Dieses Lied habe ich gefunden, als ich die #twomplet für heute vorbereitet habe. Es ist aus der CD „My Mother’s Hymn Book“, mit Liedern, die Johnny Cash als Kind von seiner Mutter lernte. Ein richtiger Ohrwurm.
Monat: August 2018
Eat, pray, sleep, repeat

Ich bin ein paar Tage weggefahren, was sehr schön und erholsam war. Donnerstag bis Montag verbrachte ich im Berneuchener Haus/Kloster Kirchberg. Seit 25 Jahren komme ich immer wieder dorthin, damals noch als Jungschwester. Die Berneuchener Bewegung ist auch später meine geistliche Heimat geblieben, über den Ort hinaus.
Abgesehen davon ist es auf dem Kirchberg wunderschön, ein freundliches Tagungshaus mit großartigem Essen. So konnte ich spüren, wie ich schrittweise zur Ruhe kam. Der Wetterumschwung, der mir am Freitag den Kreislauf völlig zerschoss und sich auch in den Tagen darauf immer wieder bemerkbar machte, hat dabei allerdings ziemlich nachgeholfen.
Lesen und Essen
Eigentlich hatte ja alles im Frühjahr beim Grillen angefangen,
doch dann war so viel zu tun, dass ich Wolf Lotters knallgelbes Buch „Innovation. Streitschrift für barrierefreies Denken“ erst jetzt beim Urlaubsfrühstück zu Ende las. Geschrieben hatte er es, um darüber nachzudenken, wie wir von der Industriegesellschaft und ihren Problemlösungs- und Organisationsstrategien zur Wissensgesellschaft gelangen. Natürlich nicht einfach so, sondern mit Absicht: „Jeder Fortschritt besteht aber in Verbesserungen und nicht allein im Anspruch darauf, etwas ‚anders‘ zu machen. Das ist kein Wert an sich.“ Wie Lotter sich das vorstellt, leitet er historisch, oft von verblüffenden Beispielen und im Einst-Jetzt-Schema, z.B. unterschiedlicher Innovatorentypen, ab. Auf die Idee, Differenzierung und Motivation anhand der Speisegewohnheiten von Veganern zu erklären, muss man erst einmal kommen. Dass Innovation keine Aufgabe der Jungen ist, sondern als Anspruch in jedem Alter und Erfahrungshintergrund gilt, traf bei mir einen wunden Punkt, um so mehr fühlte ich mich von Lotters Buch zum Denken eingeladen. Dabei fiel es mir beim Lesen zunehmend schwer, mich zu konzentrieren, immer wieder schweiften die Gedanken Richtung Kirche und Gemeindeaufbau ab, bis ich irgendwann verstand warum. Schon länger hatte ich mich gefragt, was es eigentlich bringt, diese ganzen Bücher zu betrachten, Diskussionen zu führen und Panels zu besuchen. Was bleibt hängen, wenn danach das Leben weitergeht? Die Antwort darauf konnte ich mir bei der Lektüre dieses Buches geben: Immer wieder verknüpfte ich Lotters Thesen mit meinem kirchlichen Erleben und Arbeiten. Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich so wenig behalten und trotzdem so viel verstanden habe. Das hat mich gleich mehrere Schritte weitergebracht. Ich finde das super und die Kirche, nun ja…
Twitterfavs
Doofe Bücher, die doof sind
Ich lese ja bisweilen das eine oder andere Buch
und gerne schreibe ich auch darüber. Außer manchmal, wenn ich Bücher doof finde. Das passiert gelegentlich oder, um ehrlich zu sein, sogar recht häufig, dass ich ein Buch zur Hand nehme und nach ein paar Seiten wieder weg lege. Zu langweilig, der Stil gefällt mir nicht, ich komme nicht rein, whatever. Bisher bloggte ich darüber nicht. Mir tut das zu leid, für die Autor_in, die sich gewiss Mühe gegeben hat und für meinen Blog ist es mir auch zu schade. Nun liegen hier aber drei Bücher, die ich mit abnehmender Begeisterung immerhin bis zum Ende las und erstmal sacken ließ, vielleicht passiert ja noch was. Doch nein, doof bleibt doof. Also erfinde ich jetzt den „anonymen Verriss“, sofern nicht schon vorhanden und verblogge, was mir nicht gefiel. Aber ich sage nicht, wie die Bücher heißen und wer sie geschrieben hat.
Florilegium
Fangen wir mit drei Fernsehfilmen an,
so lange sie noch in den Mediatheken zu finden sind:
Eine ausführliche Reportage über die Zschäpe-Anwälte, Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm. Erst ist man fasziniert und dann stinksauer. Spoiler: Anstand macht sich nicht bezahlt.
Nur noch fünf Tage online, als wäre Kultur eine Ramschware: Kulenkampffs Schuhe, ein Dokumentarfilm über die Showmaster Hans-Joachim Kulenkampff, Peter Alexander und Hans Rosenthal und die Welt in den Häusern und Wohnzimmern der 60-er und 70-er Jahre, wo man ihnen zusah.
Nachtrag: Passend zu Kulis Schuhen hat das Archivradio von SWR2 auf ein Radiointerview mit Hans Rosenthal und vielen Hörerinnenfragen aufmerksam gemacht. Das ist nicht genug zu loben, aber hinzu auch dies: Ich hatte gar nicht in Erinnerung, was für eine schöne Sprache Hans Rosenthal hat. Einfach, ausdrucksstark, fein gesetzt, ich könnte ihm allein deswegen stundenlang zuhören.
Lachen, um zu überleben. Da geht’s um Ephraim Kishon, den Link habe ich heute erst bekommen und muss den Film selbst noch gucken. [Auch das ist mittlerweile geschehen, was für eine großartige Dokumentation und wie bewegend!]
Zwei Fragen: Wer war Maria Magdalena?
Und: Ist die Netzgemeinde eine Gemeinde?
Lene nimmt Abschied und diktierte,
was darüber im Internet stehen soll.
Was Art Garfunkel las.
God is God
Ich bin immer noch ganz beseelt von dem Konzert vorgestern.
Hier ein Bootleg von „God is God“ aus Hanau von 2016.