Kirchentag und #twomplet (aus dem Zug)

Noch zwei Wochen bis zum Umzug in die neue Gemeindesiehstimos1613, doch ich liege gut in der Zeit und wollte meine Zusagen für den Kirchentag unbedingt einhalten. Also bin ich hin, nur zu „meinen“ Terminen, nix weiter angeguckt, außer einem Sprung in den Magdeburger Dom, kurz bevor dort eine Veranstaltung anfing.

Und siehe, es war sehr gut. Ich konnte mich entspannen, sogar ein wenig erholen, habe Freundinnen und Bekannte getroffen und abends mit ihnen zusammengesessen, das war ganz großartig! Den Kirchentag in Berlin und in den Lutherstädten auf dem Weg anzusiedeln, hat ihn, glaube ich, ein bisschen versendet. Das wurde auf den Straßen und in den Pausen auch immer wieder diskutiert, für mich aber war es genau richtig.

Wirklich geärgert habe ich mich nur einmal, über die miserable Performance des offiziellen Twitteraccounts @kirchentag_de, die die Veranstaltung mit „Christen“ aus der AfD flankierte. Juna hatte das Problem in ihrem Blog mit deutlichen Worten auf den Punkt gebracht, ich wiederhole das jetzt nicht.

Denn von Donnerstag auf Freitagdreib waren wir in Magdeburg ein abrahamitisches Kleeblatt: Juna als Jüdin, Safiyye, die Muslima, ich als Christin, dazu noch Knut plus weitere Kirchenleute. Zwei Gesprächsrunden boten wir an: Zuerst, welches Bild von uns wir im Internet zeigen und was das mit dem „wirklichen Leben“ und unseren Religionen zu tun hat. Später ging es dann gezielter um die jeweilige Frömmigkeit, was wir damit im Internet machen und welche Angebote wir nutzen.

Ich stellte die #twomplet, berlin.jpgdas Abendgebet auf Twitter, vor und tat dies am Samstag in Berlin auf einem Podium gleich noch einmal. Hier meine Präsentation zum Nachlesen und weiteres Material.

Das hat alles großen Spaß gemacht und ich habe mich wie ein Schnitzel gefreut, Juna und Safiyye wiederzusehen, dazu Christina zu treffen, und Knut und einige weitere Leute kennenzulernen. Ob Arbeiten, Diskutieren oder Feiern, ich habe mich pudelwohl gefühlt – außer am Freitag Abend, als ich im Hotelaufzug stecken geblieben bin, aber da bekam ich zum Trost ein Upgrade in der ersten Etage geschenkt. Jetzt sitze ich im Zug zurück ins Ruhrgebiet, Hannover liegt schon hinter uns. Danke für die schöne Zeit!

Die Fotos machten Hanna U. und Kevin D.