.
Es ist ein freundliches, ja herzliches Buch geworden, was nicht nur an Seewalds einfühlsamen Fragen liegt. Immer wieder schimmern Benedikts zarten Saiten durch. Ratzinger und Seewald schauen gemeinsam zurück, ordnen Erlebnisse ein oder stellen manchmal etwas richtig: Zeitgeschichte und darum auch für Nicht-Theologen gut verständlich.
Deutlich ist, dass der vormalige Papst selbst dieses Resümee nicht mehr braucht. Er hat seinen Frieden mit dem Erlebten gemacht. Angekommen im betenden Hier und Jetzt, über die Kindheit und Jugend in Bayern, Konzil und Professur, bis er – kaum dass er sich in das Bischofsamt in München eingefunden hatte – nach Rom gerufen wurde. Die Geschichte ist bekannt.

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#twomplet goes #loccweb15

Seit Januar 2014 wird auf Twitter ein ökumenisches Nachtgebet gehalten: Die #twomplet. Das ist ein Kunstwort aus Twitter und Komplet, dem Nachtgebet der Kirche. Gegründet wurde die #twomplet von Benedikt Heider. Er war damals noch Abiturient und hat erst jetzt ein Studium der katholischen Theologie angefangen. Hier der Tweet, mit dem die #twomplet begann:

Über 1000 Leute folgen der #twomplet mittlerweile, über zwanzig von ihnen wechseln sich jeden Abend um 21 Uhr mit dem Vorbeten ab. Die #twomplet wurde schon auf der Deutschen Bischofskonferenz und der Ordenskonferenz vorgestellt. Auch die evangelischen Kirchen kriegen langsam mit, dass da was läuft. Nachdem sie im Juli 2014 auf dem Internettag der Bayrischen Landeskirche vorgestellt wurde, ist die #twomplet nun bei einer Tagung zu Glauben und Social Media in der Ev. Akademie Loccum zu Gast, vorgestellt von Benedikt Heider und mir. Und zum Angucken der zweite „Gründungstweet“:

Das Material zu unserem Vortrag in Loccum findet sich hier:

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