Im Namen der Robe

König Friedrich-Wilhelm III. von Preußen hat im Jahr 1811 per Gesetz verfügt, dass der Talar Amtstracht der Richter, Rabbiner und evangelischen Pfarrer ist, offenbar mit „bundesweiten“ Konsequenzen.
Nicht geregelt hat er allerdings, wie oft das gute Stück zu waschen sei –
sehr zum Bedauern des netten Herrn Richters, der unter diesem Regulierungsdefizit (bezogen auf manche Rechtsanwälte in seinem Gerichtssaal) des Öfteren zu leiden scheint – frei nach Loriot: 

„Herr Doktor Müffel, Sie lassen sofort diese Robe zu Wasser!“

Dadurch angeregt und durch einen früheren, jetzt leider unauffindbaren richterlichen Hinweis, dass die Robe nicht nur von Kitteldiensten, sondern auch gut im eigenen Haushalt zu reinigen sei, habe ich mich gestern dem Allmächtigen und dem Amtsgericht empfohlen und meinen uralten Leinentalar bei 30° C in die Waschmaschine geschmissen: Es ist gut gegangen, alles strahlend schwarz.

5 Kommentare zu “Im Namen der Robe

  1. Unter Kollegen in die Öffentlichkeit hinausposaunt: Ich/ wir habe/n bisher immer Reinigungen bemüht, weil das Bügeln etwas kompliziert sein soll. (In geteilter stelle sind auuch 2 Talare nötig.Stelle teilen geht, Talar nicht.) Strahlende Schwärze im Knitterlook möchte ich vermeiden.

  2. Das Bügeln hat mir, lieber Herr Theomix, die geringsten Probleme bereitet, da eben Leinentalar: Bügelbrett unterlegen, dann noch feucht aus der Waschmaschine auf höchster Stufe drüberplätten und aushängen lassen.

    Ich habe mir eher Sorgen gemacht, ob der Talar die Wäsche übersteht, weil er wirklich uralt ist (ich bin die fünfte, die ihn trägt).

    Bei diesen modernen Popelinetalaren sorgt man sich natürlich umgekehrt, das leuchtet mir ein.

  3. Meiner ist aus Baumwolle, den Stoff eigenhändig versteuert, und nun auch schon 21 Jahre alt. Das mit dem Stoff kam, weil ein Diakonisches Zentrum einer schwarzen lutherischen Kirche in Südafrika das Teil produziert hatte.

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