Ein Mittwoch im Juni #WmdedgT

Der Morgen begann nach langem Schlaf mit einer Kanne schwarzem Tee, Kytta und Tannolact sowie dem Wechsel vom Bett ins Arbeitszimmer. Verschiedene Sachen waren zu erledigen oder weiterzumachen: Die nächste Mahnwache vor der Synagoge und der ökumenische Queergottesdienst zum CSD mussten auf Instagram und Facebook angekündigt werden.

Foto des Lernschwimmbeckens. Im Vordergrund an einem Ständer, dick wie ein kleiner Laternenpfahl und auch recht hoch, eine Art Mobile aus großen, bunten Trichtern. (Es ist jetzt ausgeschaltet, in Betrieb kippen sich die Trichter reihum Wasser weiter und irgendwann aus.)

Ich las den Predigttext für Sonntag sowie die Verse und das Evangelium drumherum erneut, um ihn weiter im Hinterkopf zu bebrüten (und morgen das Ergebnis dieser Gedankengänge aufzuschreiben). Dazu kamen das übliche Gewurschtel, ein Butterbrot mit Zwiebelsalami und eine unerwartete Mail. Deren Inhalt sorgte dafür, dass ich meine Arbeit unterbrach und kurz wegfuhr, um mir etwas anzusehen. Vorher fütterte ich noch den #DiätKater.

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Die Farben, der Alltag, die Narben

Dass ich das Chamäleon fotografiert habe, ist mittlerweile über einen Monat her. Da war ich zum ersten Mal in diesem Jahr und nach allem, was los war, auf dem Bogenparcours. Anfänglich nur auf dem unteren, kleinen Teil, um langsam in die Gänge zu kommen. Letzte Woche ging ich dann erstmals wieder auf die Anhöhe, aber mein Knie fand, das war noch keine gute Idee.

Kopf und Oberkörper des bunten Gummichamäleons auf dem Parcours. Da wo ich die Ohren vermuten würde, steckt ein Pfeil und lehnt meine Bogenspitze. Man sieht mit Mühe noch zwei weitere Pfeile, eher unter dem Gummitier.

Das Bogenschießen nutze ich nicht nur, um mich zu bewegen, sondern auch um mich zu sortieren. Ein buntes Chamäleon, das in allen Farben gleichzeitig leuchtet, statt sich je nach Umfeld für eine zu entscheiden, spiegelt meine Gemütsverfassung ziemlich genau wider: Unsortiert, unfertig, unklar, auch wenn die Farben eigentlich ganz schön sind. Obwohl äußerlich alles ist wie bisher und es hinter den Kulissen sogar aufwärts geht, habe ich doch ein neues Level freigeschaltet. Außerdem hat mich der Alltag wieder.

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Ein Sonntag im Mai #WmdedgT

Ich habe predigtfreies Wochenende. Das hatte ich mir wegen der Konfirmationen letzten Sonntag schon im Herbst so eingerichtet, als von Wiedereingliederung noch keine Rede war.

Ich schlief also aus und vergammelte den Vormittag. Zwischendurch kochte ich mir eine Kanne Tee. Außerdem waren noch die Beckenbodenübungen dran, für die ich ein Gerät habe, das mir die Arbeit vorerst abnimmt.

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Adam, Eva und der Apfel

Die Konfirmationen liegen hinter mir. Das war das erste Ziel, auf das ich nach meiner Rückkehr hingearbeitet hatte: Der Rüstgottesdienst durch den CVJM am Samstag, wo ich zwei Konfirmandinnen taufte und heute die Konfirmation.

Auf dem Altar: Grüne Äpfel und die Schlange drumherum gelegt, Umhängekreuze, ein paar Liedblätter und die beiden Dosen mit den Apfelringen.

Bei mir hat die jedes Jahr ein anderes Thema. Dieses Mal lautete es „Adam, Eva und der Apfel“ (Gen 3). Es ging um die Befähigung, das Leben zu gestalten, zu arbeiten und zu lieben und dafür trotz aller Widersprüche gesegnet zu sein. Also genau das, was Taufe und Konfirmation ausmacht. Die Gemeinde bekam apfelgrüne Liedblätter und saure Gummiäpfel, die Konfis einen richtigen Apfel plus Hariboschlange und natürlich das obligatorische Kreuz zum Umhängen sowie Mappen mit Urkunden und Fotos.

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#NeoKater returns

Am Montag rief das Tierbestattungsunternehmen an, dass ich den #NeoKater abholen könnte. So hatte ich es mir gewünscht, sie brauchten ihn nicht zu bringen und die Urne wollte ich zu Hause in Ruhe aussuchen.

Der Balkontisch mit Blick auf des #NeoKaters Lieblingsgebüsch in stimmungsvoll gesofteter Aufnahme. Der Tisch ist mit silbergrauen Servietten abgedeckt. Darauf steht eine kleine Topfrose mit zwei Blüten und mehreren Knospen. Davor auf der einen Seite ein brennendes Teelicht in einem kleinen, grauen Halter, daneben auf einem roten Tuch aus dem Bestattungskarton die Mangourne. Sie hat auf dem Deckel als Griff eine weiße Quaste. Es ist quasi das "offizielle" Urnenfoto.

Die erste, aus Olivenholz, war gleich zu klein, die Angaben stimmten nicht. Die zweite, aus Mango, bestellte ich in einem Tierurnenhandel, die passte dann. Ich habe mich immer gefragt, wie die Asche von Verstorbenen wohl aussieht. Als ich sie jetzt sah, erinnerte sie mich an kleinere Muschelstücke, von Austern oder Jakobsmuscheln vielleicht. Wo der #NeoKater begraben wird, weiß ich immer noch nicht. Ich habe ein, zwei Ideen, muss die aber weiter in meinem Herzen bewegen. Bis dahin bleibt er erstmal hier.

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Ein Freitag im April #WmdedgT

Heute ist der #NeoKater schon acht Tage tot. Die Zeit vergeht wie im Flug und der #DiätKater und ich haben das noch lange nicht verarbeitet. Er ist immer noch misstrauischer als ohnehin schon (nicht ganz zu unrecht, wie sich noch zeigen wird) und ich gehe durch Raum und Zeit wie auf Eiern. Abends bin ich völlig KO.

Archivbild vom #NeoKater: Auf der Fensterbank in einem Karton, man sieht das Köpfchenen, davor eine Pfote, die er aus dem Karton streckt. Die hellblaue Farbe mit braunschwarzem Muster des Papiers, mit dem der Karton eingeschlagen ist, passt zur Farbe des Himmels und von Bäumen und Sträuchern, die man im Hintergrund durch die (dreckige) Febsterscheibe sieht.

Noch eine gute Woche, bis die Wiedereingliederung startet. Am Ostermontag hat Frau K. den DeLorean zurückgebracht. Ich versuche, durch kleinere Termine und Aktionen wieder in Schwung zu kommen, damit ich nicht ganz so schlapp bin, wenn es wieder los geht.

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Was bisher geschah

Gestern ist Richard Serra gestorben. Er gehört zu meinen Lieblingskünstlern und das Environment „Circuit“ ist eine meiner Lieblingsskulpturen. Ich fotografierte es 2015 in Bochum.

Circuit: Drei mehrere Meter hohe Stahlplatten, geometrsich einander zugeordnet und beschienen von Licht, das durch Deckenfenster fällt.

Bei Serra gefällt mir das Arbeiten mit Eisen oder Stahl, die auf den ersten Blick rohe, manchmal verwitterte Wucht, während er zugleich mit geometrischer Exaktheit spielt. Das macht Serras Werke nicht nur erhaben, sondern zart und durchlässig bis ins Metaphysische. Die Stahlskulptur „Axis“ steht in der hiesigen Stadt vor der Kunsthalle. Ich werde sie in den nächsten Tagen besuchen.

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