Gott und ich

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lk 6,36

Von guten Mächten treu und still umgeben,  behütet und getröstet wunderbar,  so will ich diese Tage mit euch leben  und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Dietrich Bonhoeffer

An Weihnachten singen wir „O du fröhliche“ und zum Jahreswechsel „Von guten Mächten“. Zumindest kenne ich das so und habe die Lieder im Ohr und auf den Lippen, auch wenn die Gottesdienste nicht stattfinden konnten. Denn die Gesänge haben etwas Tröstliches. Mit dem letzten Ton von „O du fröhliche“ hat Weihnachten wirklich angefangen; mit „behütet und getröstet wunderbar“ werden wir an Silvester über die Schwelle ins neue Jahr geleitet. Und das Alles mit Mundschutz oder Mund-Nasen-Schutz, die Nase muss ja mit drunter – fast das ganze vergangene Jahr über und das nächste vermutlich auch. Mittlerweile haben die ersten Impfungen stattgefunden, aber wir sind ein großes Land. Es wird Monate dauern, bis so viele geimpft sind, dass der Impfschutz anfängt zu greifen.  Weiterlesen „Gott und ich“

Twitterfavs

Die Adventsausgabe

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Was bisher geschah

Nun hatte ich in der neuen Stadt gerade ein bisschen Fuß gefasst, als ich vor zwei Wochen ins Krankenhaus musste, weil ich bei der Mammographie ab 50 ein Ticket gezogen hatte. Dabei bin ich nur fürs gute Gewissen hingegangen, zähneknirschend; die Einladung zum Screening kam, als ich noch nicht alle Umzugskisten ausgepackt hatte. Und dann war es genau rechtzeitig, um die Geschichte kurz zu machen. 

Das Screening ist unter den Frauen umstritten, nur die Hälfte geht hin. Ich bin jetzt natürlich eines besseren belehrt und sprach auch mit dem Arzt im Krankenhaus darüber: „Es ist wie bei Corona, weil wir mehr testen, finden wir auch mehr. Dadurch nimmt die Sterblichkeit ab, weil wir schneller sind. Wenn Sie viel im Internet unterwegs sind, sagen Sie das den Frauen, damit sie teilnehmen.“ Meinen Befund z.B. konnte man nur durch die Mammographie erkennen; tasten oder bei der Operation mit bloßem Auge sehen konnte man noch nichts. Eine nicht so häufige Vorstufe, von der man nicht weiß, ob und wann sie aufgegangen wäre. Aber Zellen waren da und wurden durch eine Operation entfernt. Am Montag hatte ich das Abschlussgespräch bei meiner Ärztin, erst in einem Jahr soll ich wieder hin. Wobei sie mir anbot, bereits nach der Hälfte der Zeit einen Ultraschall zu machen. Sacken lassen muss ich das Ganze trotzdem noch.

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Florilegium

Und denke so: Wohlan, der Feind hat uns durch Gottes Zulassen Gift und tödliche Ansteckung hereingeschickt. So will ich zu Gott bitten, daß er uns gnädig sei und es abwehre. Danach will ich auch räuchern, die Luft reinigen helfen, Arznei geben und nehmen, Orte und Personen meiden, wenn man mich nicht braucht, damit ich mich selbst nicht vernachlässige und dazu durch mich vielleicht viele andere vergiftet und angesteckt werden und ihnen so durch meine Nachlässigkeit eine Ursache des Todes entsteht. Will mich allerdings mein Gott haben, so wird er mich wohl finden; so habe ich doch getan, was er mir zu tun gegeben hat, und bin weder an meinem eigenen noch an anderer Leute Tod schuldig. Wenn aber mein Nächster mich braucht, will ich weder Orte noch Personen meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen, wie oben gesagt ist. Sieh, das ist ein rechter, gottfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn oder frech ist und auch Gott nicht versucht.

Martin Luther, Ob man vor dem Sterben fliehen möge (WA 23,338ff)
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Was bisher geschah

Auf dem Wohnzimmertisch stehen Blumen, das habe ich mir kurz nach dem Einzug so angewöhnt. Damals besorgte ich drei Pfingstrosen, weil ich nach dem ganzen Umzugsstress etwas Buntes brauchte. Über Google fand ich zu einer Friedhofsgärtnerei in der Nähe mit einer kleinen, feinen Schnittblumenauswahl. Seit dem gehe ich etwa alle drei Wochen dorthin und suche mir ein, zwei Blumen mit etwas grünem Chichi drumrum für meine Tütenvase aus. Das ist so schön, dass ich nicht weiß, ob ich mir das wieder abgewöhnen kann.

Vor allem jetzt, wo es mit draußen auf dem Balkon sitzen für dieses Jahr wohl vorbei ist. Das ist ja auch so ein Ereignis: Mein erster Balkon. Ich bin ganz zufrieden! Wichtig ist mir nach wie vor, dass ich die Wahl habe. Ums Haus herum sind genügend Wiesen, Bäume und Möglichkeiten, sodass ich mich ganz nach draußen setzen könnte, wenn ich wollte. Trotzdem ist der Balkon super. Das liegt daran, dass ich so ein Schisshase bin. Ich mochte die Terrasse am Pfarrhouse gern, doch wenn es im Spätsommer um 21 Uhr dunkel war, saß ich drin. Auf dem Balkon mit seiner leichten Höhe und dem Geländer davor fühle ich mich sicherer und habe bis weit in den Herbst hinein noch spät abends im Dunkeln draußen gesessen.

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