Bis in den Himmel

Gelobt sei Gott, 
der mein Gebet nicht verwirft 
noch seine Güte von mir wendet.

Psalm 66,20

Rogate, betet! So lautet der Name des Sonntags und der ganzen Woche, die am 9. Mai beginnt. Denn jedes Gebet, da ist sich Jesus Sirach sicher (Jes Sir 35,16-22a), reicht bis in die Wolken, ja durchdringt sie sogar, bis es schließlich bei Gott ankommt.

Jesus Sirach stellt sich Gott also im Himmel vor. Der ist bekanntlich überall und Gott damit auch. Das war im alten Israel keine Selbstverständlichkeit. Wenn man dort nach oben blickte, um Gott zu suchen, schaute man meistens zum nächsten Berg. Dort, so glaubte man, wohnt ein Gott auf dem Gipfel, kümmert sich ums Wetter, manchmal auch um die Leute und schleudert Blitze.

Wolken über Kloster und Kirche

Es waren die Juden, die damit aufräumten und erklärten, dass Gott mehr als ein Götze auf dem Hügel ist, sondern Himmel und Erde aus dem nichts geschaffen hat und damit gleichsam über allem steht.

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Kurz vor Feierabend

Gelobt sei Gott, 
der Vater unseres Herrn Jesus Christus, 
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat 
zu einer lebendigen Hoffnung 
durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.

1. Petr 1,3

Die Feiertage sind rum, die Ferien auch. Zwar geht Ostern nach dem Kirchenkalender bis Pfingsten, doch der Alltag hat uns trotzdem wieder. Die Ostereier sind fast alle aufgegessen und so mancher Schokoladen-Osterhase verschwindet heimlich hinten im Schrank, wo ihn jemand beim Kuchenbacken vielleicht in den nächsten Wochen wiederfindet. 

Steckerlfisch

Auch für die Jünger sind die Feiertage um, die Arbeit ruft. Petrus, Thomas, Nathanael; Jakobus und Johannes Zebedäus sowie zwei weitere Jünger gehen fischen, denn damit verdienen sie ihren Lebensunterhalt (Joh 21,1-14). 

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Bergfest

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,
bleibt es allein;
wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.

Joh 12,24

Bergfest, Halbzeit – die Hälfte der Fastenzeit ist um. Gott sei Dank! Wobei es schon schnell gegangen ist, ich kann mich kaum noch an Aschermittwoch erinnern. Trotzdem kann Ostern kommen, je eher, desto besser. Ich bin es leid, den ganzen Tag in der Wohnung zu sitzen: Corona,  Schnee, Regen, Winter, Dunkelheit, immer noch Corona… Wenn es draußen heller und wärmer wird, ist es gleich besser und ab heute, wo wir quasi über den Berg sind, können wir jeden Tag mehr darauf hoffen.

Der Sonntag Laetare, auf Deutsch „Freue dich!“ trug deshalb früher die liturgische Farbe Rosa, weil das Violett der Passionszeit mit dem Weiß des Osterfestes bereits durchmischt war. Wer diese Andacht aus der Kirche mitnimmt, bekommt sie daher auf rosa Papier. 

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Hinauf

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem,
und es wird alles vollendet werden,
was geschrieben ist durch die Propheten
von dem Menschensohn.

Lk 18,31

Nach Jerusalem geht es immer aufwärts. „Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem“, so fängt der Wochenspruch an und so steht es in der ganzen Bibel. Nach Jerusalem geht es immer hinauf, nach oben. Und wie meist in der Bibel hat das nicht nur geschichtliche oder geographische, sondern auch geistliche Gründe. Jerusalem steht oft für den Höhepunkt und das Zentrum einer Geschichte oder eines Ereignisses und das himmlische Jerusalem, das wir dereinst erwarten, sowieso.

Aber der Weg dahin ist dieses Mal das Interessante. Denn am Mittwoch beginnt die Passionszeit, die Leidenszeit Jesu, die zum Kreuz und schließlich zur Auferstehung führt. 

Sie wird auch Fastenzeit genannt, weil viele Christ:innen die Wochen von Aschermittwoch bis Ostern nutzen, um auf etwas zu verzichten. Manche trinken keinen Alkohol oder essen keine Schokolade, andere gucken kein Fernsehen und wieder andere drehen den Spieß um: Sie verzichten auf nichts, sondern nehmen sich etwas Besonderes vor, z.B. jeden Tag eine Viertelstunde Sport zu treiben oder in der Bibel zu lesen, vielleicht sogar beides.

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Gott und ich

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

Lk 6,36

Von guten Mächten treu und still umgeben,  behütet und getröstet wunderbar,  so will ich diese Tage mit euch leben  und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Dietrich Bonhoeffer

An Weihnachten singen wir „O du fröhliche“ und zum Jahreswechsel „Von guten Mächten“. Zumindest kenne ich das so und habe die Lieder im Ohr und auf den Lippen, auch wenn die Gottesdienste nicht stattfinden konnten. Denn die Gesänge haben etwas Tröstliches. Mit dem letzten Ton von „O du fröhliche“ hat Weihnachten wirklich angefangen; mit „behütet und getröstet wunderbar“ werden wir an Silvester über die Schwelle ins neue Jahr geleitet. Und das Alles mit Mundschutz oder Mund-Nasen-Schutz, die Nase muss ja mit drunter – fast das ganze vergangene Jahr über und das nächste vermutlich auch. Mittlerweile haben die ersten Impfungen stattgefunden, aber wir sind ein großes Land. Es wird Monate dauern, bis so viele geimpft sind, dass der Impfschutz anfängt zu greifen.  Weiterlesen

Maria, Marta und Karl

Letzten Sonntag (der hieß Esto mihi) war die Geschichte von Maria und Marta (Lk 10,38-42) Predigttext. Ich legte sie anhand von Karl Lagerfeld aus, was schon im Vorfeld zu Nachfragen und Interesse führte, doch ich hatte mir nur einige Stichpunkte gemacht, nichts, was ich verbloggen konnte. Also trug ich mein Handy mit auf die Kanzel und nahm die Predigt auf. Man hört’s auch am Hall, obwohl Jörn extra noch einmal drübergebügelt hat.

Dankbarkeit und Altenpflege

Für heute schlug das Perikopenbuch einen Predigttext aus dem Korintherbrief vor und am Donnerstag feiern wir im Altenheim einen Gottesdienst, in dem die neuen Mitarbeiter_innen gesegnet werden.

dann

Korinthertext und Segen passen gut zusammen und da mir die Alten- und Krankenpflege sehr am Herzen liegt, hier meine Predigt vom Sonntag und für Donnerstag:

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